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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldrabe bis goldregen (Bd. 8, Sp. 822 bis 823)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldrabe, m., corvus corax L., aus dem Hohenlohischen und der Wetterau bezeugt bei Popowitsch vers. (1780) 454, ist umgedeutet aus kolkrabe, vgl. Suolahti vogeln. (1909) 177. —
 
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goldrahm, -ram, m., was goldschlich (s. d.); vgl. s. v. rahm teil 8, sp. 62; singulär belegt: die reichen golt ram oder schlich ... können besser nicht dann vber das bley geschmeltzt werden Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 47a. —
 
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goldrahmen, m., rahmen aus gold oder aus anderem mit echter oder unechter farbe vergoldetem material: ein vorzügliches blumengemälde in dem reichsten goldrahmen an passender stelle geziemend dargebracht Göthe I 4, 81 W.; das bild ... war von einem breiten, ausgeflammten und durchbrochenen goldrahmen hohen alters umschlossen Stifter s. w. 3 (1911) 348; ein kleiner ovaler goldrahmen, in dem sich wahrscheinlich ein miniaturbild befunden hatte Fontane ges. w. (1905) I 1, 324.
 
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goldrand, m., goldfarbener schmuckstreifen als randverzierung; im mhd. ist sicher an einen metallstreifen aus echtem golde gedacht:

sein edel schilt ward verprant (vom feuer des drachen),
der porten und der goltrant
Heinrich v. Neustadt Apollonius 10196 S.;

bunte tassen mit goldrand Clara Viebig d. schlafende heer (1904) 1, 176. übertragen auf eine lichterscheinung: der goldrand des abends Jean Paul biogr. belust. (1796) 1, 27; sie (blickte auf) ... zu dem goldrande der wolken Anzengruber ges. w. (1890) 1, 3. —
 
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goldrandig, adj.: auf einem goldrandigen papierblatt S. Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 334; die goldrandige tasse R. Schaukal Mimi Lynx (1904) 41.
 
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goldrauch, m., im sprachgebrauch des Paracelsus, vgl. s. v. rauch 10, teil 8, 241: dessgleichen die metallen jhr sonder wesen haben: etliche vom goldtrauch, etliche vom silberrauch, ... etliche vom kupfferrauch, etliche vom bleyrauch, ... aber diese räuch schaden den abtreibern und den schmiden, schlössern vnd was die metallen im fewr braucht opera (1616) 1, 478. vom sonnendunst: zusehen, wie ... die stadt sich massenweise aus dem nachtdufte hebt, theilweise anbrennt, theilweise in einem trüben goldrauche kämpft und wallt Stifter s. w. 1 (1904) 103. —
 
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goldraupe, f., dass. wie goldpuppe 2, schmetterlingspuppe: chrysalis ein goldraupe nomencl. lat.-germ. (Hamb. 1634) 162; chrysalis eine goldraupe Corvinus fons lat. (1646) 98. —
 
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goldrausch, m., gier nach gold: ehe uns der goldrausch packte und auseinander trieb (von den spanischen conquistadoren) R. Schneider Las Casas vor Karl V. (1949) 77. —
 
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goldraute, f., name für die pflanzen artemisia spicata Wülf. (vgl. Holl wb. dt. pflanzenn. [1833] 31b; Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 430) und solidago virga aurea L., auch goldrute, vgl. Holl 133a und unten goldrute.
 
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goldrechnung, f. 1) in älterer sprache das rechnen mit gold und silber in eingekleideten aufgaben: in sylber und goldrechnung sucht man viel vortheyl M. Stifel d. coss Rudolffs gebessert (1553) 31a. 2) die rechnung, die das gold als grundlage hat: zunächst wurde ... die goldrechnung ... nach dem gold in fixierten gulden ... eingeführt hdwb. d. staatswiss. 26, 33.

[Bd. 8, Sp. 823]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldregen, m.
1) regen aus gold, goldstücken, -münzen u. ä.: das (tor) ward aufgethan und wie das mädchen darunter stand, fiel ein gewaltiger goldregen, und alles gold blieb an ihm hängen br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 108; da liefen sie ... und holten eimer und krüge ... und tranken, da der goldregen (das zugeworfene gold) aufgehört, Gockels gesundheit am weinfasse Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 110; wüthend ... warf ich alle das gold ... zum fenster hinaus. die alte tanzte unten ... wie eine hexe zwischen dem goldregen herum Eichendorff s. w. (1864) 2, 318; eine leise luft rührte die wipfel der hohen bäume und sträute die letzten blätter wie einen goldregen über die fürstlichen gestalten ebda 3, 318. übertragen von ausgestreutem gelde überhaupt: also kriegte der moraliste ... das reale gold der reichen heraus und ware meister, den goldregen auf die armen fallen zu lassen discourse d. mahlern (1721) 2, 21; das bettelhafte volk aber (werde) unter dem goldregen der almosen sich leicht beschwichtigen Görres ges. schr. (1854) 6, 315. von verführungs- und bestechungsgeldern vielleicht in verbindung mit 2, wobei eine materialisierende vorstellung zugrunde liegt: Martha und ihre hausmutter werden durch den goldregen, für welchen kein dach stark genug ist, betriefet Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 8 (1648) 241; dort war ... einem ... preuszischen minister die freche verleumdung nachgesagt, er sei dem goldregen nicht unzugänglich gewesen Häusser dt. gesch. (1854) 2, 702.
2) in der sage die erscheinung Jupiters bei Danae (vgl. DWB golden A 1 d, sp. 734) als wiedergabe des χρυσὸς αὐτόρυτος bei Pindar bzw. χρυσόρυτος bei Sophokles, schon bei Wickram w. 7, 197 lit. ver., ferner S. v. Birken ostl. lorbeerhain (1657) 395, Hegel w. (1832) 10, 2, 35. von dort übertragen: wann Christus selbst käme, käme aber nicht in aureo imbre mit einem goldregen Dannhawer catech.-milch (1657) 5, 1345.
3) name für die pflanze cytisus laburnum L., auch geiszklee oder bohnenbaum genannt, vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 1310; Metzger pflanzenkde (1841) 880; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 122a: goldregen wurde er deshalb genannt, weil seine goldgelben traubenartigen blüthen, wenn sie im winde sich bewegen, von ferne einem goldregen gleichen Hoffmann v. Fallersleben in: Wagners archiv 1, 249; die gelben rispen des goldregens hingen über das gitter Fontane ges. w. (1905) I 7, 278;

dort die bank,
unter goldregen und blauen syringen,
ladet den wanderer
D. v. Liliencron s. w. (1896) 8, 72.


4) goldregen in der feuerwerkerkunst ein goldgelber feuerregen, pluie d'or Schrader dt.-frz. wb. (1781) 1, 562; vgl. J. G. Hoyer wb. d. artillerie (1804) 2, 199; Beil technol. wb. (1853) 1, 257; Karmarsch-Heeren techn. wb. 33, 464.
5) regen, der gold wert ist, vgl. M. Kramer t.-ital. 2 (1702) 299c: wir sind blosz ein wenig vertrocknet; ein warmer, durchdringender goldregen, und wir sind so frisch wie je Pückler briefw. u. tageb. (1873) 6, 373. —

 

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