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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldrot bis goldsalbe (Bd. 8, Sp. 826 bis 828)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldrot, adj., farbtönung von rot, durch glanz oder schimmer metallisch wirkendes rot. im ahd. und mhd. auch 'rot von gold', 'reich mit gold geschmückt': sîn lachen geuuormôt aber filo harto goldrôt (auro plurimo rutilatum) Notker 1, 755, 12 P.;

vil goltrôter setle si fuorten in daz lant Nibelungen 267, 1 L.

[Bd. 8, Sp. 827]


vom golde selbst:

zwelf bouge goltrôt könig Rother 2034 Bahder;

aber die kronen sind goldroth —
gold bedeutet blut
Fouqué altsächs. bilders. (1818) 1, 37;

Möringer aber zog ein goldrothes fingerlein von seiner hand br. Grimm dt. sagen (1891) 2, 139. von haut, federn u. ä.: blaue und goldrothe schmetterlinge wiegten sich in den blüten Tieck schr. (1828) 4, 369;

seither sah ich den falken
so schön und herrlich fliegen,
auf goldrotem gefieder
sah ich ihn sich wiegen
G. Keller ges. w. (1889) 6, 110 (nach alrôt guldin minnes. frühlg. 9, 9);

dann gürtet er sein goldroth pferd
Strachwitz ged. (1850) 251.

von pflanzen und früchten: brustbeerlein ist eine kernfrucht ... im anfang ist sie grün und wenn sie zeitig worden, wird sie goldroth allg. haush.-lex. (1749) 1, 273; hellgelbe zitronen und goldrothe pomeranzen Chr. v. Schmid ges. schr. (1858) 9, 101; ich ... schlich wegseits in den kieferschachen hinein, der mit seinen goldrothen stämmen so dämmerig und kühl dastand Rosegger schr. II 15, 300; die silberstämmigen bäume ... hielten auf millionen zweiglein die goldroten knospen ins licht Hermann Stehr d. heiligenhof (1918) 1, 226. von schein und wirkung des sonnenlichts: die sonne malte ... ihre goldrothe tafel an das ofenmäuerlein Rosegger schr. II 1, 34; als tauchten die wagen aus der sonne empor, so schien es; feinem gespinst gleich hoben sich die speichen der räder gegen die goldrote scheibe Clara Viebig d. schlafende heer (1904) 1, 65. als subst. adj.: das flammende goldrot des abends Sperl d. fahrt n. d. alten urkunde 9182. —
 
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goldrot, n., vgl.: 'goldrot schwach geglühtes eisenoxyd; ... findet zum poliren von gold- ... waren verwendung' Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 732. —
 
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goldrubel, m., münze im werte eines rubels: nach dem russischen münzfusze soll ein russisches pfund 341 goldrubel geben K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 157; die bildung des wertverhältnisses des goldrubels zum ... papierrubel blieb dem verkehr frei überlassen hdwb. d. staatswiss. 26, 39. —
 
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goldrubin, m.: 'unter diesem namen ist das von den zartesten rosenrothen tönen bis ins intensivste rubinroth darstellbare mit gold gefärbte glas bekannt' Karmarsch-Heeren techn. wb. 37, 438; die bereitung des goldrubins wurde von Kunkel entdeckt ... durch unsere jetzige kenntnisz des goldrubins ist jenes recept ohne alle bedeutung Muspratt chemie (1888) 3, 1655.
 
