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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldmacher bis goldmark (Bd. 8, Sp. 812 bis 814)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldmacher, m., selten als bezeichnung für 'goldarbeiter', 'goldschmied', vgl.goltmacher (1230), aurifex (1219), später goltsmied aurifaber Ch. Schmidt Straszb. gassen- u. häusernamen im mittelalter (21888) 28. gewöhnlich alchimist, der auf künstliche weise gold herzustellen sucht: alchemista goltmeker (1417 nd.) Diefenbach nov. gl. 15; (er) vermerckte, dasz sie alchimisten oder goldtmacher waren unnd jmmerdar mit dem goldtmachen umbgingen Äg. Albertinus landtstörtzer (1615) 426; die betrügliche alchymisten und goldmacher sind auch in diese zunfft zu ziehen Dannhawer catech.-milch (1657) 2, 283; auf die alchymisten und goldmacher pflegt man sonst wenig zu halten, und suchen die mehresten das gold so lang, bis sie auch das silber verlieren Abr. a s. Clara s. w. 4, 349 Strigl; du ... komst mir für wie die goldmacher, die in höchster armuth von viel tonnen goldes zu reden wissen Gryphius lustsp. 75 Palm; und wir wollen auch den goldmachern keine andere verwandlung mehr zutrauen, als diejenige, die einen vollen beutel in einen leeren und das geld in rauch verkehrt J. E. Schlegel w. (1761) 5, 18; du magst ... mich gar für den berüchtigten stein der goldmacher halten Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 157; die potentaten, welche goldmacher

[Bd. 8, Sp. 813]


und theriakkrämer der unsterblichkeit in ihren durchlauchtigen, groszmächtigen schutz nehmen Hamann schr. 7, 427 R.-W.; eine seele, welche so verhungert aussah wie ein goldmacher und so tückisch wie ein schatzgräber Rabener s. schr. (1777) 2, 140; narren und weise, goldmacher und denker hat man von jeher eingesperrt Kotzebue s. dram. w. (1827) 6, 134; auch ist sie (die stadt) voll pietisten, separatisten, schatzgräbern, goldmachern und geisterbeschwörern J. Kerner w. 3, 180 Hesse. in übertragenem sinne: ich thäte, was ich sagte, wenn mir nicht gerade ein patient im sterben läge, und ein goldmacher obendrein Hebbel w. 2, 159 Werner.
 
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goldmacherei, f., versuch, auf künstliche weise gold herzustellen, alchemie: goldmacherei alchimia, chimia falsa et fantastica Kramer t.-ital. 1 (1700) 546c; diese goldmacherey (heiszt) nichts anderst als quod sapit nutrit Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 586; alchymie goldmacherey Stieler zeitungslust u. -nutz (1697) 391; wie leicht greift man alsdann (in der einsamkeit) nach dem blauen dunst der goldmacherey; wie leicht wird in religiöser ruhe ein schwacher kopf abergläubisch Zimmermann über die einsamkeit (1784) 2, 81;

goldmacherei und lotterie ...
und schätze graben, segnet nie
Bürger s. w. 24 Bohtz;

im bilde: durch ein wenig sauerteig ging das künstliche system der politik und goldmacherey auf und verdarb Hamann schr. 4, 250 R.-W.
 
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goldmachergeheimnis, n.: das goldmachergeheimnisz wird von der göttlichen gnadenprovidenz nicht einem jeden verliehen d. Leipziger avanturieur (1756) 2, 81. —
 
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goldmacherisch, adj.: die alchymia habe zwey a, das erste bedeute die artzney, das andre die arbeit, oder wann man solche auff goldmacherisch missbrauchet, die armut Harsdörffer teutscher secretarius (1656) 2, 661; herr Midas mögte ihr doch seine goldmächerische hände auflegen und ihr dadurch die gnad seiner alchymistischen pfoten mitteilen Lindenborn Diogenes (1742) 2, 527; unvergeszliche hörsaalstunden, ... wo es oft so goldmacherisch qualmte, knisterte, knallte Carossa d. jahr d. schönen täuschungen (1941) 206.
 
