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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldrandig bis goldreichtum (Bd. 8, Sp. 822 bis 824)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldrandig, adj.: auf einem goldrandigen papierblatt S. Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 334; die goldrandige tasse R. Schaukal Mimi Lynx (1904) 41.
 
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goldrauch, m., im sprachgebrauch des Paracelsus, vgl. s. v. rauch 10, teil 8, 241: dessgleichen die metallen jhr sonder wesen haben: etliche vom goldtrauch, etliche vom silberrauch, ... etliche vom kupfferrauch, etliche vom bleyrauch, ... aber diese räuch schaden den abtreibern und den schmiden, schlössern vnd was die metallen im fewr braucht opera (1616) 1, 478. vom sonnendunst: zusehen, wie ... die stadt sich massenweise aus dem nachtdufte hebt, theilweise anbrennt, theilweise in einem trüben goldrauche kämpft und wallt Stifter s. w. 1 (1904) 103. —
 
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goldraupe, f., dass. wie goldpuppe 2, schmetterlingspuppe: chrysalis ein goldraupe nomencl. lat.-germ. (Hamb. 1634) 162; chrysalis eine goldraupe Corvinus fons lat. (1646) 98. —
 
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goldrausch, m., gier nach gold: ehe uns der goldrausch packte und auseinander trieb (von den spanischen conquistadoren) R. Schneider Las Casas vor Karl V. (1949) 77. —
 
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goldraute, f., name für die pflanzen artemisia spicata Wülf. (vgl. Holl wb. dt. pflanzenn. [1833] 31b; Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 430) und solidago virga aurea L., auch goldrute, vgl. Holl 133a und unten goldrute.
 
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goldrechnung, f. 1) in älterer sprache das rechnen mit gold und silber in eingekleideten aufgaben: in sylber und goldrechnung sucht man viel vortheyl M. Stifel d. coss Rudolffs gebessert (1553) 31a. 2) die rechnung, die das gold als grundlage hat: zunächst wurde ... die goldrechnung ... nach dem gold in fixierten gulden ... eingeführt hdwb. d. staatswiss. 26, 33.

[Bd. 8, Sp. 823]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldregen, m.
1) regen aus gold, goldstücken, -münzen u. ä.: das (tor) ward aufgethan und wie das mädchen darunter stand, fiel ein gewaltiger goldregen, und alles gold blieb an ihm hängen br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 108; da liefen sie ... und holten eimer und krüge ... und tranken, da der goldregen (das zugeworfene gold) aufgehört, Gockels gesundheit am weinfasse Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 110; wüthend ... warf ich alle das gold ... zum fenster hinaus. die alte tanzte unten ... wie eine hexe zwischen dem goldregen herum Eichendorff s. w. (1864) 2, 318; eine leise luft rührte die wipfel der hohen bäume und sträute die letzten blätter wie einen goldregen über die fürstlichen gestalten ebda 3, 318. übertragen von ausgestreutem gelde überhaupt: also kriegte der moraliste ... das reale gold der reichen heraus und ware meister, den goldregen auf die armen fallen zu lassen discourse d. mahlern (1721) 2, 21; das bettelhafte volk aber (werde) unter dem goldregen der almosen sich leicht beschwichtigen Görres ges. schr. (1854) 6, 315. von verführungs- und bestechungsgeldern vielleicht in verbindung mit 2, wobei eine materialisierende vorstellung zugrunde liegt: Martha und ihre hausmutter werden durch den goldregen, für welchen kein dach stark genug ist, betriefet Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 8 (1648) 241; dort war ... einem ... preuszischen minister die freche verleumdung nachgesagt, er sei dem goldregen nicht unzugänglich gewesen Häusser dt. gesch. (1854) 2, 702.
2) in der sage die erscheinung Jupiters bei Danae (vgl. DWB golden A 1 d, sp. 734) als wiedergabe des χρυσὸς αὐτόρυτος bei Pindar bzw. χρυσόρυτος bei Sophokles, schon bei Wickram w. 7, 197 lit. ver., ferner S. v. Birken ostl. lorbeerhain (1657) 395, Hegel w. (1832) 10, 2, 35. von dort übertragen: wann Christus selbst käme, käme aber nicht in aureo imbre mit einem goldregen Dannhawer catech.-milch (1657) 5, 1345.
3) name für die pflanze cytisus laburnum L., auch geiszklee oder bohnenbaum genannt, vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 1310; Metzger pflanzenkde (1841) 880; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 122a: goldregen wurde er deshalb genannt, weil seine goldgelben traubenartigen blüthen, wenn sie im winde sich bewegen, von ferne einem goldregen gleichen Hoffmann v. Fallersleben in: Wagners archiv 1, 249; die gelben rispen des goldregens hingen über das gitter Fontane ges. w. (1905) I 7, 278;

dort die bank,
unter goldregen und blauen syringen,
ladet den wanderer
D. v. Liliencron s. w. (1896) 8, 72.


