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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldkristall bis goldkupfer (Bd. 8, Sp. 806 bis 808)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkristall, m., kristallinische goldverbindung, vgl. 'goldkrystallen. diese gleichen topasen und man erhält sie, wenn man die auflösung des goldes in königswasser abrauchen und erkalten läszt. wenn sie ganz rein sind, so enthalten sie nichts als salzsäure in sich' Jacobsson techn. wb. 5, 714b; auf 1800 C erhitzt, findet in dem amalgam schon eine bildung von goldkrystallen statt Muspratt chemie 7 (1900) 532; anders, im anschlusz an apok. 21, 21: alles in ihr (der stadt Jerusalem) glanz, ... die straszen, worauf man wandelt, goldkrystall Herder 9, 95 S.
 
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goldkrone, f.
1) krone aus gold, zum schmuck oder als würdezeichen, vgl. krone I und II, teil 5, sp. 2355ff.:

daz si im (dem vermeintlichen gott) wolden lonen
mit schoner goltcronen
unde mit offere an manicher gift passional 298, 70 Hahn;

aureola goltcron (15. jh., md.), goltcrone (15. jh., obd.) Diefenbach gl. 61c; für den papst Eugenius den vierten verfertigte Ghiberti eine goldkrone, decorirt mit edelsteinen und perlen Matthisson erinn. (1815) 4, 65; auf dem haupte (Karls d. Gr.) war eine goldkrone, ein scepter hielt er in den händen br. Grimm dt. sagen (1891) 2, 98;

und der könig nahm Stolz Karin gar in seinen arm,
gab goldkrone ihr und königinnennamen
E. M. Arndt w. 6, 140 R.-M.;

von der goldverzierten brautkrone, vgl. DWB krone I, 1: jetzt trat die braut ... in die thüre, das haupt fest und steif unter der zitternden goldkrone haltend Immermann w. 3, 23 Boxb.; lilienhaube, goldkrone voll schwanker spitzen, spielender flitter Fr. Th. Vischer auch einer (1920) 382.
2) bezeichnung für eine zunächst in Frankreich aufkommende goldene münze, der ursprünglich das bild einer

[Bd. 8, Sp. 807]


krone aufgeprägt war; in Deutschland zuerst im 14. jh. im werte von 16, 4 goldmark, später mit wechselndem werte geschlagen. zuletzt für das goldene zehnmarkstück des zweiten reiches, s. Schrötter wb. d. münzkde (1930) 230, vgl.crone 'unter den müntzen, coronatus, scutatus ... goldcrone, weniger als ein ducate' Frisch t.-lat. (1741) 1, 178: och das uwer k. mt. mir zu der letsten abuerttigung, zu Mentz geton, ordonyertten zwayntzig rynisch gulden, daruber ich by warhait zechen goldkronen entlechnett und verzert hab (16. jh.) in: urkd. z. gesch. Maximilians I. 513 Chmel; item am S. Catharinenabend hab ich meinem wirth ... geben 10 goldcronen uf ein rechnung Dürer tageb. 68 Leitschuh; die summ von viertzig tausent goldkronen Fischart binenkorb (1588) 237b; ward mit dem boten eins, jhme zu lohn zu geben von einer jeden meilen eine goldkrone H. M. Salinator spiggel d. humors (1629) 218; genuine ist eine genuesische goldkrone Stieler zeitungslust u. nutz (1697) 445; die nach dem münzvertrag von 1857 geprägten deutschen goldkronen gelten nur als handelsmünzen hwb. d. staatswiss.2 4, 759.
3) heute üblich für eine kappe aus gold um eine schadhafte zahnkrone, z. b. der zahnarzt macht eine goldkrone und zwei stahlkronen.
 
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goldküche, f.: Louise sang mir meine lieder ... so klockenhell vor, dasz ich mich für einen unwissenden handlanger in einer goldküche hielt (1806) Achim v. Arnim an Bettine in: A. v. Arnim u. Bettina Brentano 34 Steig; vgl. DWB goldkoch.
 
