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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldkranz bis goldküchlein (Bd. 8, Sp. 805 bis 807)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkranz, m., kranz aus gold, zum schmuck oder als zeichen der herrschaft:

Johannens jüngern leib umfängt mein gatte,
die trägt den goldkranz mein im haare dicht
J. Kerner d. lyr. ged. (1854) 56;

einen goldkranz, den ihm (dem Theseus) Amphitrite schenkte Welcker alte denkm. (1849) 3, 407; diese kränze des triumphators sind ... zu herrscherinsignien geworden. zwar von dem goldkranz, der nicht getragen, sondern über dem haupt gehalten ward, läszt sich dies kaum sagen Mommsen röm. staatsrecht (1871) 1, 344.
 
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goldkrätze, f., abfall bei der goldbearbeitung; vgl. Prechtl technol. encycl. (1830) 7, 166, Karmarsch-Heeren

[Bd. 8, Sp. 806]


techn. wb.3 4, 139; 732, Bucher kunstgewerbe (1884) 159b:

es ist behangen der gantz sal
mit gulden tüchern uberal,
die ich auff tausendt crona schetz.
das pflaster bestrewet mit goldkretz
Hans Sachs 13, 64 K.-G.


 
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goldkraut, n., name für verschiedene gelbblühende pflanzen. 1) für chelidonium majus L., schellkraut, schöllkraut, vgl. Hegi 4, 1, 12; Marzell wb. 1, 925; auszer den dort angeführten mundartlichen bezeugungen noch goldkrût (schellkraut) Leithäuser Barmer ma. 60, goldkraut Kehrein Nassau 168. 2) für senecio vulgaris L., gemeines kreuzkraut, vgl. Hegi 6, 2, 787, Fischer schwäb. 3, 742, Schkuhr botan. hdb. (1791) 3, 95, Holl wb. dt. pflanzenn. 211a. für senecio cordatus L. bei Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 373, schweiz. idiot. 3, 892. 3) für lysimachia nummularia L., pfennigkraut, vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 202, Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 227, Hegi 5, 3, 2205. für lysimachia vulgaris, goldweiderich (westböhm.), vgl. Hegi 5, 3, 1859. 4) vereinzelt für genista tinctoria L., färberginster (Böhmerwald), vgl. Hegi 4, 3, 1200: nim ... drei stäudlin goldkraut und eines pfennings breit galgant: binds der frauen uber jeden puls Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 57.
 
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goldkresse, f., name für die pflanze chrysoplenium alternifolium L., goldmilzkraut, vgl. Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 132b.
 
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goldkreuz, n., kreuz aus gold. als schmuckstück:

wem nur das auge scharf und jung,
der sieht schon an der frauen mieder
das goldkreuz, die granaten flimmern
A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. 2 (1878) 80;

als symbol des christentums: am andern morgen stand kaiser Justinian ... vor dem hohen, heiligen goldkreuz in seinem gemach Felix Dahn ein kampf um Rom (1901) 4, 82. —
 
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goldkreuzer, m., goldmünze: 'ein churfürstlich mainzischer vierteldukaten von 1703, mit dem kreuzerstempel geschlagen' Schmieder hwb. d. ges. münzkde (1811) 203.
 
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goldkristall, m., kristallinische goldverbindung, vgl. 'goldkrystallen. diese gleichen topasen und man erhält sie, wenn man die auflösung des goldes in königswasser abrauchen und erkalten läszt. wenn sie ganz rein sind, so enthalten sie nichts als salzsäure in sich' Jacobsson techn. wb. 5, 714b; auf 1800 C erhitzt, findet in dem amalgam schon eine bildung von goldkrystallen statt Muspratt chemie 7 (1900) 532; anders, im anschlusz an apok. 21, 21: alles in ihr (der stadt Jerusalem) glanz, ... die straszen, worauf man wandelt, goldkrystall Herder 9, 95 S.
 
