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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldmund bis goldocker (Bd. 8, Sp. 816 bis 817)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldmund, m. 1) als menschlicher beiname, von der benennung des Johannes Chrysostomos ausgehend; vgl. auch DWB golden II D 1 d: crisostomus guldemunde Diefenbach gl. 158b; guldeinmundt chrisostomos voc. theut. (Nürnberg 1482) n 2b; wären bey uns die zunamen so gebräuchlich wie bey den Griechen, so würde La Bruyère goldmund heiszen L. A. Gottsched br. (1771) 1, 191 Runkel; schöner, melodischer, reichhaltiger ausdruck! wer dich aufgebracht hat, verdient goldmund zu heiszen Klopstock gramm. gespräche (1794) 51;

mein Görres! goldmund, dem die feuerstrahlen
prophetscher warnung von den lippen flammen
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 7, 283;

in dieser homilie läszt sich nun der heilige redner mit dem goldmund (Chrysostomus) so vernehmen C. A. Böttiger kl. schr. (1837) 3, 347. 2) name einer schnecke mit goldfarbigem mund, turbo chrysostomus, vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Oken allgem. naturgesch. 5, 443.
 
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goldmünze, f., münze aus gold: (ein verdienter bürger) den koenynck Maximilianus ... geadelt hait ime geuende eynen adeler boeuen sijn helmtzeichen so dat he yetzont in deser stat eigen golt- ind siluermuntze sleyt off hauende eynen adeler mit off gereckten floegelen Arnold v. Harff pilgerfahrt 10 Groote; der ducaten, kronen und anderer frembder nation goldmüntzen halb ist geordnet ... reichsmünzordnung v. j. 1524 § 49 bei Hirsch teutschen reichs münzarchiv (1756) 1, 246; goldmuntze ist kleyne, aber sie gilt vil Joh. Agricola 750 teutscher sprichw. (1534) k 3a; die beste ungarische ducaten werden räbler genennt, weil auff solcher goldmüntz ein raab gepräckt ist Abraham a s. Clara Judas 2 (1689) 100; man hätte ... den preis einer akademischen goldmünze auswerfen können, und er wäre ungewonnen geblieben Matthisson erinnerungen (21810) 1, 257. im bild und vergleich: sie (die weisen) hatten perlen aus dem grunde des meers geholt; sie hatten aus einer rohen masse geläuterte goldmünzen gepräget; an echter, vollwichtiger goldmünze des geistes bin ich auch in der that kein Krösus, wiewohl ich an gemeinem klappergelde nicht eben ein bettler bin Bürger br. 4, 28 Strodtmann; vielleicht konnte, vielleicht wollte die natur die edlen prädicate: geistesgrösze und majestät, nicht ohne versetzung mit einer niederen eigenschaft ausstempeln, und der gröszte könig muszte vielleicht ein wenig lecker sein, so wie seine goldmünze kupfer enthält J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 181. —
 
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goldmünzung, f.: auch die englische goldmünzung ist aus der belgischen abgeleitet Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 215 fusznote.
 
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goldmuschel, f., muschel mit goldener malerfarbe, vgl. gold-, silber- etc. -muschel cappette à oro ò argento macinato Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 83a; im sinne von muschelgold, s. unten goldpulver: allerley farben, als goldmuscheln,

[Bd. 8, Sp. 817]


weiszer und rother bollum, zinober Abraham a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 371.
 
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goldnadel, f. 1) probiernadel, streichnadel aus goldlegierung, um den goldgehalt einer metallmischung zu erproben: wir wellen auch, das goltnadel, stain, wag und gelöt in dem perchgericht nieman haben sol, denn wem es der wechsler erlaubt (v. j. 1346) österr. weist. 1, 201; das gold aber, das silber hat, ... sol erstmal auff dem goldstein gestrichen sein, darnach sol auch ein gold- oder silbernadel dem gleich darauff gestrichen werden, mit welcher gestalt man ausz den gestrichenen linien erfart, wieviel silber im golde seye Ph. Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 202. 2) nadel aus gold: dann zeichnete sie mit einer goldnadel folgende worte auf das rosenpergament Fouqué d. zauberring (1812) 2, 144; die kostbare goldnadel mit der Venusgemme im knopf Felix Dahn ein kampf um Rom (1901) 1, 342.
 
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göldner, m. 1) goldwäscher in der Schweiz, gewöhnlich gölder (s. d.), vgl. Jacobsson techn. wb. 2, 127b. 2) vergolder, goldarbeiter (vgl. golder, goldener) Unger-Khull steir. 299. —
 
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goldnerfling, m., name für den fisch goldorfe, idus melanotus; cyprinus orfus L., vgl. Brehm tierleben 8, 262 P.-L.; goldnörfling Höfer Österr. 1, 308. —
 
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goldnessel, f., name für die pflanze galeopsis galeobdolon L., vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Schkuhr bot. handb. (1791) 2, 150; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 132b. —
 
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goldnetz, n., netz aus goldfäden: ihre (der elefanten) stoszzähne waren mit goldringen armirt und der kopf mit einem goldnetze bedeckt Ritter erdkde (1822) 4, 1104; das kastanienbraune haar, das sie ... in der regel leicht aufgenommen in einem goldnetz trug Fontane ges. w. (1905) I 1, 228. gern übertragen, vor allem auf die sonnenstrahlen:

die abendstrahlen breiten
das goldnetz übern wald
A. v. Arnim s. w. 17 (1846) 267;

das meer, das unter einem feinen biegsamen goldnetz von sonnenstrahlen lustig schauderte und sich bäumte Ricarda Huch d. grosze krieg (1920) 2, 222;

wie bist du schön! ein goldnetz spinnt dich ein,
ich geh verklärt durch einen märchenhain
Fr. Lienhard ged. (1906) 58.

gesuchter: das lustige gefühl ..., welches in jenen schönen gegenden ein goldnetz um den jungen ritter ... spann Fouqué zauberring (1812) 1, 50. —
 
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goldnützig, adj., 'goldbringend', 'auf goldgewinn ausgehend': und dermasz in die sachen greifen, das sollich leichtfertig goltnutzig furnehmen von iren und andern geistlichen gerichtsheldern ires bistumbs abgestelt (werden) (1524) akten u. br. z. kirchenpol. Georgs v. Sachsen 1, 651.
 
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goldocker, m., eine hochgelbe ockerart, aus der die gleichnamige malerfarbe gewonnen wird: der gelbe ocker, goldocker, gelberde, gelbe hausfarbe, chinesergelb, lemnische erde ... genannt, findet sich in lagern oder nestern im flötzgebirge bei Goslar Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 381. die farbe: wenn dieser anstrich trocken ist, überfahre man ihn ... an den stellen, die den meisten goldglanz zeigen sollen, mit ... goldocker Mothes baulex. (1881) 2, 483; der emailhafte farbenglanz von weisz, weiszblau, türkisblau, krappkarmin, goldocker und dunklem moosgrün erhöht die feierliche wirkung der tafel O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 27. —

 

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