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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldklosz bis goldkochen (Bd. 8, Sp. 802 bis 804)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldklosz, m., vgl. DWB klosz II 1 a, teil 5, sp. 1245: ein chinesischer goldklosz wiegt 48 duc. Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. (1751) 5, 757. —
 
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goldklotz, m., vgl. DWB klotz II 7 b, teil 5, sp. 1252: massa auri goldklotz Maaler (1561) 189b; wenn ich ... z dem goltklotzen sag in meinem hertzen: du bist mein trost Seb. Franck paradoxa (1558) 358a; er (Midas) konte so garnit die nasen schneitzen, hat er wollen, dasz solche nit in ein goldklotzen verkehrt werde Abraham a s. Clara Judas der ertzschelm 2 (1689) 398. —
 
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goldklötzlein, n., dim. zum vorigen: die trogloditen ... mit jhren goldklötzlin, welche die ameissen, die so grosz sind als ein ziemlicher hund, auszgraben buch d. liebe (1587) 226.
 
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goldklumpen, m. , vgl. zum grundwort teil 5, sp. 1290 klumpe.
1) seit Luthers bibelübersetzung (vgl. u. 2) häufig gebrauchtes compositum für eine zusammenhängende masse gold im rohzustande: wann nun ein goldklumpe in der welt were so breit unnd dick als dieser statt umbfang begreifft Joh. Saubert wagen Simeonis (1627) 558;

wer kohlen gräbt und läszt den goldklump liegen Hoffmannswaldau u. and. Deutschen ged. (1697) 3, 2 Neukirch;

sein thron besteht aus einem goldklumpen, den acht männer aus und ein tragen müssen Herder 15, 141 S.; vielen wahren büchern geht es wie den goldklumpen in Irland, sie dienen lange jahre nur als gewichte Novalis schr. 2, 136 Minor.
2) sinnbildlich für irdischen reichtum nach Luther Hiob 31, 24: hab ich das gold zu meyner zuuersicht gestellt und zu den goldklumpen gesagt meyn trost dt. bibel 1, 434 W. (vgl. aber ungenutzt gold in der ersten deutschen bibel 7, 211 Kurrelmeyer und feingold bei Kautzsch-Weizsäcker textbibel [1906] 956). häufig wörtlich oder in abwandlung zitiert: einen abgöttischen menschen, der zu dem goldklumpen seine zuversicht setzet Harsdörffer d. teutsche secretarius (1656) 2, 118;

der trost, die hoffnung, so da steht
am goldklumpff, wird zuschanden bei
Fischer-Tümpel kirchenl. 2, 441;

die geldbegierde zwinget das ihr ergebene herz ..., in einem todten goldklumpen allein sein leben zu suchen Lindenborn Diogenes (1742) 1, 753. in freierer anwendung geradezu in der bedeutung 'hab und gut', 'besitz', 'reichtum': ihr gemahl ..., welcher ... seinen goldklump ungleich mehr als sein leben liebete A. H. Bucholtz Herkuliskus u. Herkuladisla (1665) 185;

sie hassen fleisch und blut, weil sie den goldklump lieben
J. V. Pietsch geb. schr. (1740) 222;

[Bd. 8, Sp. 803]


einen reichen edelmann ..., dessen ganzer verstand der goldklumpen war Lessing 5, 48 L.-M. im vers auch goldesklumpen:

dem ist sein armuth gnug, und hat ihm mehr gentzt
als jenem, der bey gut und goldesklumpen sietzt
Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 744.


 
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goldknollen, m., s. zum grundwort knolle teil 5, sp. 1464, vgl. emblema goltknollen vel goltknopff (15. jh.) Diefenbach gl. 199c sowie mhd.:

sant Niclas, den niht bevilte,
er hülfe drîn meiden wol mit vollen
mit drîn grôzen goldes knollen
Hugo v. Trimberg renner 15226 Ehr.;

zusammengerückt: silber- oder goltzknollen clagantwurt (1497) 63a; da einer gleuben wolte, dasz ausz den steinen brot oder goldsknollen werden solten, der würde ja zuschanden mit seinem glouben Gretter erklär. d. ep. Pauli a. d. Römer (1566) 624.
 
