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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldherz bis goldhütte (Bd. 8, Sp. 794 bis 796)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldherz, n., poetische zusammenrückung in übertragener bedeutung aus goldenes herz (s. bei golden II D 3) und herz von gold; auf den wert bezogen:

der könig ist ein goldherz (heart of gold) und ein schatz,
ein wonnejung und ruhmessprosz Shakespearc (1797) 7, 110;

steigernd, vgl. DWB gold II C 3 a: die saiten ihres lieben, mir geweihten goldherzens sprangen Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 1, 393; heute meist mehr im sinne des treuen, biederen charakters, vgl. DWB gold II B 2: ich liebe den guten jungen sehr ..., er (hat) ein goldherz D. v. Liliencron

[Bd. 8, Sp. 795]


kriegsnov.12 60. — dazu goldherzig, adj.: der goldherzige mann verdoppelte seine güte und aufmerksamkeit Rosegger schr. II 8, 324.
 
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goldhochzeit, f., selten für 'goldene hochzeit':

welche wunderzauberei
bringt an tages strahl
mir zur goldhochzeit herbei
golden den gemahl
Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 29.

anders, 'verbindung, die gold kostet': wenn nach unserer goldhochzeit mit England und silberhochzeit mit Frankreich sich hoffnung fassen läszt, dasz unsere goldne ader endlich aufhört Jean Paul w. 35, 97 (Hempel).
 
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goldhöhle, f., höhle, in der goldene schätze liegen: an dem wasser vor der goldhöle hütet eine grosze, zischende schlange Jac. Grimm dtsche mythologie 817.
 
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goldhorn, n., goldenes oder vergoldetes horn:

an seinem goldhorn kannte der höllenhund
den schönen Bacchus
Herder 26, 255 S.;

zürnend schüttelte sie das goldhorn, dessen würziger inhalt zerstreut über die gräser hinflog Fouqué zauberring (1812) 1, 121.
 
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goldhort, m., goldschatz: der goldne fuchs im grab (als traum) drückt einen goldhort aus Jac. Grimm kl. schr. 3, 424; als goldeshort:

zum fensterlein, ihm mehr als goldeshort,
lenkt er den blick
A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 247;

goldeshort Jac. Grimm dtsche mythol. 575.
 
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goldhügel, m., hügel aus goldstücken: der fürst holte und legte lachend ihm den goldhügel von 366 halben souverains in die hand Jean Paul w. 32, 39 (Hempel). schätzeenthaltender grabhügel: (die gräber) erhielten ... von ihrem inhalte den namen der goldhügel Ritter erdkde (1822) 3, 325. deutscher name für die landschaft 'côte d'or' in Burgund: Burgund ... ist durchzogen von den goldhügeln, an denen Beaune und ... Macon liegt, heilige städte für jeden weinkenner H. Laube ges. schr. (1875) 5, 161.
 
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goldhuhn, n.1) dass. wie goldfasan phasianus pictus etc., vgl. Brehm tierleben 5, 588 P.-L.; ein entkommenes goldhun, dessen glühende farben es unter dem laube verriethen A. v. Haller Usong (1771) 21.2) ein gebäck: die sogenannten goldhüner (eine art eierkuchen) zu backen Marperger küch- u. kellerdict. (1716) 514a; s. auch goldhahn.
 
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goldhunger, goldeshunger, m., zunächst nach 'auri sacra fames' Vergil, Aeneis 3, 57:

und tödtet Polydorum do,
das er des goldes würde fro.
o guldeshungers schedlicheit!
wen zwingst nit zu unbillicheit?
Murner Vergilij dryzehen aeneadische bücher (1515) f 2d;

verfluchter goldeshunger, wasz bringstu doch unheil Nathanael Dhuez le vray guidon (1646) 424; der kauffleüt fürwitz und goldhunger Seb. Franck weltbuch (1542) vorr. 2a; der goldhunger ergreifft sie dermassen, dasz ihr gemüt immerdar in der bewegnusz steht Äg. Albertinus hirnschleiffer (1664) 258; die glücklichen insulaner ... werden also vom goldhunger nichts zu befürchten haben Lichtenberg verm. schr. (1844) 6, 317. —
 
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goldhungrig, adj.: jener närrische und goldhungrige könig Lucas Pollio vom ewigen leben (1583) 154b; erst jetzt schütteten wir ... einen rechten goldregen nieder, so dasz zuletzt ein ungeheures gesindel von goldhungrigen hinter uns her war G. Keller ges. w. (1889) 3, 117.
 
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goldhütend, part. adj.: die goldhütenden ungeheuer, die greife des gebirgs? J. H. Voss antisymb. 1, 288; der furchtbare kampf Beowulfs mit einem goldhütenden drachen Jac. Grimm kl. schr. 4, 184. — dazu goldhüter, m.: die Amerikaner waren keine goldhüter im sinne der alten mythologie Gutzkow ges. w. (1872) 8, 166.

[Bd. 8, Sp. 796]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldhütte, f., zu hütte 2 b, vgl. teil 4, 2, sp. 1995: grosz müssen die vortheile seyn, welche die krone aus ihren goldhütten zieht allg. dt. bibl. 106 (1792) 329; auf der goldhütte zu Z ... werden die golderze ... in plattenöfen abgeröstet Muspratt chemie (1888) 3, 1794; im bilde: bevor ich einige handvoll goldkörner zur wäsche in diese biographische goldhütte tragen kann Jean Paul w. 3, 90 (Hempel).

 

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