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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldkette bis goldklar (Bd. 8, Sp. 800 bis 801)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkette, f., schmuckkette aus gold; schon spätahd. bezeugt, vgl. uuâhe goltketenon in lampreite uuîs gebrôihta (murenulas aureas) machen uuir dir, in uuurme uuîs geblahmâlot mit silbere Williram hohes lied 18, 2 Seem. im mhd. als compositum nicht belegt: ich nehm die goldketten von mein halss engl. com. u. trag. (1624) Zz 3a; einen untergekehrten beutel, woraus etliche münzstucke und goldketten fallfärtig waren Sigmund v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 134;

lieblich stehn in den spangen deine wangen:
dein hals in ketten schön.
goldketten lasz ich dir machen,
mit pünktchen silber gesprengt
Herder 8, 492 S.;

auch von unechter, goldähnlicher kette: die seidenen blumen, essenzen, goldketten und rosenkränze, welche in den läden zur schau stehen (in Bologna) Gaudy s. w. (1844) 19, 45. —
 
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goldkettchen, n., dem. zum vorigen: im einfachsten sommerkleide, nur ein dünnes goldkettchen um den hals G. Keller ges. w. (1889) 7, 165.
 
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goldkies, m., mineral, das gold enthält, vgl. DWB kies 3 b, teil 5, sp. 687: so werden auch viel goldkiesz gefunden, welche nicht allein golt, sondern auch silber halten Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 42b, vgl. 52a; in den wilden körnern und granaten, wie auch ... in den marcasiten und goldkiesen Thurneysser magna alchymia (1583) 19; auch bricht etlich goldkiesz gelb, schwartz und grau, etlicher weisz Kirchmaier institut. metallicae (1687) 73; der Aedelsforser goldkies, worinnen das gold in gestalt kleiner eckiger körner ... vorhanden ist Jacobsson technol. wb. 5, 714a; die ungefähre ermittelung eines gehaltes an gold in einem goldsande oder an feingold im goldkies Muspratt chemie 3 (1891) 1708. für goldsand, aus gold bestehenden kies, vgl. DWB kies 1 teil 5, sp. 687:

[Bd. 8, Sp. 801]


ein bach ...
sein flacher boden ist mit goldkies überstreut,
den das beglückte volk, das diese flur besitzet,
für gelben sand nur hält und blosz zum scheuern nützet
Pfeffel poet. vers. (1802) 1, 41.


 
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goldkiesig, adj., goldkieshaltig: welches gebirg in Behem ligt und sehr goldkieszig ist Thurneysser magna alchymia (1583) 33. —
 
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goldkiesprobe, f., vgl. Noel Chomel öcon. lex. 4, 1127. —
 
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goldkiesschlich, m., 'das von dem gebirge und unrein abgesonderte und gewaschene goldertz' Minerophilus bergwerckslex. (1730) 302.
 
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goldkind, n., kosewort für ein kind oder überhaupt einen jüngeren, gern gesehenen menschen, vgl. DWB golden D 1 c: aber mein allerliebstes goldkind, sage mir doch, wie du hierher kommst? sammlung v. schauspielen (Wien 1764) 4, 14; o du goldkind, nun will ich alles thun, was du verlangst G. Stephanie s. singsp. (1792) 279; nehmt gründe an, ihr goldkinder! Jean Paul w. 38, 17 Hempel; es verging selten ein tag, dasz sie für ihr goldkind nicht irgend etwas ... ausgespäht hätte L. v. François d. letzte Reckenburgerin (1871) 1, 159; mundartlich: joldkind Brendicke Berliner wortsch. 129a. anders für ein reiches mädchen: da zogen die werber ... die wege entlang, auf denen sie sich dem goldkinde zu nähern hofften Holtei erz. schr. (1861) 24, 21.
 
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goldkissen, n., gerät, das dem buchbinder zum vergolden und zur herstellung von goldenen verzierungen an büchern nötig ist: die gold- oder silberblättlein (müssen) mit einem scharfen messer auf einem ledern nähküssen oder goldküssen geschnitten werden J. J. Rembold d. nützl. u. künstl. papier (1740) 55; Jacobsson techn. wb. 5, 714b, Karmarsch-Heeren techn. wb.2 2, 117, rhein. wb. 2, 421.
 
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goldkiste, f., kiste, die gold enthält: sodann glaube ich, dasz die juden nicht gesonnen sind, ihre goldkisten dem hrn graf Zinzendorf aufzuopfern A. Volck entdecktes geheimnis (1750) 1, 109; (wenn er) sich wie Harpagon über seine goldkiste wirft und sich im anblick seiner schätze berauscht Paul Heyse rom. u. nov. II 3, 25.
 
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goldklang, m., klang des goldes, im vers auch goldesklang:

der bauer wagt ein leben dran,
doch that ers wohl um goldesklang?
Bürger s. w. 37a Bohtz;

im bilde: das war wieder ächter goldklang der liebe Schiller 3, 87 G.; was ihnen ihr herz sagt, ist goldklang, und der spricht es selbst aus, dasz er echt sei H. v. Kleist 5, 233 E. Schmidt. oft übertragen vom schönen, klaren, strahlenden ton: goldklang der harfe Bodmer der Noah (1752) 123;

die rosenfinger bebten durch die laute,
in deren goldklang ihre helle stimme
seraphsche hymnen mischte
Wieland I 1, 380 akad.;

lichtstrahl! ein tönender goldklang auf die grosze laute der natur Herder 6, 259 S.;

(es) wich das wirre getös dem hellen goldklang
einer himmlischen mädchenstimme
Mörike w.2 1, 179 Maync;

vom farbton: farbige goldklänge überwiegen (auf dem gemälde) O. Benesch d. maler Albrecht Altdorfer (1939) 41.
 
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goldklar, adj., klar wie gold, besonders von flüssigkeiten: trank er wasser? —lauter goldklaren Rheinwein neue schausp. (Preszburg 1771) 12, 59; Kathi hat mir alles bier aufgehoben. es ist herrlich, mild, süsz und goldklar Stifter briefw. 5 (1928) 269; goldklare harztropfen H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 134; die sonne (schien) auf ihr goldklares haar Storm s. w. (1898) 1, 64; im vers auch goldenklar:

es war ein blondes frauenhaar,
so lang, so seiden, goldenklar
Immermann w. 13, 95 Boxb.

 

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