4) goldregen in der feuerwerkerkunst ein goldgelber feuerregen, pluie d'or Schrader dt.-frz. wb. (1781) 1, 562; vgl. J. G. Hoyer wb. d. artillerie (1804) 2, 199; Beil technol. wb. (1853) 1, 257; Karmarsch-Heeren techn. wb. 33, 464.
5) regen, der gold wert ist, vgl. M. Kramer t.-ital. 2 (1702) 299c: wir sind blosz ein wenig vertrocknet; ein warmer, durchdringender goldregen, und wir sind so frisch wie je Pückler briefw. u. tageb. (1873) 6, 373. —
 
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goldregenbusch, m., zu goldregen 3: im folgenden frühling machten wir einen hübschen, lieblichen ort daraus, wo die goldregenbüsche ihre duftenden trauben herabhängen lieszen Raabe chron. d. Sperlingsgasse (1894) 34; die kastanien sind abgeblüht, von den groszen hängenden goldregenbüschen tropft das letzte R. M. Rilke br. 1902 -06 (1929) 183. —
 
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goldregenpfeifer, m., name des vogels pluvialis apricarius L., der auch als charadrius pluvialis, auratus bezeichnet wird, vgl. Hellmayr u. Laubmann nomenclator d. vögel Bayerns (1916) 26; Brehm tierleben 6, 65 P.-L.; Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 473: wir ... waren eben zurückgekehrt von meinem ... moor, wo wir nach goldregenpfeifern ausgesehen hatten D. v. Liliencron s. w. (1896) 4, 35.
 
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goldreich, adj. , 'reich an gold'.
1) von ländern, gegenden, gebirgen mit goldhaltigem gestein:

[Bd. 8, Sp. 824]


poten wurden schier gesant
in das goltreiche land (Tarsis)
Hrinrich v. Neustadt Apollonius 13588 S.;

ausz dem folget die unmügligkeit, das alle menschen ein kranckheit haben mögen, als wenig alle geschlecht der erden goldtreich sein mögen Paracelsus chirurg. bücher u. schr. (1618) 260; warum die andere bäume nicht ebener massen, welche an gold- und silberreichen orten stehen, gleich jenen würcken J. Prätorius d. abent. glückstopf (1669) 119; Alexander von Macedonien kam einst in eine entlegene goldreiche provinz von Afrika Herder 26, 359 S.; die den Römern dieser zeit geläufige meinung, dasz Gallien eines der goldreichsten länder ... sei, wird freilich widerlegt Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 219.
2) von goldhaltigen erzen: wie auch die genge in warmen landen gemeinigklich goldreicher sein Mathesius Sarepta (1571) 55b; denn auch das aller invention reichste ... talent gleichet nur einer rohen gold- und silberreichen schlacken Heinichen generalbasz (1728) 23; vgl. M. Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 303b.
3) von goldführenden flüssen: Bachus heyszt in (Midas) inn dem flusz Pactalon sich baden; der flusz empfocht die krafft, so dasz er noch sidher gantz goldtreich blieben Wickram w. 8, 90 Bolte; Hannibal ... kam ... zuo streit bei dem goldreichen wasser Tagus genant Carbach Livius (1551) 106b;

dem bach, darin sich Charis tauchet,
dem auch Pactol nicht ist zu gleichen,
der ihm nicht kan das wasser reichen,
ob man ihn noch so goldreich schätzt
Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 2, 66;

der goldreiche Tagus flosz traurig von leichen und von asche geschwollen Cronegk schr. (1766) 2, 73.
4) von reichen, gold und schätze besitzenden menschen: wie er (Midas) nun stein- und goldreich ist, will er zu tische sitzen Mathesius ausgew. w. 4, 108 Loesche;

beliebt auch einer euch,
der etwas ist betaget,
doch keine schwachheit klaget,
gold-, geld- und güterreich? Venusgärtlein 59 ndr.;

des Odysseus gastfreundschaft mit ... dem könige der goldreichen und üppigen Fäaken J. H. Voss antisymb. (1824) 2, 236; goldreich werd ich nie, desto reicher an vertrauen und einflusz auf die gemüther Göthe IV 5, 326 W.; auch die Alemannen waren ein goldreiches volk, bis der Cäsar ihnen das land verwüstet hat G. Freytag ges. w. 8 (1887) 125.
5) reich an goldschmuck und schätzen, von städten und gebäuden: in Rom seynd 3000 kirchen, und ... die meiste so schön und goldreich, dasz sich die ... ausländer nicht genugsam können verwunderen Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 263; zu Mykenä war ... Agamemnons goldreiches haus K. O. Müller d. Dorier (1824) 1, 78.
6) übertragen und bildlich:

je mehr man seinem thun und wesen recht nachdencket,
jemehr ruhm findet man, und jemehr reichtumb schencket
die tieffin seines leibs und geists goldreichen grunds
Weckherlin ged. 2, 278 Fischer;

todschnitter reit't durchs ernteland ...
goldreiche frucht fällt seinem schnitt,
und fallen viel grünende halme mit Liller kr.-ztg., ausl. (1915) 2, 112.


 
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goldreichtum, m. 1) reichtum an goldvorkommen im boden oder in gewässern: hier (am Sambesi sei) ein gröszerer goldreichthum ... als sonst irgendwo auf der erde Ritter erdkde (1822) 1, 147; in den berichten ... über den goldreichtum Perus hdwb. d. staatswiss. 24, 751; so gebot ihm (dem Midas) der gott, sich im flusz Paktalos zu baden, wovon dieser den goldreichthum ... erhielt archäol. zeitung 2, 392 Gerhard; die sage von dem goldenen vliesze, das die Argonauten holten, mag von jenem goldreichthume des Phasis veranlaszt worden sein W. Kühn beitr. z. verständnis d. hl. gesch. 2 (1869) 5. vom gold als besitz: hat der eigenthümer von seinem ... goldreichthum mehr als das sehen? Hippel kreuz- und querzüge (1793) 1, 339;

[Bd. 8, Sp. 825]


der goldreichthum kann ... die quelle fortdauernden adels werden Haller restauration d. staatswiss. (1816) 3, 287.

 

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