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goldrute, f. 1) name für die pflanze solidago virga aurea L. und verwandter arten goldruthe Noel Chomel oecon. lex. (1750) 4, 1241; Oeder nomenclatur (1769) 83, ferner Holl pflanzenn. (1833) 133a; 211a; 132b; Schkuhr botan. hdb. (1791) 3, 110; Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 383; 374: blattläuse an der goldruthe geben frisch gequetscht eine braune farbe allg. dt. bibl. (1765) 88, 281; in ruhelosem gebrause schwirrte es um die übermannshohen stauden der goldrute Mungenast d. pedant (1939) 199. 2) wünschelrute zur auffindung des goldes und anderer metalle: wohin (zu unzulässiger zauberei beim schatzgraben) aber der gebrauch der glückwünsche oder goldruthen nicht zu zählen, weil solche nicht unter die magica instrumenta gehörig, sondern in den bergwercken deren gebrauch hergebracht ist Hohberg georgica curiosa 3 (1715) 125b; man zeigt ... eine sogenannte goldruthe, die 1713 auf einem acker gefunden worden ist allg. dt. bibl. (1765) 91, 504. —
 
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goldrutenbaum, m., name für die pflanze bosia yervamora L., vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 629.
 
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goldsaal, m., goldgeschmückter, reicher saal; auch sinnbildlich für die 'wohnung des reichtums' gebraucht: in krambuden der hökerinnen oder in goldsälen der groszen Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 340; setzet eine

[Bd. 8, Sp. 828]


königin im goldsaal an die stelle (der geliebten im hohen liede), und alles (reizvolle) ist verschwunden Herder 8, 513 S.;

sein bestrohetes dach, ...
winket ihm süszre rast,
als dem städter der goldsaal
Hölty ged. (1869) 113.


 
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goldsack, m., mit gold, vor allem goldmünzen, gefüllter sack: ein reichgeschmückter, prächtiger mann ... mit vielen goldsäcken in der hand, und auf seiner brust mit goldnen lettern den namen Plutus tragend Fouqué zauberring (1812) 1, 74. oft sinnbildlich für den reichtum: als nun gar geheime emissarien ... aus Cortez goldsäcken freigebig geschenke ausspendeten K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 6, 93; alle meine anverwandten sind unmenschen, die kein verdienst als das in goldsäcken kennen A. G. Meissner skizzen (1778) 3, 279; und er hat sie (die braut) nun, da er mit den schweren titeln kam, mit den reichen goldsäcken F. M. Klinger theater (1786) 1, 164; (sein) schwiegersohn reitet auf einem groszen goldsack, und er braucht diesem seinem rosz nur ins maul zu greifen, so hat er volle hände Holtei erz. schr. (1861) 3, 132; will ich mich mit einem goldsack trauen lassen? Kotzebue s. dram. w. (1827) 5, 142. sprichwörtlich: trägt der esel auch einen goldsack, er friszt doch disteln Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 215. —
 
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goldsafran, m., in älterer fachsprache eine explosive goldverbindung, vgl.: 'goldsaffran crocus auri oder solis, eine materia, welche mit einem hellen blitze und heftigen knalle in die luft flieget, wenn man sie über das feuer bringt und daher blitzgold, knallgold, platzgold, prasselgold, schlaggold, lat. aurum fulminans genannt wird' Krünitz encycl. 19 (1780) 364; Schwan nouv. dict. (1735) 1, 777; Campe 2, 422.
 
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goldsaft, m. 1) in der sprache der alchemie benennung des borax: wirdt genennet ... borax, chrysocomium goldsafft Martin Ruland lex. alchem. (1612) 93. 2) name der pflanze chelidonium majus L., sonst schöllkraut genannt, vgl. Holl pflanzenn. (1833) 332a; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 926. —
 
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goldsalbe, f. 1) 'unguentum aureum, eine bekannte salbe ..., die in denen apothecken zu finden' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1242. übertragen: und ist diese heilige goltsalb so kräfftig, das kein missethat ... geschicht, disz öle kan es reinigen Fischart binenkorb (1588) 127a. 2) bildlich für bestechungsgelder: damit ... jhre händ nicht zu spör unnd hart werden, muss man gar offt gold- und silbersalben brauchen Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 325; (Riep.:) wann ich aber wieder schläg krieg, wer macht mir meinen buckel nachher gut? (Odo.:) wir wollen dich schon mit der goldsalbe schmieren Ph. Hafner ges. schr. (1812) 2, 147. —

 

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