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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldregenpfeifer bis goldringlein (Bd. 8, Sp. 823 bis 826)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldregenpfeifer, m., name des vogels pluvialis apricarius L., der auch als charadrius pluvialis, auratus bezeichnet wird, vgl. Hellmayr u. Laubmann nomenclator d. vögel Bayerns (1916) 26; Brehm tierleben 6, 65 P.-L.; Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 473: wir ... waren eben zurückgekehrt von meinem ... moor, wo wir nach goldregenpfeifern ausgesehen hatten D. v. Liliencron s. w. (1896) 4, 35.
 
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goldreich, adj. , 'reich an gold'.
1) von ländern, gegenden, gebirgen mit goldhaltigem gestein:

[Bd. 8, Sp. 824]


poten wurden schier gesant
in das goltreiche land (Tarsis)
Hrinrich v. Neustadt Apollonius 13588 S.;

ausz dem folget die unmügligkeit, das alle menschen ein kranckheit haben mögen, als wenig alle geschlecht der erden goldtreich sein mögen Paracelsus chirurg. bücher u. schr. (1618) 260; warum die andere bäume nicht ebener massen, welche an gold- und silberreichen orten stehen, gleich jenen würcken J. Prätorius d. abent. glückstopf (1669) 119; Alexander von Macedonien kam einst in eine entlegene goldreiche provinz von Afrika Herder 26, 359 S.; die den Römern dieser zeit geläufige meinung, dasz Gallien eines der goldreichsten länder ... sei, wird freilich widerlegt Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 219.
2) von goldhaltigen erzen: wie auch die genge in warmen landen gemeinigklich goldreicher sein Mathesius Sarepta (1571) 55b; denn auch das aller invention reichste ... talent gleichet nur einer rohen gold- und silberreichen schlacken Heinichen generalbasz (1728) 23; vgl. M. Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 303b.
3) von goldführenden flüssen: Bachus heyszt in (Midas) inn dem flusz Pactalon sich baden; der flusz empfocht die krafft, so dasz er noch sidher gantz goldtreich blieben Wickram w. 8, 90 Bolte; Hannibal ... kam ... zuo streit bei dem goldreichen wasser Tagus genant Carbach Livius (1551) 106b;

dem bach, darin sich Charis tauchet,
dem auch Pactol nicht ist zu gleichen,
der ihm nicht kan das wasser reichen,
ob man ihn noch so goldreich schätzt
Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 2, 66;

der goldreiche Tagus flosz traurig von leichen und von asche geschwollen Cronegk schr. (1766) 2, 73.
4) von reichen, gold und schätze besitzenden menschen: wie er (Midas) nun stein- und goldreich ist, will er zu tische sitzen Mathesius ausgew. w. 4, 108 Loesche;

beliebt auch einer euch,
der etwas ist betaget,
doch keine schwachheit klaget,
gold-, geld- und güterreich? Venusgärtlein 59 ndr.;

des Odysseus gastfreundschaft mit ... dem könige der goldreichen und üppigen Fäaken J. H. Voss antisymb. (1824) 2, 236; goldreich werd ich nie, desto reicher an vertrauen und einflusz auf die gemüther Göthe IV 5, 326 W.; auch die Alemannen waren ein goldreiches volk, bis der Cäsar ihnen das land verwüstet hat G. Freytag ges. w. 8 (1887) 125.
5) reich an goldschmuck und schätzen, von städten und gebäuden: in Rom seynd 3000 kirchen, und ... die meiste so schön und goldreich, dasz sich die ... ausländer nicht genugsam können verwunderen Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 263; zu Mykenä war ... Agamemnons goldreiches haus K. O. Müller d. Dorier (1824) 1, 78.
6) übertragen und bildlich:

je mehr man seinem thun und wesen recht nachdencket,
jemehr ruhm findet man, und jemehr reichtumb schencket
die tieffin seines leibs und geists goldreichen grunds
Weckherlin ged. 2, 278 Fischer;

todschnitter reit't durchs ernteland ...
goldreiche frucht fällt seinem schnitt,
und fallen viel grünende halme mit Liller kr.-ztg., ausl. (1915) 2, 112.


 
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goldreichtum, m. 1) reichtum an goldvorkommen im boden oder in gewässern: hier (am Sambesi sei) ein gröszerer goldreichthum ... als sonst irgendwo auf der erde Ritter erdkde (1822) 1, 147; in den berichten ... über den goldreichtum Perus hdwb. d. staatswiss. 24, 751; so gebot ihm (dem Midas) der gott, sich im flusz Paktalos zu baden, wovon dieser den goldreichthum ... erhielt archäol. zeitung 2, 392 Gerhard; die sage von dem goldenen vliesze, das die Argonauten holten, mag von jenem goldreichthume des Phasis veranlaszt worden sein W. Kühn beitr. z. verständnis d. hl. gesch. 2 (1869) 5. vom gold als besitz: hat der eigenthümer von seinem ... goldreichthum mehr als das sehen? Hippel kreuz- und querzüge (1793) 1, 339;

[Bd. 8, Sp. 825]


der goldreichthum kann ... die quelle fortdauernden adels werden Haller restauration d. staatswiss. (1816) 3, 287.
 
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goldreif, m.
1) goldener stirnreif. als schmuck:

si bant die bluomen ûf
den goltreif mit dem silberdrâte Marienlegenden 21, 294 Pf.;

die frau reicht ihm einen reichen blumenkranz, auf einen goldreif geflochten, entgegen und trägt selbst einen rosenkranz auf dem haupte G. Keller ges. w. (1889) 6, 83. als krone:

wessen stirn kleinode zieren,
fürchtet, dasz man sie ihm raubt;
nicht den goldreif zu verlieren,
giebt er lieber gar sein haupt
Rückert ges. poet. w. (1867) 5, 174.


