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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldmergel bis goldmünze (Bd. 8, Sp. 815 bis 816)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldmergel, m., 'derjenige mergel, welcher goldfarbige glimmerblättchen eingemengt hat' Zappe miner. hd.-lex. (1817) 1, 396: fulva crustacea Radebergensis quae reperitur in terra arenosa aurum in se continens geler, schirblichter goldmergel Joh. Kentmann nomencl. rer. foss. (1565) 5b Gesner; vgl. DWB mergel teil 6, sp. 2091. —
 
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goldmerle, f., name für den vogel pirol, oriolus galbula, oriolus oriolus L. wie auch goldamsel, vgl. Suolahti d. dt. vogelnamen 173: oriolus goldmeerle Diefenbach gl. 400c; die Brabanter nennend gmeinlich etliche vögel so gantz goldgäl sind, goldmerles Heusslin Gesners vogelbuch (1557) 18a; goldmêrel goldamsel lux. ma. 149; goldmääl goldamsel, pirol Hönig Köln 67a. auch goldenmerle, vgl. Henisch (1616) 1675. —
 
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goldmetall, n.: wie dann auch etliche durch des könig Salomons ophir den feuerofen verstanden, der durch die grad der hitze der sonnen nachahme und das goldmetall, den mercurium und den schwefel (die drei bestandteile des goldes nach alchemist. auffassung) zeitige Harsdörffer d. t. secretarius (1656) 2, 658; zu suchung des goldmetalls gehöret sich, die ruthe ... wan die sonne regiret, zu schneiden J. Prätorius glückstopf (1669) 41; (wie) er mit seinen begierden selbst auf eine cörperliche art das irdische goldmetall unzertrennlich einverleiben kan Leipz. avanturieur (1756) 1, 171. —
 
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goldmilz, f., name der pflanze chrysosplenium alternifolium L.; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 983; Schkuhr bot. hdb. 1, 338; Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Holl wb. dt. pflanzenn. 132b. —
 
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goldmilzkraut, n., dass.; vgl. Marzell 1, 983; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 132b; Rossmässler mensch i. spiegel d. natur 25, 98; als goldenmilzkraut Fechner erkl. volksth. pflanzenn. (1871) 21; s. auch güldenmilzkraut teil 4, 1, 6, sp. 1064.
 
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goldmine, f., zum grundwort s. teil 6, sp. 2235, vgl. ferner goldgrube, goldbergwerk: goldmine aurifodina Stieler stammb. (1691) 1278; es sind ... zwischen Serab und Miane ... bekandte gold- und silberminen Olearius persian. reisebeschr. (1696) 305; die summe des baaren geldes kann vermehrt werden ... durch entdeckung von goldminen allg. dt. bibl. (1765) 62, 263; der autor (Cellini) begegnet ... einem alten alchimisten, der ihm von einigen gold- und silberminen kenntnis gibt Göthe I 44, 250 W.; Metternich ... liesz sich in Ruszland goldminen schenken und bezahlte für den Johannisberg nicht einmal die steuern Hebbel w. 10, 316 Werner; die reichthümer ... lagen meiner wiege so fern wie die goldminen von Peru Luise v. François d. letzte Reckenburgerin (1871) 1, 83. in bildlichen wendungen: wer sich zeitig mit der einsamkeit befreundet, (hat) eine goldmine erworben Schopenhauer w. 4, 475 Griseb.; wenn es (das schicksal) uns gleichsam kuxe auf goldminen giebt, die, wenn wir nachgraben, überall kein ächtes metall enthalten H. v. Kleist w. 5, 300 E. Schmidt; dieses war die erste der goldminen, die mein aufmerksamer geist von den vielen entdeckte, die, euren augen unsichtbar, durch dieses chaos der menschlichen gesellschaft laufen Klinger w. (1809) 9, 42; die wünschelruthe eines gelehrten verwandten entdeckte ... die tiefliegende goldmine seines (Linnés) viel verheiszenden genies Matthisson erinn.2 (1810) 8; ich verstehe mich nicht auf das bearbeiten der goldminen meines talents Hebbel br. 1, 230 Werner.
 
