Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
göldner bis goldpapieren (Bd. 8, Sp. 817 bis 818)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) göldner, m. 1) goldwäscher in der Schweiz, gewöhnlich gölder (s. d.), vgl. Jacobsson techn. wb. 2, 127b. 2) vergolder, goldarbeiter (vgl. golder, goldener) Unger-Khull steir. 299. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldnerfling, m., name für den fisch goldorfe, idus melanotus; cyprinus orfus L., vgl. Brehm tierleben 8, 262 P.-L.; goldnörfling Höfer Österr. 1, 308. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldnessel, f., name für die pflanze galeopsis galeobdolon L., vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Schkuhr bot. handb. (1791) 2, 150; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 132b. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldnetz, n., netz aus goldfäden: ihre (der elefanten) stoszzähne waren mit goldringen armirt und der kopf mit einem goldnetze bedeckt Ritter erdkde (1822) 4, 1104; das kastanienbraune haar, das sie ... in der regel leicht aufgenommen in einem goldnetz trug Fontane ges. w. (1905) I 1, 228. gern übertragen, vor allem auf die sonnenstrahlen:

die abendstrahlen breiten
das goldnetz übern wald
A. v. Arnim s. w. 17 (1846) 267;

das meer, das unter einem feinen biegsamen goldnetz von sonnenstrahlen lustig schauderte und sich bäumte Ricarda Huch d. grosze krieg (1920) 2, 222;

wie bist du schön! ein goldnetz spinnt dich ein,
ich geh verklärt durch einen märchenhain
Fr. Lienhard ged. (1906) 58.

gesuchter: das lustige gefühl ..., welches in jenen schönen gegenden ein goldnetz um den jungen ritter ... spann Fouqué zauberring (1812) 1, 50. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldnützig, adj., 'goldbringend', 'auf goldgewinn ausgehend': und dermasz in die sachen greifen, das sollich leichtfertig goltnutzig furnehmen von iren und andern geistlichen gerichtsheldern ires bistumbs abgestelt (werden) (1524) akten u. br. z. kirchenpol. Georgs v. Sachsen 1, 651.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldocker, m., eine hochgelbe ockerart, aus der die gleichnamige malerfarbe gewonnen wird: der gelbe ocker, goldocker, gelberde, gelbe hausfarbe, chinesergelb, lemnische erde ... genannt, findet sich in lagern oder nestern im flötzgebirge bei Goslar Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 381. die farbe: wenn dieser anstrich trocken ist, überfahre man ihn ... an den stellen, die den meisten goldglanz zeigen sollen, mit ... goldocker Mothes baulex. (1881) 2, 483; der emailhafte farbenglanz von weisz, weiszblau, türkisblau, krappkarmin, goldocker und dunklem moosgrün erhöht die feierliche wirkung der tafel O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 27. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldöl, n., ein als heilmittel verwandtes golddestillat: goldöl aurum potabile Toxites (1574) 2, 402; wiwol die alchimisten ausgeben, das goldöl mach sprachlose reden, das mag vileicht von der lugensprach gemaint sein, die der tropf mus treffen Fischart podagr. trostbüchl. 99 Hauffen; eilt, bringt ... goldöl! Lohenstein Cleopatra (1680) 75; vgl. DWB goldöl öl mit goldschlägehäutchen vermengt, als heilmittel verwendet Unger-Khull steir. 299b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldorange, f. 1) apfelsine, orange:

kennst du das land, wo die citronen blühn,
im dunkeln laub die goldorangen glühn?
Göthe I 1, 164 W.;

[Bd. 8, Sp. 818]


seit Göthe in poetischer sprache sehr beliebt, vor allem zur kennzeichnung des südens, Italiens: die würzigen zitronendüfte und goldorangen, aus dunklem laube funkelnd Fouqué altsächs. bilders. (1818) 4, 40;

hier will ich mich im bad erfrischen, ...
von duftenden zitronenbüschen
und goldorangen zugedeckt
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 1, 371;

was sind die goldorangen, die auen, lüfte, gegen die blauen augen eines deutschen mädchens W. Alexis Isegrim (1854) 3, 24;

reife goldorangen fallen sahn wir heute, myrte blühte
C. F. Meyer ged. (1900) 205;

die jungen kriegsmänner (jüng. romantische schule), die das land der eichen priesen, verspotteten mit dem lande, wo die goldorangen glühen, auch seinen sänger Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 5, 616. 2) eine farbbezeichnung: messing zeigt ... verschiedene goldfarbige töne, goldorange, goldocker Muspratt chemie (1888) 4, 1955; der engelkranz blüht in blau, hellem türkis, ... goldorange und dunkelmoosgrün O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 46.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldorfe, f., name für eine abart des fisches orfe, kühling, aland, idus melanotus, vgl. M. v. d. Borne fischzucht (1886) 131; 173; goldorfe idus miniatus, cyprinus orfus bei Brehm tierleben 8, 262 P.-L.; ich meine die unter dem namen orfe oder goldorfe bekannte orangengelbe varietät des idus melanotus Siebold süszwasserfische (1863) 18; eine abart des aland, die bunte goldorfe (idus miniatus), damals im Bodensee häufig Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 393.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldpapier, n., goldfarbenes oder mit goldfarbenem muster bedrucktes papier, ursprünglich unter verwendung von echtem blattgold hergestellt: (spiegelfutteral) ein höltzernes oder mit frantzösischen leder, auch goldpapier überzogenes fach Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1880; das geschriebene werk, in goldpapier eingebunden literaturbr. (1759) 9, 95 Nicolai; man nahm sogar ein bündel französischer vokabeln ..., weil sie in goldpapier genäht waren. in zahlung Hippel lebensläufe (1778) 1, 135;

die mütze muszte den bischof zieren,
von goldpapier mit vielen thieren
Göthe I 2, 211 W.;

die kron ist immer eine hohe zier,
sie schmückt, und sei sie auch von goldpapier
Rückert ges. poet. w. (1867) 10, 129;

das leben ist eine in siebenfaches goldpapier eingewickelte bittermandel Hebbel tageb. 1, 273 Werner; in einem kurzen gazekleid, das mit sternchen von goldpapier besetzt war Fontane ges. w. (1905) I 1, 86. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldpapieren, adj., aus goldpapier: in goldpapierner tracht J. Fr. Löwen schr. (1765) 3, 12; ich erhielt einen goldpapiernen heiligen zum geschenk Hebbel w. 8, 98 Werner; eine goldpapierne zackenkrone auf dem kopf Carossa d. arzt Gion (1931) 82. übertragen und bildlich: unsre empfindsamen dichterlinge mit ihren goldpapiernen Amors und grazien Göthe I 37, 236 W.; in unserer goldpapiernen zeit ist es weit leichter, gedichte zu machen als es bleiben zu lassen Hebbel w. 10, 384 Werner.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: