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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldkalk bis goldkern (Bd. 8, Sp. 799 bis 800)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkalk , älter goldkalch, m., vgl. DWB kalk teil 5, sp. 64.
1) in der anschauung und sprache älterer zeit 'verkalktes gold' (calx auri), wie es bei der scheidung von gold und silber durch scheidewasser ausgefällt wird: wann nun das scheidwasser alles silber und gold abgeschieden ..., so geusz ... auff das goldt oder goltkalch, der im kolben geblieben, rein siedent heisz wasser Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 72a; nimm die selbigen probkörner ... und solvir das silber in eim scheidkölblein, im scheidwasser, so bleibt ein brauner goldtkalch ebda 59a; und ists ein process also, nemblich dasz das gold calciniert werde durch aquam regis, auff saffranfarb denselbigen goldtkalch in einen cuourbith gethan Paracelsus opera (1616) 1, 886 Huser; vgl. DWB goldkalk ein in kalk verwandeltes, d. i. entweder durch die gewalt des feuers oder auch durch säuren seines brennbaren wesens beraubtes gold Krünitz 19, 532, s. auch Jacobsson techn. wb. (1793) 5, 714a; in neuerer technologischer literatur nicht mehr üblich.
2) im 18. jh. für eine gesteinsart bezeugt, die gold enthält: goldkalch ist eine art erde, welche bisweilen gold in sich hält Frisch t.-lat. (1741) 1, 360c; goldkalk ist wie ein anderer kiesz, der aber zufälligerweise etwas gold hält Minerophilus bergwerckslex. (1730) 302; goldkalck ist eine bey den klüfften in der grube zusammengesinnterte erdart, welche bisweilen gold in oder an sich führet Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 4, 1232.
 
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goldkamm, m., kamm aus echtem gold, oder goldfarbener, goldverzierter kamm:

o lang, lang mögen ihre frauen stehen,
den goldkamm in dem baar,
und warten ihrer lieben herrn
Herder 25, 176 S.;

und sie läszt sich einen spiegel stellen,
zieht den goldkamm aus dem sonnenhaare
Isolde Kurz ged. (1905) 159.


 
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goldkammer, f.1) schatzkammer, vgl. gazetum goltkammer (md. 15. jh.) bei Diefenbach gl. 258b. 2) name einer fischfangvorrichtung: in der nacht vor dem fange treibt der reis (befehlshaber der fischer) alle thunfische, deren tod beschlossen, in die vor- oder goldkammer ..., goldkammer genannt, weil der thun in diesem teile des netzes dem fischer ebenso sicher ist wie das gold im beutel Brehm tierleben 8, 111 P.-L.3) im kurhessischen spöttische bezeichnung für bürgerliches gefängnis, vgl. Pfister kurhess. 133.
 
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goldkarausche, f., name für den fisch carassius carassius etc., vgl. Brehm tierleben 8, 251 P.-L.; Krünitz 18, 394 unter giebel.
 
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goldkarpfen, m., name für den fisch carassius vulgaris Nordm., vgl. Max v. d. Borne hdb. d. fischzucht u. fischerei (1886) 119; goldkarpffe chines. goldfisch, cyprinus auratus bei Krünitz 19, 573, vgl. allgem. haush.-lex. (1749) 1, 610; Oken allgem. naturgesch. (1839) 6, 521: die drei goldkarpfen, die als schaugericht ... abgeladen wurden Jean Paul w. 6, 74 (Hempel); eine schüssel mit goldkarpfen Georg Büchner nachgel. schr. (1850) 144.

[Bd. 8, Sp. 800]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldkasten, m., kasten, der gold enthält: ist der goldkaste ein himmel? ach, ein schlechter himmel, der sich der motten und diebe nicht erwehren kan Heinrich Müller erquickstunden (1667) 16; gleich dem verzauberten hund, der auf unterirdischen goldkästen liegt Schiller 2, 112 G.
 
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goldkästchen, n., dem. zum vorigen: das goldkästchen der heiligen drei könige, worin Mariens trauring ist Cl. Brentano ges. schr. (1852) 3, 466. —
 
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goldkästlein, n., dass.: eine schöne ledige chatouille oder goldkästlein eines banquiers Lindenborn Diogenes (1742) 2, 344.
 
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goldkauf, m., kauf von rohem oder bearbeitetem gold: sonder was die weichen pergwercke anreicht, soll is mit dem vorleihen, auch freiheit, goldkauf und anderm bei voriger ordnung und gebrauch wie vor alders vorbleiben (1533) cod. dipl. Siles. 21, 25, vgl. Lori baier. bergrecht (1764) 101;

den gold- und silberkauff,
wie der nach rechtem lauff
im lande gangbar ist,
weisz er (der münzmeister) zu jeder frist
Joh. Rist teutscher Parnass (1652) 481.


 
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goldkerl, m., jüngere bildung; vgl. DWB prachtkerl und DWB golden D 1 c. gern in der anrede: Peter, du bist ein goldkerl! Holtei erz. schr. (1861) 21, 176; ihr seid lumpen, aber treue seelen, wahre goldkerls Nestroy ges. w. (1890) 1, 100.
 
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goldkern, m., für den kern einer münze: da in beiden fällen (von falschmünzerei) der entzogene goldkern durch ein annahend gleich schweres metall ersetzt wird, so bedarf es ... eines dünnen goldstreifens ... zur verdeckung des beschädigten randes Luschin v. Ebengreuth münzkde 126; in anderer verwendung s. unter dem folg. wort.

 

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