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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldmünzung bis goldorange (Bd. 8, Sp. 816 bis 817)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldmünzung, f.: auch die englische goldmünzung ist aus der belgischen abgeleitet Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 215 fusznote.
 
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goldmuschel, f., muschel mit goldener malerfarbe, vgl. gold-, silber- etc. -muschel cappette à oro ò argento macinato Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 83a; im sinne von muschelgold, s. unten goldpulver: allerley farben, als goldmuscheln,

[Bd. 8, Sp. 817]


weiszer und rother bollum, zinober Abraham a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 371.
 
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goldnadel, f. 1) probiernadel, streichnadel aus goldlegierung, um den goldgehalt einer metallmischung zu erproben: wir wellen auch, das goltnadel, stain, wag und gelöt in dem perchgericht nieman haben sol, denn wem es der wechsler erlaubt (v. j. 1346) österr. weist. 1, 201; das gold aber, das silber hat, ... sol erstmal auff dem goldstein gestrichen sein, darnach sol auch ein gold- oder silbernadel dem gleich darauff gestrichen werden, mit welcher gestalt man ausz den gestrichenen linien erfart, wieviel silber im golde seye Ph. Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 202. 2) nadel aus gold: dann zeichnete sie mit einer goldnadel folgende worte auf das rosenpergament Fouqué d. zauberring (1812) 2, 144; die kostbare goldnadel mit der Venusgemme im knopf Felix Dahn ein kampf um Rom (1901) 1, 342.
 
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göldner, m. 1) goldwäscher in der Schweiz, gewöhnlich gölder (s. d.), vgl. Jacobsson techn. wb. 2, 127b. 2) vergolder, goldarbeiter (vgl. golder, goldener) Unger-Khull steir. 299. —
 
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goldnerfling, m., name für den fisch goldorfe, idus melanotus; cyprinus orfus L., vgl. Brehm tierleben 8, 262 P.-L.; goldnörfling Höfer Österr. 1, 308. —
 
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goldnessel, f., name für die pflanze galeopsis galeobdolon L., vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Schkuhr bot. handb. (1791) 2, 150; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 132b. —
 
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goldnetz, n., netz aus goldfäden: ihre (der elefanten) stoszzähne waren mit goldringen armirt und der kopf mit einem goldnetze bedeckt Ritter erdkde (1822) 4, 1104; das kastanienbraune haar, das sie ... in der regel leicht aufgenommen in einem goldnetz trug Fontane ges. w. (1905) I 1, 228. gern übertragen, vor allem auf die sonnenstrahlen:

die abendstrahlen breiten
das goldnetz übern wald
A. v. Arnim s. w. 17 (1846) 267;

das meer, das unter einem feinen biegsamen goldnetz von sonnenstrahlen lustig schauderte und sich bäumte Ricarda Huch d. grosze krieg (1920) 2, 222;

wie bist du schön! ein goldnetz spinnt dich ein,
ich geh verklärt durch einen märchenhain
Fr. Lienhard ged. (1906) 58.

gesuchter: das lustige gefühl ..., welches in jenen schönen gegenden ein goldnetz um den jungen ritter ... spann Fouqué zauberring (1812) 1, 50. —
 
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goldnützig, adj., 'goldbringend', 'auf goldgewinn ausgehend': und dermasz in die sachen greifen, das sollich leichtfertig goltnutzig furnehmen von iren und andern geistlichen gerichtsheldern ires bistumbs abgestelt (werden) (1524) akten u. br. z. kirchenpol. Georgs v. Sachsen 1, 651.
 
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goldocker, m., eine hochgelbe ockerart, aus der die gleichnamige malerfarbe gewonnen wird: der gelbe ocker, goldocker, gelberde, gelbe hausfarbe, chinesergelb, lemnische erde ... genannt, findet sich in lagern oder nestern im flötzgebirge bei Goslar Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 381. die farbe: wenn dieser anstrich trocken ist, überfahre man ihn ... an den stellen, die den meisten goldglanz zeigen sollen, mit ... goldocker Mothes baulex. (1881) 2, 483; der emailhafte farbenglanz von weisz, weiszblau, türkisblau, krappkarmin, goldocker und dunklem moosgrün erhöht die feierliche wirkung der tafel O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 27. —
 
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goldöl, n., ein als heilmittel verwandtes golddestillat: goldöl aurum potabile Toxites (1574) 2, 402; wiwol die alchimisten ausgeben, das goldöl mach sprachlose reden, das mag vileicht von der lugensprach gemaint sein, die der tropf mus treffen Fischart podagr. trostbüchl. 99 Hauffen; eilt, bringt ... goldöl! Lohenstein Cleopatra (1680) 75; vgl. DWB goldöl öl mit goldschlägehäutchen vermengt, als heilmittel verwendet Unger-Khull steir. 299b.
 
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goldorange, f. 1) apfelsine, orange:

kennst du das land, wo die citronen blühn,
im dunkeln laub die goldorangen glühn?
Göthe I 1, 164 W.;

[Bd. 8, Sp. 818]


seit Göthe in poetischer sprache sehr beliebt, vor allem zur kennzeichnung des südens, Italiens: die würzigen zitronendüfte und goldorangen, aus dunklem laube funkelnd Fouqué altsächs. bilders. (1818) 4, 40;

hier will ich mich im bad erfrischen, ...
von duftenden zitronenbüschen
und goldorangen zugedeckt
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 1, 371;

was sind die goldorangen, die auen, lüfte, gegen die blauen augen eines deutschen mädchens W. Alexis Isegrim (1854) 3, 24;

reife goldorangen fallen sahn wir heute, myrte blühte
C. F. Meyer ged. (1900) 205;

die jungen kriegsmänner (jüng. romantische schule), die das land der eichen priesen, verspotteten mit dem lande, wo die goldorangen glühen, auch seinen sänger Gervinus gesch. d. dt. dichtung (1853) 5, 616. 2) eine farbbezeichnung: messing zeigt ... verschiedene goldfarbige töne, goldorange, goldocker Muspratt chemie (1888) 4, 1955; der engelkranz blüht in blau, hellem türkis, ... goldorange und dunkelmoosgrün O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 46.

 

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