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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldhafer bis goldhaufen (Bd. 8, Sp. 792 bis 793)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldhafer, m., haferart, trisetum (avena) flavescens L., vgl. DWB goldhafer Reuss (1781) 1, 48; goldhafer, gelber hafer oder hafergras. es ... giebt gegen die sonne einen glanz von sich, daher es goldhafer genannt wird Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 52; s. auch Adelung 2, 744; Hegi 6, 1, 421: die vorzüglichsten wiesenpflanzen sind folgende: wiesenfuchsschwanz ..., goldhafer, avena flavescens Thaer grundz. d. rat. landwirtsch. 3, 230; der goldhafer kommt sowohl grannenlos als begrannt vor Karmarsch-Heeren techn. wb. 4, 229; vgl. DWB goldhafer bei Fischer schwäb. 3, 741; schweiz. id. 2, 933.
 
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goldhahn, m. , name für den singvogel sylvia cristata, regulus regulus, meist goldhähnchen, goldhähnlein genannt, s. dort. im 15. jh. vgl. golthune (für golthane?) bei Diefenbach-Wülcker hoch.-nd. wb. 630:

das küniglein und der goldhan
waren die ersten auch (= auff) der pan
Hans Sachs 4, 282 K.;

durch die tann- und taxushecken,
die den garten rings umfrieden,
schlüpft und hüpft der kleine goldhahn
L. Soyaux (1894) in: daheim 31, 179c.

goldhähnchen, n. , goldhähnlein, n., mundartlich auch goldhahnl, goldhahndl, goldhäneli, goldhannel.
1) name für den kleinen singvogel sylvia cristata, regulus regulus etc., vgl. Brehm tierleben 4, 146 P.-L.; Suolahti d. dt. vogelnamen 77. die ältesten belege aus dem oberdeutschen: goldhandel fraudula (15. jh. obd.) bei Diefenbach nov. gl. 181b; tyrannus ein goldhenlin voc. rei num. (1552) f 8a; trochilus ... ein küngele oder goldhenlin Frisius dict. (1556) 1332b; goldhenle ebda 653b; goldhendle Maaler 189b: das zaunschlipfflin ist das aller kleinst, ausgenommen das goldhendlin Heuszlin Gesners vogelb. (1557) l 6a; der adler und das goldhendlin welches man das königle nennet, füren einen steten krieg mit einander Heyden Plinius (1568) 484; trochilus ... vide regulus, ein golthenichen Bas. Faber thes. (1587) 887b; dieser art ist auch fast das goldhänlein, ... hat ein pomeranzenfarbes krönlein auf dem haubt v. Hohberg georg. cur. (1682) 2, 688; goldhänigen 3, 361b; doch ist das goldhähngen gelber als der weidenzeisig Döbel jägerpractica (1754) 1, 68; das zwitschern des zaunkönigs und goldhähnchens Stifter s. w. 5 (1908) 270; vater und sohn gerieten ... in streit, ob es goldhähnchen oder junge zeisige seien Storm s. w. (1899) 1, 195. über die mundartliche verbreitung und form des namens vgl. bei Suolahti vogelnamen 77.
2) vereinzelt als name für den käfer carabus auratus L., vgl. goldhähnlein bei Höfer österr. (1815) 1, 308: sechzehen arten des goldhähnchens (an der Ostsee) in: allg. dt. bibl. 63 (1785) 157; vgl.goldhenne bei Brehm tierleben 9, 40 P.-L.
3) name für verschiedene pflanzen; für ranunculus auricomus L., auch hahnenfusz, goldhahnenfusz, vgl. goldhähnchen

[Bd. 8, Sp. 793]


bei Pritzel-Jessen 324; goldhähnlein bei Holl pflanzenn. (1833) 145b. für anemone ranunculoides L., gelbes windröschen, vgl. DWB goldhähnchen bei Krünitz 19, 530; Pritzel-Jessen 30; Marzell pflanzenn. 1, 302; goldhähnlein bei Holl wb. d. dt. pflanzenn. 15b: lexikal. belege aus d. 18. jh. bei Marzell 1, 302. — goldhahnenfusz, m. , name der pflanze ranunculus auricomus, vgl. Perger 1, 141; Hegi 3, 566.
 
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goldhaltend, part. adj., soviel wie goldhaltig: indem der landmann immer weiter grub, um in die goldhaltende teufe zu kommen Aurbacher ein volksbüchl. (1835) 2, 169; vgl. auch goldhalten, n., für goldgehalt (beleg von 1529) bei Fischer schwäb. 6, 2054.
 
