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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldscheibe bis goldschillernd (Bd. 8, Sp. 831 bis 832)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldscheibe, f., goldene scheibe: wo der kiel die see aufwühlte, glitten leuchtende polypen wie kleine goldscheiben pfeilschnell vorüber Gaudy s. w. (1844) 5, 90. übertragen auf eine lichterscheinung: über das firmament zogen wolken heran, von der sonne beschienen, so dasz sie wie goldscheiben leuchteten Rosegger schr. I 15, 388.
 
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goldscheiden, verb. subst., das trennen des goldes von anderen metallen, vor allem vom silber: 'goldscheiden ... heist, das gold von dem silber absondern, und geschiehet solches auf dreyerley art' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1247; ich kenne einen groszen künstler, ... der mit abquicken, cocmentiren und goldscheiden lang umbgangen Joh. Mathesius Sarepta (1571) 42b; sonst würdestu gewisz das goldscheiden auch schon erlernet haben Moscherosch gesichte (1650) 2, 825. —
 
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goldscheider, m., ältere berufsbezeichnung für den handwerker, der das gold vom silber scheidet, vgl. Adelung vers. 2, 746; auriflator goldscheider Steinbach (1734) 2, 407; auricoctor Kirsch cornucopiae (1723) 2, 156b; älteste bezeugung vom jahre 1412 im urkd.-b. der stadt Freiberg i. S. 2, 402; derhalben auch kein goldtscheider dieselbigen silber nach solcher prob zu scheiden annimpt Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 59b; vgl. ebda 74b; 76a; 78a. —
 
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goldscheidewasser, n., königswasser, eine mischung von

[Bd. 8, Sp. 832]


salpetersäure und salzsäure, in der gold löslich ist; vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb.3 7, 522; Lueger lex. d. techn. 4, 732; Sprengel chemie f. landwirthe (1831) 1, 330: als die erde nunmehr verglaset wurde, hat sie ... mit goldscheidewasser ausgezogen und mit blutlauge niedergeschlagen, ein berlinerblau geliefert allg. dt. bibl. (1765) 23, 287. —
 
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goldscheidung, f., was goldscheiden (s. d.): die münze liefert ... die ... güldische silberproduction an das kabinet in St. Petersburg, welches selbst erst die goldscheidung vom silber sich vorbehalten hat Ritter erdkde (1822) 2, 854.
 
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goldscheim, goldschein, m., s. DWB goldschaum.
 
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goldschein, m.
1) schein des goldes: jetzt fürchtete ich den düsteren goldschein (eines vergoldeten standbildes) nicht mehr Stifter s. w. 2 (1908) 141; vgl. goldschein 'glanz' bei Fischer schwäb. 3, 743. im vers auch goldesschein:

es steht ein saal mit hohen pforten,
gefüllt mit gold und goldesschein
E. M. Arndt w. 4, 146 R.-M.;

bildlich:

sonn, mon han ihm entstolen
von seiner (Jesu) stirnen rein
all ihren glantz und strolen,
den golt- und perlenschein
Spee trutznachtigall (1649) 50;

vgl. über die verwendung des wortes gold als symbol der göttlichen reinheit gold II B 1, sp. 704.
2) goldähnlicher schein auf nichtmetallischer materie: doch klerlich zuvorstehen ist, das er einen grünlichten hellen stein, der einen goldtschein darneben hat, meinet P. Albinus meiszn. bergkchronica (1590) 145; (der kaulbarsch) unten silberglänzend mit goldschein Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 251;

hier ist ein goldschein in das gras gefärbt
und dort ein blaues leuchten eingewoben
Heinrich Seidel ges. schr. (1906) 1, VIII.

vom schimmer des sonnenlichtes: als der herannahende abend alles mit seinem milden goldscheine zu überfloren begann G. Keller ges. w. (1889) 6, 246;

entrückter goldschein machte bäum und häuser
zum sitz der seligen
Stefan George d. stern d. bundes (o. j.) 74.


3) der anschein von gold: sie bekommen das feinste und reinste silber oder gold, da doch theils an der feine und reinigkeit ... sehr vieles mangelt, theils aber wohl gar nur der goldschein und nicht das seyn dabey zu finden ist Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1227; (man) wertet alles ... wie ein kind nach dem goldschein R. M. Rilke tageb. 1899 -1902 (1931) 406. —
 
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goldscheinend, part. adj., frühnhd. in der form goldschynend und der bedeutung 'goldglänzend' übertragen gebraucht: (ich habe von) minem ... vtterlichen vnderwyser als erlúchtem goldschynenden flusz desselben brunnens göttlicher kunst ... billich zierwort ... geschpfft Fr. Riederer spiegel d. wahren rethoric (1493) n 3b; mit keinem andren cleid kunt sie viel gefüglicher sin komen für got, wenn mit disem wyten mantel und goldschynenden mantel der woren inbrünstigen liebe, in deren ir hertz gantz flackeret was Keisersberg christl. bilgerschafft (1512) 45c.
 
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goldschetter, m.: goldschetter knistergold, d. i. blattmessing Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 142; rauschgold, die dünnste gattung des messingbleches, ... goldschetter ebda 7, 297.
 
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goldschicht, f., schicht von gold: um das anlaufen versilberter gegenstände ... zu verhüten, breitet man ... vor dem einbrennen eine sehr dünne goldschicht auf dem silber aus Muspratt chemie (1888) 7, 1667. —
 
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goldschillernd, part. adj., wie gold schillernd: ein vogel mit goldschillerndem gefieder Gaudy s. w. (1844) 2, 31. —

 

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