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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldrubin bis goldsauer (Bd. 8, Sp. 827 bis 829)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldrubin, m.: 'unter diesem namen ist das von den zartesten rosenrothen tönen bis ins intensivste rubinroth darstellbare mit gold gefärbte glas bekannt' Karmarsch-Heeren techn. wb. 37, 438; die bereitung des goldrubins wurde von Kunkel entdeckt ... durch unsere jetzige kenntnisz des goldrubins ist jenes recept ohne alle bedeutung Muspratt chemie (1888) 3, 1655.
 
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goldrute, f. 1) name für die pflanze solidago virga aurea L. und verwandter arten goldruthe Noel Chomel oecon. lex. (1750) 4, 1241; Oeder nomenclatur (1769) 83, ferner Holl pflanzenn. (1833) 133a; 211a; 132b; Schkuhr botan. hdb. (1791) 3, 110; Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 383; 374: blattläuse an der goldruthe geben frisch gequetscht eine braune farbe allg. dt. bibl. (1765) 88, 281; in ruhelosem gebrause schwirrte es um die übermannshohen stauden der goldrute Mungenast d. pedant (1939) 199. 2) wünschelrute zur auffindung des goldes und anderer metalle: wohin (zu unzulässiger zauberei beim schatzgraben) aber der gebrauch der glückwünsche oder goldruthen nicht zu zählen, weil solche nicht unter die magica instrumenta gehörig, sondern in den bergwercken deren gebrauch hergebracht ist Hohberg georgica curiosa 3 (1715) 125b; man zeigt ... eine sogenannte goldruthe, die 1713 auf einem acker gefunden worden ist allg. dt. bibl. (1765) 91, 504. —
 
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goldrutenbaum, m., name für die pflanze bosia yervamora L., vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 629.
 
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goldsaal, m., goldgeschmückter, reicher saal; auch sinnbildlich für die 'wohnung des reichtums' gebraucht: in krambuden der hökerinnen oder in goldsälen der groszen Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 340; setzet eine

[Bd. 8, Sp. 828]


königin im goldsaal an die stelle (der geliebten im hohen liede), und alles (reizvolle) ist verschwunden Herder 8, 513 S.;

sein bestrohetes dach, ...
winket ihm süszre rast,
als dem städter der goldsaal
Hölty ged. (1869) 113.


 
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goldsack, m., mit gold, vor allem goldmünzen, gefüllter sack: ein reichgeschmückter, prächtiger mann ... mit vielen goldsäcken in der hand, und auf seiner brust mit goldnen lettern den namen Plutus tragend Fouqué zauberring (1812) 1, 74. oft sinnbildlich für den reichtum: als nun gar geheime emissarien ... aus Cortez goldsäcken freigebig geschenke ausspendeten K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 6, 93; alle meine anverwandten sind unmenschen, die kein verdienst als das in goldsäcken kennen A. G. Meissner skizzen (1778) 3, 279; und er hat sie (die braut) nun, da er mit den schweren titeln kam, mit den reichen goldsäcken F. M. Klinger theater (1786) 1, 164; (sein) schwiegersohn reitet auf einem groszen goldsack, und er braucht diesem seinem rosz nur ins maul zu greifen, so hat er volle hände Holtei erz. schr. (1861) 3, 132; will ich mich mit einem goldsack trauen lassen? Kotzebue s. dram. w. (1827) 5, 142. sprichwörtlich: trägt der esel auch einen goldsack, er friszt doch disteln Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 215. —
 
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goldsafran, m., in älterer fachsprache eine explosive goldverbindung, vgl.: 'goldsaffran crocus auri oder solis, eine materia, welche mit einem hellen blitze und heftigen knalle in die luft flieget, wenn man sie über das feuer bringt und daher blitzgold, knallgold, platzgold, prasselgold, schlaggold, lat. aurum fulminans genannt wird' Krünitz encycl. 19 (1780) 364; Schwan nouv. dict. (1735) 1, 777; Campe 2, 422.
 
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goldsaft, m. 1) in der sprache der alchemie benennung des borax: wirdt genennet ... borax, chrysocomium goldsafft Martin Ruland lex. alchem. (1612) 93. 2) name der pflanze chelidonium majus L., sonst schöllkraut genannt, vgl. Holl pflanzenn. (1833) 332a; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 926. —
 
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goldsalbe, f. 1) 'unguentum aureum, eine bekannte salbe ..., die in denen apothecken zu finden' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1242. übertragen: und ist diese heilige goltsalb so kräfftig, das kein missethat ... geschicht, disz öle kan es reinigen Fischart binenkorb (1588) 127a. 2) bildlich für bestechungsgelder: damit ... jhre händ nicht zu spör unnd hart werden, muss man gar offt gold- und silbersalben brauchen Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 325; (Riep.:) wann ich aber wieder schläg krieg, wer macht mir meinen buckel nachher gut? (Odo.:) wir wollen dich schon mit der goldsalbe schmieren Ph. Hafner ges. schr. (1812) 2, 147. —
 
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goldsalz, n., 'mit diesem namen pflegt man ... die doppelsalze des goldchlorids mit natriumchlorid ... zu bezeichnen' Karmarsch-Heeren techn. wb.3 4, 142; vgl. Campe 2, 422.
 
