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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldkiesig bis goldklosz (Bd. 8, Sp. 801 bis 802)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkiesig, adj., goldkieshaltig: welches gebirg in Behem ligt und sehr goldkieszig ist Thurneysser magna alchymia (1583) 33. —
 
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goldkiesprobe, f., vgl. Noel Chomel öcon. lex. 4, 1127. —
 
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goldkiesschlich, m., 'das von dem gebirge und unrein abgesonderte und gewaschene goldertz' Minerophilus bergwerckslex. (1730) 302.
 
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goldkind, n., kosewort für ein kind oder überhaupt einen jüngeren, gern gesehenen menschen, vgl. DWB golden D 1 c: aber mein allerliebstes goldkind, sage mir doch, wie du hierher kommst? sammlung v. schauspielen (Wien 1764) 4, 14; o du goldkind, nun will ich alles thun, was du verlangst G. Stephanie s. singsp. (1792) 279; nehmt gründe an, ihr goldkinder! Jean Paul w. 38, 17 Hempel; es verging selten ein tag, dasz sie für ihr goldkind nicht irgend etwas ... ausgespäht hätte L. v. François d. letzte Reckenburgerin (1871) 1, 159; mundartlich: joldkind Brendicke Berliner wortsch. 129a. anders für ein reiches mädchen: da zogen die werber ... die wege entlang, auf denen sie sich dem goldkinde zu nähern hofften Holtei erz. schr. (1861) 24, 21.
 
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goldkissen, n., gerät, das dem buchbinder zum vergolden und zur herstellung von goldenen verzierungen an büchern nötig ist: die gold- oder silberblättlein (müssen) mit einem scharfen messer auf einem ledern nähküssen oder goldküssen geschnitten werden J. J. Rembold d. nützl. u. künstl. papier (1740) 55; Jacobsson techn. wb. 5, 714b, Karmarsch-Heeren techn. wb.2 2, 117, rhein. wb. 2, 421.
 
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goldkiste, f., kiste, die gold enthält: sodann glaube ich, dasz die juden nicht gesonnen sind, ihre goldkisten dem hrn graf Zinzendorf aufzuopfern A. Volck entdecktes geheimnis (1750) 1, 109; (wenn er) sich wie Harpagon über seine goldkiste wirft und sich im anblick seiner schätze berauscht Paul Heyse rom. u. nov. II 3, 25.
 
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goldklang, m., klang des goldes, im vers auch goldesklang:

der bauer wagt ein leben dran,
doch that ers wohl um goldesklang?
Bürger s. w. 37a Bohtz;

im bilde: das war wieder ächter goldklang der liebe Schiller 3, 87 G.; was ihnen ihr herz sagt, ist goldklang, und der spricht es selbst aus, dasz er echt sei H. v. Kleist 5, 233 E. Schmidt. oft übertragen vom schönen, klaren, strahlenden ton: goldklang der harfe Bodmer der Noah (1752) 123;

die rosenfinger bebten durch die laute,
in deren goldklang ihre helle stimme
seraphsche hymnen mischte
Wieland I 1, 380 akad.;

lichtstrahl! ein tönender goldklang auf die grosze laute der natur Herder 6, 259 S.;

(es) wich das wirre getös dem hellen goldklang
einer himmlischen mädchenstimme
Mörike w.2 1, 179 Maync;

vom farbton: farbige goldklänge überwiegen (auf dem gemälde) O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 41.
 
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goldklar, adj., klar wie gold, besonders von flüssigkeiten: trank er wasser? —lauter goldklaren Rheinwein neue schausp. (Preszburg 1771) 12, 59; Kathi hat mir alles bier aufgehoben. es ist herrlich, mild, süsz und goldklar Stifter briefw. 5 (1928) 269; goldklare harztropfen H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 134; die sonne (schien) auf ihr goldklares haar Storm s. w. (1898) 1, 64; im vers auch goldenklar:

es war ein blondes frauenhaar,
so lang, so seiden, goldenklar
Immermann w. 13, 95 Boxb.

[Bd. 8, Sp. 802]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldklee, m., name für die pflanze trifolium agrarium L., vgl. Hegi 4, 3, 1293; mundartlich goltklea im kärnt., vgl. Lexer Kärnten 159. für trifolium spadiceum L., vgl. Holl wb. d. dt. pflanzenn. 132a, Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 409 (Berner Oberland). für lotus corniculatus L. goldklee bei Perger dt. pflanzenn. 1, 188; goldklewer (Braunschweig) bei Hegi 4, 3, 1367. für anemone hepatica L. (16. jh.) bei Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 27; vgl. dazu goldenklee, goldklee bei Unger-Khull steir. 299a sowie güldenklee teil 4, 1, 6, sp. 1064 und Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 273; für goldklee im mhd. sieh bei Fischer mittelalterl. pflanzenkde (1928) 274.
 
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goldkleid, n., kleid aus goldfarbenem stoff, z. b. goldbrokat, oder kleid, das mit goldenem, goldfarbenem zierat versehen ist: der könig ... gab ihm wagen und pferde und prächtige goldkleider und schickte ihn fort, die erwählte braut abzuholen kinder- u. hausmärchen 2, 260 Panzer;

jeder, und ob er ein goldkleid hab an,
stelle sich nur wie ein bettelknab an
gegen den redner Sahban
Rückert ges. poet. w. (1867) 11, 254;

zwei männer, der eine in reichem goldkleide, ... der andere im armen grünen jagdkleide Stifter s. w. 2 (1908) 71.
 
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goldklosz, m., vgl. DWB klosz II 1 a, teil 5, sp. 1245: ein chinesischer goldklosz wiegt 48 duc. Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. (1751) 5, 757. —

 

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