2) goldener fingerring:

und wie sie übern strand
dahinschwebt, blinkt vor ihr ein goldreif aus dem sand
Wieland s. w. 20 (1853) 264 (Oberon 10, 2);

er schob ihr an den finger
des goldreifs treuen schein
Erlach volksl. d. Deutschen (1834) 3, 555;

ihre noch schönen hände, die mit dem einzigen, einfachen goldreife der ehe geziert waren Stifter s. w. 4 (1911) 157.
3) anderer schmuckring: die hälfte eines breiten goldreifs, wie ihn die Gothenhelden um die nackten arme tragen Felix Dahn kampf um Rom (1901) 4, 46; ruhende helle hände, lang und schmal mit breiten goldreifen über den gelenken H. Hesse weg nach innen (1932) 62. bildlich: die milchstrasze zeigt sich uns als ... ein sternbesetzter goldreif Herder 23, 525 S.
 
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goldreif, m., barock für goldregen:

wer ist der jetzt ein schwan,
jetzt stier, jetzt goltreiff ward?
Opitz opera (1646) 1, 90;

(Jupiter) der ... endlich gar zum goldreif wurde S. v. Birken forts. d. Pegnitz-schäferey (1645) 91. —
 
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goldreif, adj., von reifen, goldgelben früchten:

vor schrecken warf ich euch die schüsseln
goldreifer früchte — an den kopf
Nietzsche w. (1895) 8, 357;

feurig war die sonne hinterm acker gesunken, die goldreifen ähren tief bestrahlend Clara Viebig d. schlafende heer (1904) 2, 300.
 
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goldrein, adj., 'rein, lauter wie gold'. von der christlichen kirche und lehre: wenn die römische kirche goltrein were vnd jrem vrsprunge auffs gleichförmigste nahe, so würdet yr sie doch schabernacken Georg Witzel v. d. christl. kirchen (1534) p 2a; unser gott erhalt sein kleines heufflein in demut und einfalt bey der gepeuteleten und goldreinen lehre Mathesius ausg. w. 3, 247 Lösche. vom charakter des menschen: sie stellen sich, als sein sie gar goldrein, als haben sie nie kein waszer getrübt J. T. Müller d. symb. bücher d. ev.-luth. kirche (1882) 230; oft ist ein weib zu ihr (der freundschaft) ... goldreiner, als eine reihe ... unreiner männerseelen Herder 15, 311 S.; sein eigenes, metallstarkes, goldreines männerherz Stifter s. w. 3 (1911) 120. als 'rein, lauter, klar' auch in andern anwendungen: seine sonate erinnere ich mich von ihm selbst gehört zu haben ... er spielte sie höchst fertig, ... und goldrein Robert Schumann ges. schr. (1854) 3, 185; bei goldreinem dunkelblauen himmel Fr. v. Gentz schr. 1, 186 Schl.
 
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goldreinette, f., name einer goldgelben apfelsorte: grosze goldreinette Metzger pflanzenkde (1841) 740; die goldreinetten mit ihrem samtenen glanz! Holtei erz. schr. (1861) 5, 31. vgl.goldrenette Fischer schwäb. 3, 742.
 
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goldring, m., schmuckring aus gold als stirnreif, fingerring, armreif u. ä.: taranâh legeta si ûfen iro houbet magedlichen goldring (diadema virginale), ter meist clanzta fone dero scôni Notker 1, 786, 6 P.; im mhd. nicht

[Bd. 8, Sp. 826]


belegbar, doch vgl. unten goldringlein: seine hände (sind) goldringe mit türkisen besezzt, sein leib glänzend elfenbein geschmückt mit sapphiren Göthe I 37, 307 W.; nach beyliegendem ringe wünscht unterzeichneter einen starken goldring zu besitzen ebda IV 25, 146;

und der könig nahm stolz Karin gar auf seine knie,
gab goldringe ihr und wälder und land
E. M. Arndt w. 6, 140 R.-M.;

übergabe von grundstücken geschah im mittelalter auch per annulum aureum; ... übergabe von burg und land durch einen goldring Jac. Grimm dtsche rechtsaltert.4 1, 246; einen zweitheiligen mit einer demantenen bärentatze gezierten goldring Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 468; ihm stand der athem still, als er jetzt seinen goldring aus der tasche zog Storm s. w. (1898) 7, 199; die rote hand, die feuer an die scheunen legte, die die goldringe von den fingern unserer toten zog Fontane ges. w. (1905) I 1, 37; sie war zart ..., mit ... rubinen und goldringen in den feinen ohrmuscheln M. Dauthendey Lingam (1923) 96. —
 
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goldringer, m., mundartlich für den goldringträger, den goldfinger; vgl. schweiz. id. 6, 1101; Frischbier pr. 1, 245. —
 
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goldringlein, n., dim. zu goldring, besonders in poetischer verwendung, vgl. schon:

wo sint die golt ringelin?
wo sint die guldin vingerlin?
Heinrich v. Neustadt visio Philiberti 91 S.;

was zog er ihr abe vom finger?
ein rothes goldringelein volkslied bei
Herder 25, 147 S.;

vgl. Göthe I 38, 241 W.; Mittler dtsche volkslieder (1865) 92; sie bezahlen ihn mit einem goldringlein, dem letzten, das sich noch gefunden hat Rosegger I. N. R. I. (1904) 268. —

 

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