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goldsand, m. , seit dem 16. jh. reich bezeugtes compositum.
1) goldhaltiger sand, vor allem fluszsand: das wasser Edera hat goldsand Seb. Münster cosmographey (1550) 12;

gleich wie in etlich goldreich flüssen,
da sie den goldsand schwemmen müssen
Fischart s. dichtg. 3, 360 Kurz;

du solt ... dich ans gebirg und an die wasser halten, die klufft unnd gültige geng, und goldsand füren Mathesius ausg. w. 4, 104 Lösche; wie nun so viel flüsse ... viel goldsand mit sich führen, ... also haben auch ... warme brunnen einen solchen zusatz Lohenstein Arminius (1689) 2, 738b; unsre gespräche gleiteten weg wie ein himmelblau gewässer, woraus der goldsand hin und wieder blinkt Hölderlin s. w. 2, 179 Hell.; auf einem schaffelle kann man nur sehr kleine quantitäten goldsand auswaschen K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 184. von goldhaltigem sand des gebirges: seiffengebirge ... enthalten oft goldsand A. G. Werner gebirgsarten (1787) 26; der auszug aus der St. Petersburger handelszeitung mit

[Bd. 8, Sp. 829]


dem aufsatz über den uralischen goldsand Göthe IV 40, 91 W.; grosze niederlagen von goldsand zwischen quarzigen gangstücken A. v. Humboldt kosmos (1845) 4, 406.
2) goldglänzender glimmersand: die wege waren mit glitzerndem goldsande bestreut Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 114; ein sonderbares phänomen war der goldsand, ... woran der glimmer die ursache ist, aus dem ... die felsenformation in diesem thale besteht und der den weg mit seinem falschen golde erfüllt Pückler briefw. u. tageb. (1873) 2, 194. als streusand benutzt: nun hett aber der secretarius ... kein goldtsandt oder strewbulfer auff seinem tisch stehn Montanus schwankb. 276 Bolte; vgl. Fischart Gargantua 210 ndr.; bisweilen benutzt man die feinen, mit sandkörnern untermengten glimmerschuppen als streusand, welcher nach der farbe silber- oder goldsand genannt wird Oken allg. naturgesch. (1839) 1, 176; nachdem er diese zeilen mit goldsand bestreut hatte, übergab er sie dem diener Gutzkow ritter v. geiste (1850) 3, 248.
3) gelegentlich wird auch gemahlenes gold, gold in pulverform goldsand genannt: etliche unter ihnen (den pflanzen) bringen blumen als wären sie mit goldsand eingestaubt Hohberg georgica curiosa (1682) 1, 662; andern tages kam er zu einer steinklippe, aus welcher ein glänzend schwerer goldsand herabrieselte br. Grimm dt. sagen (1891) 1, 122; dagegen sandte er ... eine ... botschaft mit ... einem säcklein goldsand in das portugiesische lager G. Keller ges. w. (1889) 7, 242; vgl. auch: 'goldsand handelsname für gold in körnern' Lueger lex. d. techn. 4, 732.
4) in bildlichem gebrauch. für geld, ertrag, reichtum: du darfst also, da dein goldsand ohnehin kärglich rieselt, dich ... nicht vertrösten Schubart br. 2, 291 Strausz; wenn vortheil, ehre und vergnügen davon zu erwarten stünde? ein strom von goldsand, ein wald von lorbeerkränzen, ein meer voll wonne Kotzebue s. dram. w. (1828) 21, 243. von geistig-seelischem reichtum: wenns nicht der lebensstrom wäre, der eigenmächtig durch deine fluren wallet ..., der sich durch deine lebensgebiete drängt, ach, und er strömt so voll, so selbstgefühlig in diesem reinen edlen bett über perlen und goldsand Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 84. —
 
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goldsauer, adj., bezeichnung für chemische verbindungen mit gold plus sauerstoff: goldsaures ammoniak Liebig chemie (1843) 591; goldsaures kalium Muspratt chemie (1888) 3, 1872; der niederschlag von goldsaurem kalk ... wird mit wasser gewaschen ebda 1, 731; das knallgold hat sich in goldsaures ammoniak verwandelt Herbart s. w. (1850) 4, 460; gold (tritt) als basis in sauerstoffsalze nicht ein. wohl aber sind goldsaure salze, aurate, dargestellt Lueger lex. d. techn. (1894) 4, 725. —

 

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