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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldkauf bis goldkind (Bd. 8, Sp. 800 bis 801)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkauf, m., kauf von rohem oder bearbeitetem gold: sonder was die weichen pergwercke anreicht, soll is mit dem vorleihen, auch freiheit, goldkauf und anderm bei voriger ordnung und gebrauch wie vor alders vorbleiben (1533) cod. dipl. Siles. 21, 25, vgl. Lori baier. bergrecht (1764) 101;

den gold- und silberkauff,
wie der nach rechtem lauff
im lande gangbar ist,
weisz er (der münzmeister) zu jeder frist
Joh. Rist teutscher Parnass (1652) 481.


 
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goldkerl, m., jüngere bildung; vgl. DWB prachtkerl und DWB golden D 1 c. gern in der anrede: Peter, du bist ein goldkerl! Holtei erz. schr. (1861) 21, 176; ihr seid lumpen, aber treue seelen, wahre goldkerls Nestroy ges. w. (1890) 1, 100.
 
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goldkern, m., für den kern einer münze: da in beiden fällen (von falschmünzerei) der entzogene goldkern durch ein annahend gleich schweres metall ersetzt wird, so bedarf es ... eines dünnen goldstreifens ... zur verdeckung des beschädigten randes Luschin v. Ebengreuth münzkde 126; in anderer verwendung s. unter dem folg. wort.
 
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goldkernwährung, f.: 'goldkernwährung nennt man heute das papierwährungssystem, bei dem an zentraler stelle ein golddepositum, ein goldkern für die intervalutarische geldwertsicherung bereitgehalten wird' Fr. v. Schrötter wb. d. münzkde (1930) 230; die Schweiz plant heute den übergang von der goldkern- zur reinen goldwährung ebda 232.
 
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goldkette, f., schmuckkette aus gold; schon spätahd. bezeugt, vgl. uuâhe goltketenon in lampreite uuîs gebrôihta (murenulas aureas) machen uuir dir, in uuurme uuîs geblahmâlot mit silbere Williram hohes lied 18, 2 Seem. im mhd. als compositum nicht belegt: ich nehm die goldketten von mein halss engl. com. u. trag. (1624) Zz 3a; einen untergekehrten beutel, woraus etliche münzstucke und goldketten fallfärtig waren Sigmund v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 134;

lieblich stehn in den spangen deine wangen:
dein hals in ketten schön.
goldketten lasz ich dir machen,
mit pünktchen silber gesprengt
Herder 8, 492 S.;

auch von unechter, goldähnlicher kette: die seidenen blumen, essenzen, goldketten und rosenkränze, welche in den läden zur schau stehen (in Bologna) Gaudy s. w. (1844) 19, 45. —
 
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goldkettchen, n., dem. zum vorigen: im einfachsten sommerkleide, nur ein dünnes goldkettchen um den hals G. Keller ges. w. (1889) 7, 165.
 
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goldkies, m., mineral, das gold enthält, vgl. DWB kies 3 b, teil 5, sp. 687: so werden auch viel goldkiesz gefunden, welche nicht allein golt, sondern auch silber halten Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 42b, vgl. 52a; in den wilden körnern und granaten, wie auch ... in den marcasiten und goldkiesen Thurneysser magna alchymia (1583) 19; auch bricht etlich goldkiesz gelb, schwartz und grau, etlicher weisz Kirchmaier institut. metallicae (1687) 73; der Aedelsforser goldkies, worinnen das gold in gestalt kleiner eckiger körner ... vorhanden ist Jacobsson technol. wb. 5, 714a; die ungefähre ermittelung eines gehaltes an gold in einem goldsande oder an feingold im goldkies Muspratt chemie 3 (1891) 1708. für goldsand, aus gold bestehenden kies, vgl. DWB kies 1 teil 5, sp. 687:

[Bd. 8, Sp. 801]


ein bach ...
sein flacher boden ist mit goldkies überstreut,
den das beglückte volk, das diese flur besitzet,
für gelben sand nur hält und blosz zum scheuern nützet
Pfeffel poet. vers. (1802) 1, 41.


 
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goldkiesig, adj., goldkieshaltig: welches gebirg in Behem ligt und sehr goldkieszig ist Thurneysser magna alchymia (1583) 33. —
 
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goldkiesprobe, f., vgl. Noel Chomel öcon. lex. 4, 1127. —
 
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goldkiesschlich, m., 'das von dem gebirge und unrein abgesonderte und gewaschene goldertz' Minerophilus bergwerckslex. (1730) 302.
 
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goldkind, n., kosewort für ein kind oder überhaupt einen jüngeren, gern gesehenen menschen, vgl. DWB golden D 1 c: aber mein allerliebstes goldkind, sage mir doch, wie du hierher kommst? sammlung v. schauspielen (Wien 1764) 4, 14; o du goldkind, nun will ich alles thun, was du verlangst G. Stephanie s. singsp. (1792) 279; nehmt gründe an, ihr goldkinder! Jean Paul w. 38, 17 Hempel; es verging selten ein tag, dasz sie für ihr goldkind nicht irgend etwas ... ausgespäht hätte L. v. François d. letzte Reckenburgerin (1871) 1, 159; mundartlich: joldkind Brendicke Berliner wortsch. 129a. anders für ein reiches mädchen: da zogen die werber ... die wege entlang, auf denen sie sich dem goldkinde zu nähern hofften Holtei erz. schr. (1861) 24, 21.

 

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