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goldhaltig, adj., gold enthaltend; von erzen, metallverbindungen, mineralerden: goltgeng, darinnen dasz golt ... mit andern im wasserflüchtigen, golthaltigem ertze eingesprengt stehet Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 45b; in den schachten diejenigen gänge aufzusuchen, die am goldhaltigsten sind Nicolai lit.-br. (1759) 7, 169; goldhaltige blende, goldhaltiger arsenikkies, goldhaltiger eisenkies Jacobsson techn. wb. (1781) 5, 713b; eine sammlung ... des in Perm neuentdeckten goldhaltigen gruses und grandes Göthe IV 40, 92 W.; (brom) zur extraction des goldes ... aus goldhaltigen sanden Muspratt chemie (1888) 1, 2012. von gebirgen, flüssen, landstrichen: von denen goldhaltigen gebürgen und ufern Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 4, 1243; goldhaltige berge Jean Paul w. 39, 67 (Hempel); er erzählte ... von den versteckten schätzen, den goldhaltigen quellen Tieck ges. nov. (1838) 1, 117; in den goldhaltigen königreichen Gutzkow ges. w. (1872) 9, 98. im gewerbe: herstellung von ... goldhaltigen steingutglasuren Muspratt chemie (1888) 8, 1021. —
 
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goldhaltigkeit, f.: der hort (der Nibelungen) der, im Rhein versenkt, dem sande eine goldhältigkeit mitteilt Grillparzer s. w. 18, 17 Sauer; dieser stein der weisen (das geld) mit seiner goldhaltigkeit und absoluten ... heilkraft Gutzkow ges. w. (1872) 8, 158.
 
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goldhandel, m., handel mit unbearbeitetem oder gemünztem gold: bey eüch ist das gelt in überflüssikeit und alhye treybt man golthändel (auri negotia) mer dann an keinem ort Hutten opera 4, 150 Böcking; nur die stelle im buch Hiob 'von norden her kommt gold' legt man ganz falsch aus, wenn man sie auf den goldhandel deutet Herder 11, 403 S.; auch der goldhandel der welt fand seinen mittelpunkt bei dem ... handelsvolke (den Holländern) hist. u. pol. aufs. (1886) 2, 497.
 
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goldharfe, f., harfe aus gold oder mit goldenen saiten: die vortrefliche, so vielsaitige goldharfe, die unter der hand des dänischen skalden allen zauber- und ... wunderton hat annehmen können Herder 5, 175 S.;

wer ists, der spielt die goldharfe so schön?
E. M. Arndt w. 6, 136 Rösch-Meisner.


 
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goldhaube, f., mit echt goldenem oder goldfarbenem zierat (drahträndern, spitzen, stickerei) versehene hauben, die in manchen gegenden zur ländlichen tracht gehören, vgl. Fischer schwäb. 3, 741, Unger-Khull steir. 299b und 313b: geringelte blonde haare, die ... sich unter einer reichen goldhaube losgemacht hatten Tieck schr. (1828) 16, 67; die weibliche landestracht (in Westfalen) ist mehr wohlthätig als wohlstehend; recht viele tuchröcke ..., recht schwere goldhauben und silberkreuze an schwarzem sammetbande A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 369; die echte Linzer goldhaube und die seidenen kleider Marie Grengg Niederösterr. (1937) 57.
 
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goldhaufen, m., haufen von meist gemünztem golde: dahero hat disz goldmachen auch bey mir nicht mehrern glauben ... als disz, dasz die ameissen grosze goldhauffen zusammen tragen sollen Lohenstein Arminius (1689) 1, 176b; dasz ich samt den übrigen ... unter diesem goldhauffen (münzen) mein grab fande Lindenborn Diogenes (1742) 1, 797; ein unterschied waltet zwischen dem jungen manne, der zum erstenmale spielend, einen goldhaufen vor sich wachsen sieht, und

[Bd. 8, Sp. 794]


dem alten spieler Otto Ludwig ges. schr. (1891) 6, 264; sie gingen, ... bis sie in die schatzkammer gelangten, wo die goldhaufen aufgeschüttet waren Grimm dt. sagen 2, 189; im verse auch goldeshaufen:

dem, der goldeshaufen mit unverrücktem
blicke betrachtet
Herder 26, 247 S.;

so rafft der krämer goldeshaufen
Rückert ges. poet. w. (1867) 12, 198;

übertragen für dunghaufen, vgl. auch DWB goldgrube 2: ich traf ihn ... beim aufladen des dunges beschäftigt ..., doch war er deshalb nicht weniger würdevoll, als er erst seinen 'goldhaufen' mit der ebenen erde vertauscht hatte Th. Storm s. w. (1898) 3, 95.

 

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