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goldknopf, m.
1) knopf aus gold oder goldfarbenem metall:

sus was daz hûs gevieret.
die türne gezieret
oben mit goltknophen rôt,
der ieglîcher verre bôt
in daz lant sînen glast
Hartmann v. Aue Erec 7865 Haupt;

emblema goltknollen vel goltknopff (15. jh.) Diefenbach gl. 199c. vom stockknopf, vgl. DWB knopf 9 c: hier liegt ihr lumpenstock mit dem goldknopf L. Holberg dän. schaubühne (1743) 3, 235; ein mann mit einem spanischen rohre ... und dem goldknopf darauf A. Stifter s. w. (1904) 1, 121. schmuck- u. kleiderknopf, vgl. DWB knopf 14: die vettern sprangen von stein zu stein, dasz ihre goldknöpfe aufblitzten G. Keller ges. w. (1889) 1, 209; blaue diener mit goldknöpfen Hermann Hesse d. weg nach innen (1932) 321.
2) name verschiedener pflanzen mit gelben, knopfartigen blüten oder samenkapseln. für verbascum blattaria: goldknöpf, schabenkraut Bock abbild. z. kräuterb. (1553) 275. für artemisia dracunculus: goldknöpfe Nemnich wb. d. naturgesch. 202. für trollius europaeus L.: trollblume, goldknopf Unger-Khull steir. 299a. häufiger dafür das dim. goldknöpfchen, vgl. auch goldknöpflein. für verbascum blattaria L.: wollkraut, goldknöpfchen bei Krünitz 19, 533, Schkuhr bot. hdb. (1791) 1, 138, Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 421b. für trollius europaeus L.: trollblume, goldknöpfchen ebda 132a. für ranunculus repens L. (var. pleniflorus hort.) bei Frischbier preusz. wb. 2, 525. —
 
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goldknopfig, adj., von pflanzen, 'mit goldfarbenen, knopfähnlichen blüten oder samenkapseln versehen': unter dem namen der goldknöpfigen schlammzwiebel Ritter erdkde (1822) 3, 1194; nur den scharfen duft der goldknopfigen rainfarne spüre ich noch heute Storm s. w. (1899) 3, 205. —
 
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goldknöpflein, n., kleiner knopf aus gold: als sy (die nonne) ainen trehen vergos, der ward bald ze ainem schnen goldknpfly und fiel in das bdly (des Jesuskindes) Elsbeth Stagel leben d. schwestern zu Tösz 36, 20 Vetter. als name verschiedener pflanzen, vgl. DWB goldknopf, goldknöpfchen: verbasculum schlüsselblum, schabenkraut, goldknöpflein Diefenbach gl. 612a; verbasculum blattaria goldknöpflinn Alberus dict. (1540) gg 1b; von goltknöpflin (blattaria) ..., die junckfrawen lassen dise knöpflin ubergulden und brauchen sie zuo iren krentzen Bock kreuterb. (1551) 349b; schabenkraut, goldknöpffle Camerarius kreutterb. (1590) 403b, vgl. goldknöpfflein Reyher thes. (1668) 2093, Stieler stammb. (1691) 1031, Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 4, 1233, Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 428, Fischer schwäb. 6, 2055. für ranunculus repens L. (var. pleniflorus hort.) ebda 3, 742, rhein. wb. 2, 421.
 
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goldkobalt, m., mineralische goldverbindung (vgl. DWB kobalt teil 5, sp. 1537): (der goldkies) der da dunckel und finster ist, heist goldkobolt Kirchmaier institutiones metallicae (1687) 74.

[Bd. 8, Sp. 804]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkoch, m., für alchemist, meist wohl verächtlich gemeint, vgl. DWB goldkocher: Arthur Dee, ein goldkoch, ... war 1579 geboren allg. dt. bibl. 112 (1792) 298; brachte vielleicht einst der zufall einen verdorbenen apotheker oder einen verzweifelten goldkoch auf den gedanken, sich in dieser kräuterreichen gegend niederzulassen J. Fr. Zöllner br. über Schlesien (1793) 2, 234; öffentliche schaustellung der neuen schwarzkünstler, ... goldköche ... und anderer betrüger G. Forster s. schr. (1843) 5, 209. im bilde: zum schrecken der adepten und politischen goldköche Görres ges. schr. (1854) 6, 321. —
 
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goldkochen, subst. vb., goldmachen: man verhiesz goldkochen und diamantblasen und jugendtrank J. H. Voss antisymb. (1824) 1, 345; die edle und garnicht zu verachtende kunst des goldkochens Zschokke ausgew. schr. (1824) 14, 103. —

 

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