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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldletten bis goldlöten (Bd. 8, Sp. 810 bis 812)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldletten, m., vgl. DWB letten teil 6, sp. 791: 'goldletten ist ... eine bey den klüfften in der grube zusammen gesinterte erdart, so biszweilen gold, es mag nun so wenig seyn, als es will, bey sich führet' Minerophilus bergw.-lex. (1730) 303; 'eine mergel- oder thonartige schmierige erde oder ein ocker, worinn kleine blättchen oder flitschen von gold liegen' Jacobsson techn. wb. 2, 129b; vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1235. —
 
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goldlettend, adj., wohl mit unorganischem schluszdental (oder vermischung mit goldlötend? s. u.) zum vorigen gebildet: bey Neusoll, das die Ungarn Bistriz nennen, fliesset aus einem loch ein grünes wasser, daraus, wann es sich setzet, das goldlettende boras oder chrysocolla gesammlet wird Hohberg georg. cur. (1682) 2, 462. —
 
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goldleuchtend, part. adj.: einen kleinen goldleuchtenden pantoffel Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 4, 18; in des Zeus goldleuchtenden saal Droysen Aischylos (1842) 414; von der (von gelben

[Bd. 8, Sp. 811]


blumen) goldleuchtenden halde auf die wiese herabgekommen W. Jensen d. rote schirm in: deutsche dichtung 11, 6b Franzos.
 
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goldlicht, n., goldfarbenes licht. gern von der sonne:

dein goldlicht dient den langen tagen,
macht kurtzer nächte silberlicht
M. Hanke dt. lieder fünf bücher (1698) 61;

(der) himmel, der wie eine riesige, makellos blaue kristallschale das goldlicht der sonne auffing G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 43. seltener im plural: ein letzter sonnenstrahl warf noch hie und da seine flimmernden goldlichter durch das gewirr von tanne, kiefer und buche Polenz Grabenhäger (1898) 2, 252. vom golde ausstrahlendes licht: der heilige kelch aber war kein kelch mehr, nur noch als ungewisses goldlicht erhellte er den raum (im traum) Carossa d. jahr d. schönen täuschungen (1941) 313. von leuchtend gelben farben: Franziskus (auf einem bilde) kniet in zitrongelber abenddämmerung, die alles in goldlicht taucht O. Benesch d. maler Albr. Altdorfer (1939) 35. anders, aufgesetztes licht von goldfarbe: glänzende vögel und schmetterlinge (auf der zeichnung) ..., deren farben ich noch mit goldlichtern erhöhte G. Keller ges. w. (1889) 1, 321. —
 
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goldlicht, adj., 'hell, glänzend wie gold': er sasz auf einem goldlichten pferde Stifter s. w. 9 (1939) 303; goldlichte morgendämmerung lag auf den waldbergen Rosegger schr. I 13, 39.
 
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goldlilie, f., älter goldgilge, vgl. gilge teil 4, 1, 4, sp. 7504, name verschiedener gelb oder rot blühender liliengewächse: lilium rufum goldgilgen Golius onomast. (1585) 429; goltlilgen Chytraeus nomencl. (1585) 489; lilium purpureum goldlilien Zehner nomencl. (1645) 162; affodillus golt-, golgilgen (1533) Diefenbach gl. 16b; bei Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen unter asphodelus ramosus L. und albus L. 48; lilium bulbiferum L. und lilium croceum 215; lilium martagon 216: von rot goltgilgen. der goltgilgen wurtzel seind auch etwas braun, mit der gestalt den gilgenzwibeln änlich Bock kräuterb. (1551) 300a; der lilien seind vilerley geschlecht ... als weiss lilien, rot lilien, gold- oder heydnisch lilien Ryff confectbuch (1548) c 1a; die sträu der härden soll man wolschmackend machen mit steinmüntz, goldgilgen, boley Michael Herr feldbau (1551) 201b; Vesta (trug) die feurige goldlilge Lohenstein Arminius (1689) 1, 1379b. anders 'goldfarbene wappenlilie': die schimmernden goldlilien auf dem azurblauen panzer Heinrich Laube ges. schr. (1875) 4, 84.
 
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goldling, m. 1) ältere bezeichnung für die puppe der schmetterlinge nach griech. χρυσαλλίς: sonst aber pflegt man bey der wunderbaren verwandelung der raupen anzumercken, dasz sich einige an eine wand ... mit dem kopfe unterwärts hängen, und nach dem sie die haut abgestreift, wie ein eingewickeltes kind, mit gold überzogen oder bespritzelt scheinen; da sie denn von einigen nymphae und sonst auch chrysalides, aureliae oder goldlinge genennet werden Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 7, 81; goldling verwandlungshülse der schmetterlinge Schrader dt.-frz. wb. 1 (1781) 562. 2) alter name einer apfelsorte: goldling eine art der äpfel ... mala scandiana Schottel haubtspr. (1663) 371; göldling ... gar rothe äpffel, mala sanguinea etc. Henisch (1616) 1674. 3) vereinzelt für ein goldstück: übrigens seid ihr arm, gute frau, zischelte er, so nehmt den goldling lieber zurück L. Schefer ausgew. w. (1845) 8, 185. —
 
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goldlocke, f., blonde haarlocke: des mädchens antlitz ..., welches die klaren goldlocken ... umspielten Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 3, 11; diese vier mädchen mit ihren feinen alabastergesichtern und ihren goldlocken Hebbel tageb. 4, 237 Werner. vereinzelt auch name für die pflanze 'goldhaar', aster linosyris Bernh., vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 500. —
 
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goldlockig, im 18. jh. auch goldlockicht, goldlockigt, adj.: goldlockigte kinder Schubart s. ged. (1825) 1, 41. gern von den griechischen gottheiten gesagt: in ... zeiten, wo der goldlockige Apollo die heerden des königs Admet

[Bd. 8, Sp. 812]


hütete Wieland s. w. (1853) 19, 207; goldlockigte Diana Schiller 6, 129 G. von der sonne: hast du vollendet deine blaue bahn, goldlockige tochter des himmels? Bürger s. w. 274 Bohtz. in übertragung auf den lichten tag:

goldlockig, schön und rosenathmend stieg
er ... auf
Wieland s. w. 23 (1796) 254.


 
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goldlot, goldlöt, n., vgl. DWB loth 4, teil 6, sp. 1205, löth, n., sp. 1206, löthe, f., ebda und goldschlaglot: goldlöt chrysocolla Stieler stammb. (1691) 1182; 'goldloth legirungen zum löthen der goldarbeiten, gewöhnlich aus gold, silber und kupfer gemischt' Bucher kunstgewerbe (1884) 159b; vgl. Prechtl techn. encycl. (1830) 9, 449; ausgangsprodukte für die herstellung der echten blattmetalle sind echte gold- und silberlote Lueger lex. d. techn. 2, 428. —
 
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goldlöten, subst. vb.: borras ... oder etwan schiefergrün ... welchs vom goldlöthen noch bey den Crecken den namen hat Joh. Mathesius Sarepta (1571) 57b; chrysokolle, ... wird durch zerreiben des ... natürlichen kupfergrüns gewonnen und zum goldlöthen verwendet Mothes baulex. (1881) 2, 51. —

 

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