Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldscheider bis goldschimmer (Bd. 8, Sp. 831 bis 833)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldscheider, m., ältere berufsbezeichnung für den handwerker, der das gold vom silber scheidet, vgl. Adelung vers. 2, 746; auriflator goldscheider Steinbach (1734) 2, 407; auricoctor Kirsch cornucopiae (1723) 2, 156b; älteste bezeugung vom jahre 1412 im urkd.-b. der stadt Freiberg i. S. 2, 402; derhalben auch kein goldtscheider dieselbigen silber nach solcher prob zu scheiden annimpt Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 59b; vgl. ebda 74b; 76a; 78a. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldscheidewasser, n., königswasser, eine mischung von

[Bd. 8, Sp. 832]


salpetersäure und salzsäure, in der gold löslich ist; vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb.3 7, 522; Lueger lex. d. techn. 4, 732; Sprengel chemie f. landwirthe (1831) 1, 330: als die erde nunmehr verglaset wurde, hat sie ... mit goldscheidewasser ausgezogen und mit blutlauge niedergeschlagen, ein berlinerblau geliefert allg. dt. bibl. (1765) 23, 287. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldscheidung, f., was goldscheiden (s. d.): die münze liefert ... die ... güldische silberproduction an das kabinet in St. Petersburg, welches selbst erst die goldscheidung vom silber sich vorbehalten hat Ritter erdkde (1822) 2, 854.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldscheim, goldschein, m., s. DWB goldschaum.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschein, m.
1) schein des goldes: jetzt fürchtete ich den düsteren goldschein (eines vergoldeten standbildes) nicht mehr Stifter s. w. 2 (1908) 141; vgl. goldschein 'glanz' bei Fischer schwäb. 3, 743. im vers auch goldesschein:

es steht ein saal mit hohen pforten,
gefüllt mit gold und goldesschein
E. M. Arndt w. 4, 146 R.-M.;

bildlich:

sonn, mon han ihm entstolen
von seiner (Jesu) stirnen rein
all ihren glantz und strolen,
den golt- und perlenschein
Spee trutznachtigall (1649) 50;

vgl. über die verwendung des wortes gold als symbol der göttlichen reinheit gold II B 1, sp. 704.
2) goldähnlicher schein auf nichtmetallischer materie: doch klerlich zuvorstehen ist, das er einen grünlichten hellen stein, der einen goldtschein darneben hat, meinet P. Albinus meiszn. bergkchronica (1590) 145; (der kaulbarsch) unten silberglänzend mit goldschein Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 251;

hier ist ein goldschein in das gras gefärbt
und dort ein blaues leuchten eingewoben
Heinrich Seidel ges. schr. (1906) 1, VIII.

vom schimmer des sonnenlichtes: als der herannahende abend alles mit seinem milden goldscheine zu überfloren begann G. Keller ges. w. (1889) 6, 246;

entrückter goldschein machte bäum und häuser
zum sitz der seligen
Stefan George d. stern d. bundes (o. j.) 74.


3) der anschein von gold: sie bekommen das feinste und reinste silber oder gold, da doch theils an der feine und reinigkeit ... sehr vieles mangelt, theils aber wohl gar nur der goldschein und nicht das seyn dabey zu finden ist Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1227; (man) wertet alles ... wie ein kind nach dem goldschein R. M. Rilke tageb. 1899 -1902 (1931) 406. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldscheinend, part. adj., frühnhd. in der form goldschynend und der bedeutung 'goldglänzend' übertragen gebraucht: (ich habe von) minem ... vtterlichen vnderwyser als erlúchtem goldschynenden flusz desselben brunnens göttlicher kunst ... billich zierwort ... geschpfft Fr. Riederer spiegel d. wahren rethoric (1493) n 3b; mit keinem andren cleid kunt sie viel gefüglicher sin komen für got, wenn mit disem wyten mantel und goldschynenden mantel der woren inbrünstigen liebe, in deren ir hertz gantz flackeret was Keisersberg christl. bilgerschafft (1512) 45c.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschetter, m.: goldschetter knistergold, d. i. blattmessing Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 142; rauschgold, die dünnste gattung des messingbleches, ... goldschetter ebda 7, 297.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschicht, f., schicht von gold: um das anlaufen versilberter gegenstände ... zu verhüten, breitet man ... vor dem einbrennen eine sehr dünne goldschicht auf dem silber aus Muspratt chemie (1888) 7, 1667. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschillernd, part. adj., wie gold schillernd: ein vogel mit goldschillerndem gefieder Gaudy s. w. (1844) 2, 31. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschilling, m., goldene münze, vgl. s. v. schilling: die grundlage des münzwesens (im mittelalter) war der goldsolidus, goldschilling hdwb. d. staatswiss. 25, 921;

[Bd. 8, Sp. 833]


eine männliche hand abzuhauen war in früheren zeiten nicht viel gefährlicher als eine weibliche zu drücken, auf welchen druck das salische gesetz 15 goldschillinge strafe legt Jean Paul w. 55/58, 165 Hempel.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschimmer, m. 1) schimmer des goldes: neben mir den schwachen goldschimmer der (vergoldeten) bildsäule, ... fing ich die unterhaltung an Stifter s. w. 2 (1908) 142. 2) schimmer wie von gold, goldähnlicher glanz auf nichtmetallischen gegenständen, vor allem durch sonne hervorgerufen: das gefieder (des königsadlers) ... hat in der sonne einen schwachen goldschimmer Naumann vögel (1822) 1, 203; schaut man von ferne darüber hin, so funkelt es (das goldmoos) im prächtigsten goldschimmer W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 205; der mond ... haucht seinen matten goldschimmer auf die schaumgelockten häupter der wogen Gaudy s. w. (1844) 8, 133. —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: