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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldharfe bis goldhorn (Bd. 8, Sp. 793 bis 795)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldharfe, f., harfe aus gold oder mit goldenen saiten: die vortrefliche, so vielsaitige goldharfe, die unter der hand des dänischen skalden allen zauber- und ... wunderton hat annehmen können Herder 5, 175 S.;

wer ists, der spielt die goldharfe so schön?
E. M. Arndt w. 6, 136 Rösch-Meisner.


 
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goldhaube, f., mit echt goldenem oder goldfarbenem zierat (drahträndern, spitzen, stickerei) versehene hauben, die in manchen gegenden zur ländlichen tracht gehören, vgl. Fischer schwäb. 3, 741, Unger-Khull steir. 299b und 313b: geringelte blonde haare, die ... sich unter einer reichen goldhaube losgemacht hatten Tieck schr. (1828) 16, 67; die weibliche landestracht (in Westfalen) ist mehr wohlthätig als wohlstehend; recht viele tuchröcke ..., recht schwere goldhauben und silberkreuze an schwarzem sammetbande A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 369; die echte Linzer goldhaube und die seidenen kleider Marie Grengg Niederösterr. (1937) 57.
 
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goldhaufen, m., haufen von meist gemünztem golde: dahero hat disz goldmachen auch bey mir nicht mehrern glauben ... als disz, dasz die ameissen grosze goldhauffen zusammen tragen sollen Lohenstein Arminius (1689) 1, 176b; dasz ich samt den übrigen ... unter diesem goldhauffen (münzen) mein grab fande Lindenborn Diogenes (1742) 1, 797; ein unterschied waltet zwischen dem jungen manne, der zum erstenmale spielend, einen goldhaufen vor sich wachsen sieht, und

[Bd. 8, Sp. 794]


dem alten spieler Otto Ludwig ges. schr. (1891) 6, 264; sie gingen, ... bis sie in die schatzkammer gelangten, wo die goldhaufen aufgeschüttet waren Grimm dt. sagen 2, 189; im verse auch goldeshaufen:

dem, der goldeshaufen mit unverrücktem
blicke betrachtet
Herder 26, 247 S.;

so rafft der krämer goldeshaufen
Rückert ges. poet. w. (1867) 12, 198;

übertragen für dunghaufen, vgl. auch DWB goldgrube 2: ich traf ihn ... beim aufladen des dunges beschäftigt ..., doch war er deshalb nicht weniger würdevoll, als er erst seinen 'goldhaufen' mit der ebenen erde vertauscht hatte Th. Storm s. w. (1898) 3, 95.
 
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goldhaus, n., goldgeschmücktes, reiches haus: da sind nicht predigheuser, sondern messeheuser, todtenheuser ... doch auch goldheuser, silberheuser, kleinotheuser Luther vorr. z. buch Daniel, bibel 7, 382 Bindseil; und grämte sich in den römischen goldhäusern zu tode Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 4, 79.
 
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goldheit, f., eigenart, wesen des goldes bei Angelus Silesius:

die goldheit machet gold, die gottheit machet gott:
wirstu nicht eins mit ihr, so bleibstu bley und koth cherubin. wandersmann 35 ndr.;

schau, wie die goldheit ist desz goldsflusz, schwer' und schein,
so wird die gottheit auch im seeigen alles seyn ebda.


 
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goldhell, goldenhell, adj.1) hell glänzend von gold:

wie liebt sie einst, wann der goldhelle pfeil (golden shaft)
gestreckt die schaar der neigungen gesamt,
die in ihr wallt
J. H. Voss Shakespeare 2, 274;

darauf ging herr Hugh ... nach einem goldhellen groszen schilde, welches grade über seinem sessel hing Fouqué zauberring (1812) 1, 32.2) hell glänzend wie gold: in norden raucht vom ewigen morgen des pols eine goldhelle dämmerung auf Jean Paul w. 20, 19 (Hempel); goldhelle locken flossen auf sein schneeweiszes gewand Salomon Gessner w. (1778) 2, 60; übertragen: das goldhelle wörtchen wein Luise v. François d. letzte Reckenburgerin (1871) 1, 68; da klang es goldhell von harfensaiten Felix Dahn kampf um Rom (1901) 4, 150. auch goldenhell, vor allem im vers:

in eines alten turmes schacht
liegt goldenhell ein schatz,
so reich ...
Grillparzer s. w. 2, 212 Sauer;

goldenhell war der kerzenstrahl in der festlich prangenden kirche Rosegger schr. II 8, 340.
 
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goldhelm, m., goldener, goldverzierter helm:

und in blanken silberpanzern
spiegeln dunkle seidenrosen
windend sich um schwerdt und lanze
aus des goldhelms stolzem schoosze
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 3, 41;

wir sehen Odin an der spitze der götter reiten mit dem goldhelm ... zum letzten wettkampf dem Fenriswolf entgegen W. Scherer kl. schr. 1, 518. übertragen, vom blonden haar: wobei ich mich deutlich der goldblonden ... locken eines jungen erinnere, ja sogar der ... bewegung, mit der dieser goldhelm in der dämmerung des korridors verschwand Ernst Wiechert wälder u. menschen (1936) 104.
 
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goldherz, n., poetische zusammenrückung in übertragener bedeutung aus goldenes herz (s. bei golden II D 3) und herz von gold; auf den wert bezogen:

der könig ist ein goldherz (heart of gold) und ein schatz,
ein wonnejung und ruhmessprosz Shakespearc (1797) 7, 110;

steigernd, vgl. DWB gold II C 3 a: die saiten ihres lieben, mir geweihten goldherzens sprangen Fouqué altsächs. bildersaal (1818) 1, 393; heute meist mehr im sinne des treuen, biederen charakters, vgl. DWB gold II B 2: ich liebe den guten jungen sehr ..., er (hat) ein goldherz D. v. Liliencron

[Bd. 8, Sp. 795]


kriegsnov.12 60. — dazu goldherzig, adj.: der goldherzige mann verdoppelte seine güte und aufmerksamkeit Rosegger schr. II 8, 324.
 
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goldhochzeit, f., selten für 'goldene hochzeit':

welche wunderzauberei
bringt an tages strahl
mir zur goldhochzeit herbei
golden den gemahl
Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 29.

anders, 'verbindung, die gold kostet': wenn nach unserer goldhochzeit mit England und silberhochzeit mit Frankreich sich hoffnung fassen läszt, dasz unsere goldne ader endlich aufhört Jean Paul w. 35, 97 (Hempel).
 
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goldhöhle, f., höhle, in der goldene schätze liegen: an dem wasser vor der goldhöle hütet eine grosze, zischende schlange Jac. Grimm dtsche mythologie 817.
 
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goldhorn, n., goldenes oder vergoldetes horn:

an seinem goldhorn kannte der höllenhund
den schönen Bacchus
Herder 26, 255 S.;

zürnend schüttelte sie das goldhorn, dessen würziger inhalt zerstreut über die gräser hinflog Fouqué zauberring (1812) 1, 121.

 

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