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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldpfennig bis goldprobe (Bd. 8, Sp. 819 bis 820)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldpfennig, m., allgemein goldene münze; vgl. DWB pfennig 3, teil 7, sp. 1667 und goldener pfennig unter golden A 1 c, sp. 733. schon im mhd.:

'vumfzen goltpfennige'
sprach er 'sult ir disem geben' passional 48, 22 Köpke;

der kupferne pfennig ermüdete so wenig, goldpfennige auszubrüten, als die empfindsame dame, solche durchzubringen Musäus volksmärchen 3, 84 Hempel; wenn August einmal seine schenkhosen anziehen sollte, so siehe, dasz du einen goldpfennig für Rösen erwischest Göthe IV 23, 27 W.; wenn ... ein neuer Napoleon erschiene und uns wieder all unser blut und unsere goldpfennige genommen würden Görres ges. schr. (1854) 2, 215; aber als lohn sollst du drei goldpfennige haben Scheffel ges. w. (1907) 2, 113. —
 
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goldpflaster, n., vgl. DWB golden E 1: 'goldpflaster pflaster aus den in einen lappen gelegten excrementen des kranken, das auf geschwülste gelegt wird' Fischer schwäb. 6, 2055; ebenso Unger-Khull steir. 298b.
 
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goldplättchen, n., kleine plättchen von gold: auf der brustgegend des menschengerippes lagen viele goldplättchen Ritter erdkde (1822) 2, 649; kupferschmuck mit eingehämmerten silber- und goldplättchen Ratzel völkerkde (1885) 2, 587; vor einigen tagen soll ... ein einäugiger mensch in eine trödlerei getreten sein, um goldplättchen (von einem familienschmuck) zu verkaufen Rosegger schr. II 14, 119; trennen sich die goldplättchen mit vehemenz (am elektroskop), so ist ein zeichen, dasz die electricität ziemlich stark ist Göthe II 12, 206 W.
 
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goldplatte, f., platte aus gold: vorn herunter über die länge des rocks giengen ... geschlagene und mit künstlichen gelenken versehene goldplatten, welche ... reichlich mit diamanten versetzet waren Ziegler asiat. Banise (1689) 247; tempel des Apollo, mit goldplatten überdeckt Ritter erdkde (1822) 1, 920; ein ... grabhügel ..., in dessen grüften man ... bei der ausgrabung goldplatten an gewicht ein pfund schwer fand ebda 2, 740; goldplatten mit eingestempelten geflügelten löwen Mommsen röm. gesch. (1874) 1, 195; ein ... ringelchen, das ... nichts als eine goldplatte mit einem emaillierten vergiszmeinnicht zeigte Fontane ges. w. (1905) I 4, 90. —
 
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goldplätter, m., ältere berufsbezeichnung für den arbeiter, der golddrähte durch plätten in goldlahn verwandelt, s. auch DWB goldplattner und vgl. Schrader dtsch-frz. wb. (1781) 1, 562; Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 130b; Hübner zeitungslex. (1824) 2, 70b. —
 
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goldplattner, m., 'goldplätter' (s. d.): lahn ist das vom goldplattner zubereitete und subtil gezogene gold und silber, welches denen goldspinnerinnen aus denen manufacturen zum spinnen übergeben wird Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1118.
 
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goldpokal, m., pokal aus gold: den edlen wein aus goldpokalen (trinken) Herder 27, 74 S.;

birkenkelch, dich musz ich lassen,
goldpokal, dich musz ich fassen
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 2, 408;

trinke bald aus goldpokalen,
bald aus rotem mundrubine
Platen w. 1, 575 Redlich;

so saszen sie und grübelten aufs beste,
indesz umsonst die goldpocale lachten
zu ihres gütigen bewirthers qualen
Hebbel w. 6, 320 Werner;

[Bd. 8, Sp. 820]


fluch der wollust, wenn sie dich beschleicht,
und dir höhnisch schäumend gift und feuer
im bekränzten goldpokale reicht
Schurart s. ged. (1825) 2, 191;

(an Herwegh:)
schäum brausend auf, wir haben lang gedürstet,
du goldpokal, nach einem jungen wein.
da traf in dir ein guter jahrgang ein
Gottfried Keller ges. w. (1889) 9, 123.


 
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goldpoley, m., älter auch goldpol, goldpole, name für die pflanze asphodeline lutea, vgl. affodill gelber ... goldpoley, goldwurz Holl pflanzenn. (1833) 6, dazu Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 475; goldwurtz oder goldpole, heydnische blumen, junkerlilien, lat. lilium silvester, hemerocallis ... ist zwar bishero insgemein vor den asphodelum gebraucht worden, aber fälschlich Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1250, vgl. 1241.
 
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goldprägung, f., prägung goldener münzen: was die provinzen anlangt, so ward ... die goldprägung nirgends ... gestattet Mommsen röm. gesch. 2 (1874) 398. als goldfarbene einprägung auf leder: in türkisfarbenem leder mit einer zierlichen goldprägung am rand lagen die bücher ... darauf qu. a. d. j. 1937. —
 
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goldpreis, m., der preis des goldes im handel und geldverkehr, vgl. Greifzu hdb. d. dt. kaufmanns 491: steigerung des goldpreises Adam Müller verm. schr. (1812) 1, 291; daher erzeugt die ausbeutung auch des reichsten goldlagers nicht ... schwankungen im goldpreis Mommsen reden u. aufs. (1905) 248.
 
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goldprobe, f., 'die untersuchungsmethoden zur ermittelung des goldgehaltes von erzen' Lueger lex. d. techn. 4, 732: wo auch denselben (hüttenschreibern) probiren neue ertz oder art zuversuchen zukömpt, da sollen sie aufs fleiszigste probieren, und wo sichs mit silber beweiset, da sollen sie dem hauptman, oberbergmeister, ... ansagen, und von einer goldproben einen halben gülden, von einer silberproben nicht über einen halben groschen, von einer steinproben ein grossen ... nehmen (v. j. 1573) chursächs. bergordn. (1673) art. 15. ebenso die untersuchung von metallegierungen auf ihren goldgehalt, von gold auf seinen feingehalt: wie man das scheidwasser probiren sol, wie viel in der goldprob abzurechnen sey, oder wie viel das scheidwasser in der goldprob zurück lest Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 58a; und solle die goldprobe mit dem strich geschehen, ob die uf 18 karat gericht sy oder nit (v. j. 1593) bei Fischer schwäb. 6, 2055; goldprobe experimentum auri Stieler stammb. (1691) 1483; goldprobe, wenn man dieselbe im feuer gehöriger massen mit den zusetzen tractiret hat, so findet man dieselbe auf dem test Minerophilus bergwerckslex. (1730) 304; combinirte trockene und nasse goldprobe Karmarsch-Heeren techn. wb.3 7, 68. sprichwörtlich: goldprobe in glut, freundesprobe in noth Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 255. bildlich: beharret nur in der beständigen goldprobe wahrer treue J. Riemer d. polit. hasenkopff (1689) 229; so stehe demnach diese harte goldprobe willig und gern aus, weil sie einen so herrlichen nutzen nach sich ziehet J. Quirsfeld geistl. myrrhengarten (1717) 188; ich glaube, es wäre die gold- und tiegelprobe eines moralisch in sich abgerundeten gelehrten, wenn man ihm ein schlechtes, berühmtes buch zu rezensiren auftrüge Jean Paul w. 11/14, 261 Hempel.

 

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