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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldpulver bis goldrahmen (Bd. 8, Sp. 820 bis 822)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldpulver, n. 1) gold in pulverform:

wie er (der alchymist) ein pfreim hett, der wer hohl,
zur seit mit wachs verschmieret wol,
daraus zur kleinen prob und rest
ein goldpulver ablieff ins test
Rollenhagen froschmeuseler (1595) O 6a;

[Bd. 8, Sp. 821]


die list besteht darin, dasz man ihm (dem adepten) unkenntlich gemachtes goldpulver giebt allg. dt. bibl. (1765) 52, 139; scheidegold, d. i. das bei dem affiniren des goldes resultirende ... goldpulver Karmarsch-Heeren techn. wb. 37, 579; muschelgold, ... feines, gewöhnlich in muscheln in den handel kommendes goldpulver (zum malen, schreiben u. ä.) Lueger lex. d. techn. 6, 455. 2) goldhaltiges medikament in pulverform: der jedoch ganz willig von ihren arzneyen ein gewisses goldpulver einnahm A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 5, 318; dasz goltpulver musz doch gutt sein, weillen i. l. hertzog E. A. so baldt wider woll worden (1710) Elisabeth Charlotte v. Orleans br. (1707-1715) 216 Holland; wie steht es aber mit denen medicinischen ... goldpulvern und dergleichen? Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 342; kräftig stärckende artzneymittel, wie ... das specificum solare, welches sonst das zellische goldpulver genennet wurde allg. haush.-lex. (1749) 2, 276; vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1241; Alemannia 10, 182; goldpulver pulver aus zinnober, zimmt, zucker und rauschgold, als volksheilmittel bei darmkrankheiten der kinder Unger-Khull steir. 298b.
 
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goldpunkt, m. 1) goldfarbener punkt: sie war schwarz gekleidet, gaze mit goldpunkten, die reine königin der nacht Fontane ges. w. (1920) II 4, 365; (ein schmetterling) ... mit vielen ... goldpunkten Oken naturgesch. 5 (1836) 1153. übertragen 'lichtpunkt': der einzige goldpunkt in dem meer von silber war die brennende lampe drüben in dem dachstübchen Stifter s. w. 1 (1904) 13; alle sterne (wurden) sichtbar — winzige, ohnmächtige goldpunkte, verloren durch die öde gestreut ebda 1, 22. name eines käfers mit goldenen punkten, vgl. Campe 2, 421; Schwan nouv. dict. (1733) 1, 777a; goldpunct buprestis chrysostigmata gleisz- oder stinkkäfer Schrader dt.-frz. wb. 1, 562. 2) währungstechnischer terminus, vgl.: 'goldpunkt heiszt im internationalen wechselverkehr derjenige stand des wechselkurses, von dem ab es bei weiterm steigen oder sinken vorteilhaft sein würde, verbindlichkeiten durch goldsendungen auszugleichen' Meyer konvers.-lex. 68, 103; der wechselkurs kann ... nicht über den sogenannten goldpunkt hinausgehen hdwb. d. staatswiss. 26, 20. —
 
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goldpuppe, f., schmetterlingspuppe, chrysalide: alle schmetterlinge bekommen die gestalt einer goldpuppe, nachdem sie die raupenhaut abgeworfen haben J. Fr. Titius betracht. üb. d. natur (1783) 2, 30; vgl. Oken allg. naturgesch. 5, 1058; Campe 2, 421. —
 
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goldpurpur, m., zinnverbindung des goldes, die eine rote färbung zeigt: metallisches zinn schlägt das gold nieder und gibt ... den goldpurpur des Cassius Zappe miner. hd.-lex. (1817) 3, 260; goldpurpur bildet ein braunes, purpurrotes oder schwarzes pulver ... man benutzt ihn zur herstellung von rubinglas und in der glas- und porzellanmalerei Meyer konvers.-lex. 68, 104; die farbkörper (zum glasieren von töpferwaren) sind: ... für purpur: goldpurpur Muspratt chemie (1888) 8, 947. —
 
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goldpurpurglas, n., mit goldpurpur rot gefärbtes glas: goldpurpurglas durch hitze getrübt reflectirte braun Göthe II 5, 2, 90 W.
 
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goldquarz, m., goldhaltiger quarz: wenn man auch desz goldtquärtzes eine grosze mennig hette, so möchte man der öfen mehr machen Ercker beschr. aller miner. ertzt (1580) 46b; und wird mir doch der goldquartzist nicht läugnen, dasz er andere tinctur müsze haben vor die Eva, weil sie nicht aus goldquartz, wie Adam, hervorgekommen J. D. Geyer müsz. raststunden (1735) 16, 23; goldquarz, farblos, durchsichtig mit kleinen körnern ... von gediegenem gold Lueger lex. d. techn. 6, 409. —
 
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goldquaste, f., quaste aus goldfarbenen fäden: ein mützchen, mit marder oder zobel eingefaszt und mit einer herabhangenden klappe und goldquaste versehen Chr. Fr. Schulz reise e. Livländers (1795) 5, 25; darüber (über dem altar) ein dächlein mit goldquasten Rosegger schr. III 4, 150.
 
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goldquelle, f., goldquell, m., fundort, herkunftsort von gold, vgl. goldquell vena aurifera Stieler stammb.

[Bd. 8, Sp. 822]


(1691) 1493: es gehet aber ihrer vielen wie jenem, der gesagt, es mangle auff seinem landgute nichts als eine gar kleine goldquelle J. Prätorius wündschelruthen (1667) 92; als ... die goldquellen der neuen welt schon sein waren Fr. Schlegel s. w. (1846) 11, 220; ungeheure goldquellen in Californien sind entdeckt Hebbel tageb. 3, 326 Werner. übertragen für eine ergiebige erwerbsquelle, quelle des reichtums: wiesen waren die goldquelle Bonstetten briefe über ein schweizer. hirtenland (1782) 47; vorzüglich sann er der belebung des handels nach, dieser goldquelle der ärmsten staaten Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 31, 184; so starb er (Gutenberg) selber in armut ..., der dem ... Fust und ... Schöffer die goldquellen der schwarzen kunst hinterliesz qu. a. d. j. 1925.
 
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goldrabe, m., corvus corax L., aus dem Hohenlohischen und der Wetterau bezeugt bei Popowitsch vers. (1780) 454, ist umgedeutet aus kolkrabe, vgl. Suolahti vogeln. (1909) 177. —
 
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goldrahm, -ram, m., was goldschlich (s. d.); vgl. s. v. rahm teil 8, sp. 62; singulär belegt: die reichen golt ram oder schlich ... können besser nicht dann vber das bley geschmeltzt werden Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 47a. —
 
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goldrahmen, m., rahmen aus gold oder aus anderem mit echter oder unechter farbe vergoldetem material: ein vorzügliches blumengemälde in dem reichsten goldrahmen an passender stelle geziemend dargebracht Göthe I 4, 81 W.; das bild ... war von einem breiten, ausgeflammten und durchbrochenen goldrahmen hohen alters umschlossen Stifter s. w. 3 (1911) 348; ein kleiner ovaler goldrahmen, in dem sich wahrscheinlich ein miniaturbild befunden hatte Fontane ges. w. (1905) I 1, 324.

 

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