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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldorange bis goldplättchen (Bd. 8, Sp. 817 bis 819)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldorange, f. 1) apfelsine, orange:

kennst du das land, wo die citronen blühn,
im dunkeln laub die goldorangen glühn?
Göthe I 1, 164 W.;

[Bd. 8, Sp. 818]


seit Göthe in poetischer sprache sehr beliebt, vor allem zur kennzeichnung des südens, Italiens: die würzigen zitronendüfte und goldorangen, aus dunklem laube funkelnd Fouqué altsächs. bilders. (1818) 4, 40;

hier will ich mich im bad erfrischen, ...
von duftenden zitronenbüschen
und goldorangen zugedeckt
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 1, 371;

was sind die goldorangen, die auen, lüfte, gegen die blauen augen eines deutschen mädchens W. Alexis Isegrim (1854) 3, 24;

reife goldorangen fallen sahn wir heute, myrte blühte
C. F. Meyer ged. (1900) 205;

die jungen kriegsmänner (jüng. romantische schule), die das land der eichen priesen, verspotteten mit dem lande, wo die goldorangen glühen, auch seinen sänger Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 5, 616. 2) eine farbbezeichnung: messing zeigt ... verschiedene goldfarbige töne, goldorange, goldocker Muspratt chemie (1888) 4, 1955; der engelkranz blüht in blau, hellem türkis, ... goldorange und dunkelmoosgrün O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 46.
 
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goldorfe, f., name für eine abart des fisches orfe, kühling, aland, idus melanotus, vgl. M. v. d. Borne fischzucht (1886) 131; 173; goldorfe idus miniatus, cyprinus orfus bei Brehm tierleben 8, 262 P.-L.; ich meine die unter dem namen orfe oder goldorfe bekannte orangengelbe varietät des idus melanotus Siebold süszwasserfische (1863) 18; eine abart des aland, die bunte goldorfe (idus miniatus), damals im Bodensee häufig Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 393.
 
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goldpapier, n., goldfarbenes oder mit goldfarbenem muster bedrucktes papier, ursprünglich unter verwendung von echtem blattgold hergestellt: (spiegelfutteral) ein höltzernes oder mit frantzösischen leder, auch goldpapier überzogenes fach Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1880; das geschriebene werk, in goldpapier eingebunden literaturbr. (1759) 9, 95 Nicolai; man nahm sogar ein bündel französischer vokabeln ..., weil sie in goldpapier genäht waren. in zahlung Hippel lebensläufe (1778) 1, 135;

die mütze muszte den bischof zieren,
von goldpapier mit vielen thieren
Göthe I 2, 211 W.;

die kron ist immer eine hohe zier,
sie schmückt, und sei sie auch von goldpapier
Rückert ges. poet. w. (1867) 10, 129;

das leben ist eine in siebenfaches goldpapier eingewickelte bittermandel Hebbel tageb. 1, 273 Werner; in einem kurzen gazekleid, das mit sternchen von goldpapier besetzt war Fontane ges. w. (1905) I 1, 86. —
 
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goldpapieren, adj., aus goldpapier: in goldpapierner tracht J. Fr. Löwen schr. (1765) 3, 12; ich erhielt einen goldpapiernen heiligen zum geschenk Hebbel w. 8, 98 Werner; eine goldpapierne zackenkrone auf dem kopf Carossa d. arzt Gion (1931) 82. übertragen und bildlich: unsre empfindsamen dichterlinge mit ihren goldpapiernen Amors und grazien Göthe I 37, 236 W.; in unserer goldpapiernen zeit ist es weit leichter, gedichte zu machen als es bleiben zu lassen Hebbel w. 10, 384 Werner.
 
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goldparmäne, f., name einer apfelsorte, auch goldreinette genannt: englische goldparmäne Metzger pflanzenkde (1841) 737; zwei goldparmänen ohne schalen und kerne Kurt Kluge Kortüm (1938) 423; vgl. Fischer schwäb. 3, 742; 6, 2055; goldparmenter goldreinette Unger-Khull steir. 298. —
 
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goldpatscher, m., auch goldplatscher, 'ein künstler, welcher die goldbleche zu so dünnen blättchen schlägt, dasz sie der hauch wegführen kann' Campe 2, 422; goldleder zu bereiten ... die kunst, welche insonderheit die so genannten goldpatscher treiben Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1233; goldpatscher verächtliche benennung des goldschlägers Schrader dt.-frz. wb. (1781) 1, 562. —
 
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goldperle, f., perle aus gold oder goldfarbenem metall: auch fand ich dort ... den schönen Kastorhut ... mit einem blitzenden band von stahl- und goldperlen Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844)

[Bd. 8, Sp. 819]


294; 'goldperlen kleine runde ... messingperlen, die zu weiblichen handarbeiten verwendet werden' Lueger lex. d. techn. 4, 730. übertragen:

goldperlen ...
trübe regentropfen fielen drauszen in dein lockenhaar,
schüttle sie mir in die hände, perlen sind es goldenklar
W. Müller ged. 302 Hatfield;

fiel der mond auf die strahlen und die bassins ... so glaubte man büschel von gold- und silberperlen zu sehen Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 8, 17. —
 
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goldpfeil, m., der goldene pfeil aus dem köcher Amors, vgl. DWB golden C 2, sp. 743: ich bemitleidete die armen, welche Amor mit seinem goldpfeil zu ritzen verschmäht hatte Gaudy s. w. (1844) 18, 57.
 
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goldpfennig, m., allgemein goldene münze; vgl. DWB pfennig 3, teil 7, sp. 1667 und goldener pfennig unter golden A 1 c, sp. 733. schon im mhd.:

'vumfzen goltpfennige'
sprach er 'sult ir disem geben' passional 48, 22 Köpke;

der kupferne pfennig ermüdete so wenig, goldpfennige auszubrüten, als die empfindsame dame, solche durchzubringen Musäus volksmärchen 3, 84 Hempel; wenn August einmal seine schenkhosen anziehen sollte, so siehe, dasz du einen goldpfennig für Rösen erwischest Göthe IV 23, 27 W.; wenn ... ein neuer Napoleon erschiene und uns wieder all unser blut und unsere goldpfennige genommen würden Görres ges. schr. (1854) 2, 215; aber als lohn sollst du drei goldpfennige haben Scheffel ges. w. (1907) 2, 113. —
 
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goldpflaster, n., vgl. DWB golden E 1: 'goldpflaster pflaster aus den in einen lappen gelegten excrementen des kranken, das auf geschwülste gelegt wird' Fischer schwäb. 6, 2055; ebenso Unger-Khull steir. 298b.
 
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goldplättchen, n., kleine plättchen von gold: auf der brustgegend des menschengerippes lagen viele goldplättchen Ritter erdkde (1822) 2, 649; kupferschmuck mit eingehämmerten silber- und goldplättchen Ratzel völkerkde (1885) 2, 587; vor einigen tagen soll ... ein einäugiger mensch in eine trödlerei getreten sein, um goldplättchen (von einem familienschmuck) zu verkaufen Rosegger schr. II 14, 119; trennen sich die goldplättchen mit vehemenz (am elektroskop), so ist ein zeichen, dasz die electricität ziemlich stark ist Göthe II 12, 206 W.

 

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