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goldmacherkunst, f., alchemie: was wäre die goldmacherkunst einem reichen herren und mächtigen potentaten in der gantzen welt nutze, da der krieg in aller welt wird auffhören J. Prätorius Turci-cida (1664) l 3a; o der schönen goldmacherkunst, sie ... verwandelt das gold und silber in rauch und aschen Butschky Pathmos (1677) 141; so gings Homer, Dante, Petrarka, ja selbst der ehrlichen Voluspa: man hat in ihnen alle weisheit und selbst die goldmacherkunst gefunden Herder 8, 554 S.; sie brüten, wie es scheint, über eine kunst, die schwerer auszuführen sey als die goldmacherkunst Pestalozzi s. schr. (1819) 4, 222; im 17. jh. auch goldmachkunst, goldmachekunst Butschky Pathmos (1677) 140; alchymia oder goldmachkunst Abele künstl. unordnung (1670) 3, 15; vgl. Schottel haubtspr. (1663) 447.
 
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goldmädchen, n., kosewort: mein kind, mein engel, mein liebgen, mein goldmädgen Chr. Weise erznarren 130 ndr.; hier kommt der kleine schelm, nun wie stehts, mein goldmädchen? Shakespeare (1797) 2, 219; goldmädchen, kernmädchen, lasz dich küssen Müllner dram. w. (1828) 5, 300; so gebe ich dem Ansedisio das goldmädchen, er behält das mädchen und gibt mir das gold Eichendorff s. w. (1864) 4, 307; er ... sah, die bei ihm um den sophatisch saszen, triumphirend an, als wollte er sagen: ist es nicht ein goldmädchen Spielhagen s. w. (1872) 3, 38. —
 
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goldmakrele, f. 1) name eines seefisches, coryphaena hippurus L.: die goldmakrele ist heimisch in den wärmeren teilen der weltmeere Brehm tierl. 8, 99 P.-L. 2) name eines fluszfisches: jene goldfarbige varietät des chondrostoma nasus, ... welche unter dem volksnamen goldmakrele zu Trier als moselfisch bekannt ist Siebold süszwasserfische (1863) 232;

[Bd. 8, Sp. 814]


goldmakreil goldnase lux. ma. 149. —
 
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goldmann, m. 1) kosewort: o mein guter goldmann! nun schätze ich sie erst hoch Gellert s. schr. 3 (1839) 362; doktor, sprach der pastor, du bist ein goldmann, der für alles mittel weisz Holtei erz. schr. (1861) 3, 204; ironisch: das ist deine sorge, du goldmann Schiller 3, 471 G. (kabale u. liebe 4, 9). 2) geldgeber: der ehrliche Masetto konnte sich überhaupt nicht erinnern, jemals eine zechine gesehen ... zu haben, und glotzte den goldmann mit weit aufgerissenen augen an Gaudy s. w. (1844) 15, 66; fest überzeugt, dort wohne sein ... gönner und goldmann Holtei erz. schr. (1861) 8, 260. —
 
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goldmännchen, n., kosewort wie goldmann: aber du bist doch nicht mehr böse, goldmännchen? Chr. F. Weisze lustsp. (1783) 1, 151; adio, goldmännchen! Bürger in: briefe von u. an Bürger 3, 119 Strodtmann.
 
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goldmarder, m., eine bezeichnung des edelmarders: baummarder, auch buchmarder, edelmarder, goldmarder mustela martes Hartig lex. f. jäger (1861) 71. —
 
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goldmark, f. 1) ein goldgewicht, s. DWB mark 11, teil 6, sp. 1635: in Deutschland (ersetzte man die 4 groszen grän) ... durch zwölf kleine grän, sodasz die goldmark gleichfalls in 288 grän zerfiel Luschin v. Ebengreuth münzkunde (1904) 160. 2) 'goldmark ist die mark der einstigen deutschen reichsgoldwährung zu 0, 398248 gr. feingold, die in 20- und 10 fachen stücken ... ausgemünzt und 1924 wieder eingeführt ward' v. Schrötter wb. d. münzkde 230; vgl.'deutsche goldmark, ... der 1395. teil des goldpfundes' Halke münzkde (1907) 116. umgangssprachlich durch die geldentwertung nach dem ersten weltkriege aufkommende bezeichnung für die einheit der deutschen markrechnung, soweit sie auf der goldbasis beruhte, gegenüber der papiermark: das monatseinkommen eines arsenalarbeiters ... siebzig yen ... das wären fünfzig goldmark qu. a. d. j. 1937.

 

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