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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldmasse bis goldmilzkraut (Bd. 8, Sp. 814 bis 815)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldmasse, f., menge bearbeiteten oder unbearbeiteten goldes. im mhd.:

der eine truch in der hant
die goltmassen wolgebrant
priester Wernher Maria 206, 2 Wesle;

es ergab sich, dasz mehr wasser überflosz als bey der goldmasse von gleichem gewichte Rode Vitruv (1796) 2, 190; die gewaltigen, ... gewissermaszen an der oberfläche liegenden goldmassen Californiens Ratzel völkerkde (1885) 2, 588; die in den tempeln der götter und den schatzkammern der groszen aufgehäuften goldmassen Mommsen röm. gesch. 3 (41866) 282. von goldener farbe: die schon fertige kugel und zwei seitenkapellen machen durch die verschwendeten goldmassen und ultramarinfarben einen überraschenden eindruck Gutzkow ges. w. (1872) 11, 139. bildlich vom sonnenlicht: ein breiter ... wasserfall schien ihr (der sonne) anzuhängen und die letzten goldmassen ihrer heutigen spende zu übernehmen Thümmel reise (1791) 7, 201. —
 
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goldmaterie, f., im alchemistischen sinne grundstoff zur goldgewinnung: weil er solliche goldmateri hat inner seinem leib Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 586. —
 
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goldmaus, f., bezeichnung eines goldfarbenen wurmes, aphrodita aculeata Nemnich wb. d. naturgesch. 202; der schleimwurm ..., der wegen seiner herrlichen angebornen goldstacheln auch glanzwurm und goldwurm und goldmaus heiszt Jean Paul w. 45/47, 396 Hempel; vgl. DWB goldwurm. —
 
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goldmedaille, f.: viele sehr kostbare antiquitäten ..., darunter allein acht schöne goldmedaillen Ritter erdkde (1822) 7, 295; der groszherzog (von Toscana) hat mich ... mit einer ungeschickt groszen goldmedaillen beehret Angelika Kauffmann in: schr. d. Götheges. 5, 47.
 
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goldmeer, n., poetisch für eine unermeszliche fülle von gold:

wer bürgt euch, dasz dies goldmeer nie verschwinde?
wer, dasz nicht solch ein schatz der nachbarn neid entzünde?
S. G. Bürde erz. (1796) 27;

geizest du nach reichtum, schätzen?
will dich in ein goldmeer setzen
Grillparzer s. w. 7, 152 Sauer.

[Bd. 8, Sp. 815]


bildlich, vom reifen kornfeld: wo die grösze der natur spricht, sei es in blumiger au, sei es im wogenden goldmeere des kornfeldes, ... dort hat der menschenmund zu schweigen Rosegger schr. II 15, 100. vom licht: ein glühendes goldmeer warf seine wogen weit am östlichen himmel umher J. Weitzel verm. schr. (1820) 1, 7; der mond flosz durch ein goldmeer von gewölken hin Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 18, 45. —
 
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goldmensch, m., vgl. DWB golden D 1 c, sp. 751: o sie goldmensch! ... sie sollen mein Katherl doch bekommen A. Bäuerle kom. theater (1820) 2, 19; Ulrich, du bist ein goldmensch! Nestroy ges. w. (1890) 3, 42; er ist der nobelste mensch, der existirt —ein goldmensch Spielhagen s. w. (1877) 10, 92. —
 
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goldmergel, m., 'derjenige mergel, welcher goldfarbige glimmerblättchen eingemengt hat' Zappe miner. hd.-lex. (1817) 1, 396: fulva crustacea Radebergensis quae reperitur in terra arenosa aurum in se continens geler, schirblichter goldmergel Joh. Kentmann nomencl. rer. foss. (1565) 5b Gesner; vgl. DWB mergel teil 6, sp. 2091. —
 
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goldmerle, f., name für den vogel pirol, oriolus galbula, oriolus oriolus L. wie auch goldamsel, vgl. Suolahti d. dt. vogelnamen 173: oriolus goldmeerle Diefenbach gl. 400c; die Brabanter nennend gmeinlich etliche vögel so gantz goldgäl sind, goldmerles Heusslin Gesners vogelbuch (1557) 18a; goldmêrel goldamsel lux. ma. 149; goldmääl goldamsel, pirol Hönig Köln 67a. auch goldenmerle, vgl. Henisch (1616) 1675. —
 
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goldmetall, n.: wie dann auch etliche durch des könig Salomons ophir den feuerofen verstanden, der durch die grad der hitze der sonnen nachahme und das goldmetall, den mercurium und den schwefel (die drei bestandteile des goldes nach alchemist. auffassung) zeitige Harsdörffer d. t. secretarius (1656) 2, 658; zu suchung des goldmetalls gehöret sich, die ruthe ... wan die sonne regiret, zu schneiden J. Prätorius glückstopf (1669) 41; (wie) er mit seinen begierden selbst auf eine cörperliche art das irdische goldmetall unzertrennlich einverleiben kan Leipz. avanturieur (1756) 1, 171. —
 
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goldmilz, f., name der pflanze chrysosplenium alternifolium L.; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 983; Schkuhr bot. hdb. 1, 338; Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Holl wb. dt. pflanzenn. 132b. —
 
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goldmilzkraut, n., dass.; vgl. Marzell 1, 983; Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 132b; Rossmässler mensch i. spiegel d. natur 25, 98; als goldenmilzkraut Fechner erkl. volksth. pflanzenn. (1871) 21; s. auch güldenmilzkraut teil 4, 1, 6, sp. 1064.

 

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