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goldkrone, f.
1) krone aus gold, zum schmuck oder als würdezeichen, vgl. krone I und II, teil 5, sp. 2355ff.:

daz si im (dem vermeintlichen gott) wolden lonen
mit schoner goltcronen
unde mit offere an manicher gift passional 298, 70 Hahn;

aureola goltcron (15. jh., md.), goltcrone (15. jh., obd.) Diefenbach gl. 61c; für den papst Eugenius den vierten verfertigte Ghiberti eine goldkrone, decorirt mit edelsteinen und perlen Matthisson erinn. (1815) 4, 65; auf dem haupte (Karls d. Gr.) war eine goldkrone, ein scepter hielt er in den händen br. Grimm dt. sagen (1891) 2, 98;

und der könig nahm Stolz Karin gar in seinen arm,
gab goldkrone ihr und königinnennamen
E. M. Arndt w. 6, 140 R.-M.;

von der goldverzierten brautkrone, vgl. DWB krone I, 1: jetzt trat die braut ... in die thüre, das haupt fest und steif unter der zitternden goldkrone haltend Immermann w. 3, 23 Boxb.; lilienhaube, goldkrone voll schwanker spitzen, spielender flitter Fr. Th. Vischer auch einer (1920) 382.
2) bezeichnung für eine zunächst in Frankreich aufkommende goldene münze, der ursprünglich das bild einer

[Bd. 8, Sp. 807]


krone aufgeprägt war; in Deutschland zuerst im 14. jh. im werte von 16, 4 goldmark, später mit wechselndem werte geschlagen. zuletzt für das goldene zehnmarkstück des zweiten reiches, s. Schrötter wb. d. münzkde (1930) 230, vgl.crone 'unter den müntzen, coronatus, scutatus ... goldcrone, weniger als ein ducate' Frisch t.-lat. (1741) 1, 178: och das uwer k. mt. mir zu der letsten abuerttigung, zu Mentz geton, ordonyertten zwayntzig rynisch gulden, daruber ich by warhait zechen goldkronen entlechnett und verzert hab (16. jh.) in: urkd. z. gesch. Maximilians I. 513 Chmel; item am S. Catharinenabend hab ich meinem wirth ... geben 10 goldcronen uf ein rechnung Dürer tageb. 68 Leitschuh; die summ von viertzig tausent goldkronen Fischart binenkorb (1588) 237b; ward mit dem boten eins, jhme zu lohn zu geben von einer jeden meilen eine goldkrone H. M. Salinator spiggel d. humors (1629) 218; genuine ist eine genuesische goldkrone Stieler zeitungslust u. nutz (1697) 445; die nach dem münzvertrag von 1857 geprägten deutschen goldkronen gelten nur als handelsmünzen hwb. d. staatswiss.2 4, 759.
3) heute üblich für eine kappe aus gold um eine schadhafte zahnkrone, z. b. der zahnarzt macht eine goldkrone und zwei stahlkronen.
 
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goldküche, f.: Louise sang mir meine lieder ... so klockenhell vor, dasz ich mich für einen unwissenden handlanger in einer goldküche hielt (1806) Achim v. Arnim an Bettine in: A. v. Arnim u. Bettina Brentano 34 Steig; vgl. DWB goldkoch.
 
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goldkuchen, m., in einfache form gegossenes gold; vgl. goldplantsche palacra, alias goldkuchen Stieler stammb. (1691) 1461: das ertz, silber oder alt gulden im schmeltzofen. wenn es von dem feür zerschmoltzen ist, so loufft es durch die känen oder rinnen herusz in die formen, die dor z gemacht ist, und noch deren entpfocht es die gestalt und würt ein goltkch Keisersberg postill (1522) 2, 3b; die seiffen ... haben gediegen gold gefüret, welches man zu goldkuchen oder öpffeln nach dem abquicken gemacht Mathesius ausg. w. 4, 119 Lösche; darnach führeten sie jhn in ein anders (gewölbe) ..., darinnen unzehliche goldkuchen Z. Theobald Hussitenkrieg (1609) 154. —
 
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goldküchlein, n., dim. zum vorigen: schlag honig und goldtäflein durcheinander ... geusz das honig ab und wasch das goldküchlin gar wol und fein Gäbelkover artzneyb. (1595) 385.

 

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