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goldkuchen, m., in einfache form gegossenes gold; vgl. goldplantsche palacra, alias goldkuchen Stieler stammb. (1691) 1461: das ertz, silber oder alt gulden im schmeltzofen. wenn es von dem feür zerschmoltzen ist, so loufft es durch die känen oder rinnen herusz in die formen, die dor z gemacht ist, und noch deren entpfocht es die gestalt und würt ein goltkch Keisersberg postill (1522) 2, 3b; die seiffen ... haben gediegen gold gefüret, welches man zu goldkuchen oder öpffeln nach dem abquicken gemacht Mathesius ausg. w. 4, 119 Lösche; darnach führeten sie jhn in ein anders (gewölbe) ..., darinnen unzehliche goldkuchen Z. Theobald Hussitenkrieg (1609) 154. —
 
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goldküchlein, n., dim. zum vorigen: schlag honig und goldtäflein durcheinander ... geusz das honig ab und wasch das goldküchlin gar wol und fein Gäbelkover artzneyb. (1595) 385.
 
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goldkugel, f., echt goldene oder vergoldete kugel: (das schlosz) warf ihm schon von osten über die weite spitzige gipfelsaat den glanz einer hohen goldkugel entgegen Jean Paul w. 15/18, 167 Hempel; eines tages überraschte ihn ein sturm am ufer, wo er die goldkugel gefunden hatte W. Hauff s. w. (1890) 4, 288; bringt man eine kleine goldkugel zwischen die beiden pole einer ... batterie, so schmilzt das gold Muspratt chemie (1888) 3, 1825. —
 
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goldkügelchen, n., dim. zum vorigen: vier goldkügelchen, die so zusammengesetzt sind, dasz sie nach allen seiten gewürfelt eine pyramide bilden Ritter erdkde (1822) 7, 292; goldkügelchen verwendet man zur fabrikation von schmuckwaaren Muspratt chemie (1888) 3, 1833.
 
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goldkuhle, f., 'goldgrube': aurifodina goltcule (15. jh., nd.) Diefenbach nov. gl. 43b.
 
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goldkunst, f., kunst des goldmachens, alchemie, vgl. Stieler stammb. (1691) 1010: jetzt müssen zuvor die unterschiedliche goldkünsten kürtzlich durchsunnen werden Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 37; ein ... buch ..., darinn irgend ein weyser philosophus die alchemei und goldkunst begriffen vnd verzeichnet Seb. Münster cosmogr. (1628) 19; so er ein sonderbares geheimnisz wüste in der so hoch verlangten goldkunst Chr. Scriver seelenschatz (1737) 1, 219a; so weit ist es doch ... gekommen, dasz sich die candidaten der goldkunst nicht leicht ... öffentlich erdreisten, ihre betrügereyen zu spielen allg. dt. bibl. 114 (1793) 158. —
 
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goldkünstler, m., zu gold I A, goldmacher, alchemist:

[Bd. 8, Sp. 808]


und ist zu wissen, das deren goldtkünstler fürnemblich viererley Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 37; diesen goldkünstlern ist mendaciam eben als mendicum gemein J. D. Geyer müsziger reisestunden gedanken (1735) 16, 18. zu gold I D: zweitens hat er (der könig v. Frankreich) ... von seinem trefflichen goldkünstler Fouquet ... die fürnehmste alchymistische geheimnisse der herren finantzer mit fleisz erforschet Erasmus Francisci lust. schaub. (1698) 2, 965; zu gold I B für den juwelier: nach diesem grundsatz haben jene goldkünstler bey der behandlung des mitteljuwels verfahren Göthe IV 33, 192 W.
 
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goldkupfer, n., legierung von gold und kupfer: (er) beschreibt die seigerung des goldkupfers zu Aedelfors allg. dt. bibl. 1, 2, 289; nach Roberts-Austen tritt beim festwerden der legirungen von goldsilber und goldkupfer keine saigerung ... ein Muspratt chemie (1888) 7, 1675.

 

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