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goldmoos, n.: die goldmoose (orthotrichum)

[Bd. 8, Sp. 816]


sind mäszige, ein- bis zweyhäusige moose mit blüthen am gipfel Oken allg. naturgesch. 3 (1841) 288; vgl. Meigen pflanzenn. (1898) 95a; aus kleinen felsgrotten leuchtete der psittichglanz des goldmooses Immermann w. 3, 81 Hempel; in der nähe von Wunsiedel wächst ein seltenes moos; man nennt es goldmoos W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 205. —
 
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goldmücke, f., bezeichnung für die goldfliege, musca caesarea L., vgl. Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 784; Fischer schwäb. 3, 742; goldmek goldkäfer luxemb. ma. 149: dasz ... mir die seele im laib herumtanzte wie eine goldmücke maler Müller w. (1811) 1, 135. —
 
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goldmühle, f., mühle, die der zerkleinerung der goldhaltigen erze und zugleich der goldgewinnung durch amalgamation dient; doch s. auch Krünitz encycl. 19 (1780) 321; in Deutschland aus dem anfang des 14. jhs. bezeugt, s. B. Neumann metalle (1904) 208, ebda weitere angaben: das puchwerg ..., aufgericht an der stelle, do zuvor ein goldmühel gewest (v. j. 1534) cod. dipl. Siles. 34 Wutke; in Californien ... geschieht die zerkleinerung des goldquarzes in ... goldmühlen Muspratt chemie (1888) 3, 1748.
 
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goldmund, m. 1) als menschlicher beiname, von der benennung des Johannes Chrysostomos ausgehend; vgl. auch DWB golden II D 1 d: crisostomus guldemunde Diefenbach gl. 158b; guldeinmundt chrisostomos voc. theut. (Nürnberg 1482) n 2b; wären bey uns die zunamen so gebräuchlich wie bey den Griechen, so würde La Bruyère goldmund heiszen L. A. Gottsched br. (1771) 1, 191 Runkel; schöner, melodischer, reichhaltiger ausdruck! wer dich aufgebracht hat, verdient goldmund zu heiszen Klopstock gramm. gespräche (1794) 51;

mein Görres! goldmund, dem die feuerstrahlen
prophetscher warnung von den lippen flammen
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 7, 283;

in dieser homilie läszt sich nun der heilige redner mit dem goldmund (Chrysostomus) so vernehmen C. A. Böttiger kl. schr. (1837) 3, 347. 2) name einer schnecke mit goldfarbigem mund, turbo chrysostomus, vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Oken allgem. naturgesch. 5, 443.
 
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goldmünze, f., münze aus gold: (ein verdienter bürger) den koenynck Maximilianus ... geadelt hait ime geuende eynen adeler boeuen sijn helmtzeichen so dat he yetzont in deser stat eigen golt- ind siluermuntze sleyt off hauende eynen adeler mit off gereckten floegelen Arnold v. Harff pilgerfahrt 10 Groote; der ducaten, kronen und anderer frembder nation goldmüntzen halb ist geordnet ... reichsmünzordnung v. j. 1524 § 49 bei Hirsch teutschen reichs münzarchiv (1756) 1, 246; goldmuntze ist kleyne, aber sie gilt vil Joh. Agricola 750 teutscher sprichw. (1534) k 3a; die beste ungarische ducaten werden räbler genennt, weil auff solcher goldmüntz ein raab gepräckt ist Abraham a s. Clara Judas 2 (1689) 100; man hätte ... den preis einer akademischen goldmünze auswerfen können, und er wäre ungewonnen geblieben Matthisson erinnerungen (21810) 1, 257. im bild und vergleich: sie (die weisen) hatten perlen aus dem grunde des meers geholt; sie hatten aus einer rohen masse geläuterte goldmünzen gepräget; an echter, vollwichtiger goldmünze des geistes bin ich auch in der that kein Krösus, wiewohl ich an gemeinem klappergelde nicht eben ein bettler bin Bürger br. 4, 28 Strodtmann; vielleicht konnte, vielleicht wollte die natur die edlen prädicate: geistesgrösze und majestät, nicht ohne versetzung mit einer niederen eigenschaft ausstempeln, und der gröszte könig muszte vielleicht ein wenig lecker sein, so wie seine goldmünze kupfer enthält J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 181. —

 

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