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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgülden bis goldhahnenfusz (Bd. 8, Sp. 791 bis 793)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgülden, adj. der ält. sprache als steigerung von golden:

ein leibfarb schillerisch gewand
mit einem goldtgüldinen band
ir zarten leib gantz schön bedeckt
Caspar Scheit frölich heimfart (1553) e 1a.

im bilde: besag seiner eigenen goldgüldenen verheiszung im 81. psalm erläut. d. propheten Daniel (1645) 2, 46; zu golden D 1 c: ja, ja goltgüldener herre, höret nur schausp. engl. comöd. 243 Creizenach.
 
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goldgünsel, m., pflanzenname; für ajuga reptans L. neben dem häufigeren güldengünsel s. dort und bei Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 168; daneben auch für helianthemum chamaecistus, vgl. Schkuhr bot. hdb. (1791) 2, 77; Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Holl wb. d. dt. pflanzenn. (1833) 349b.
 
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goldgurt, m., goldener oder goldfarbener gürtel: der weisze talar, in dem Johannes die erscheinung sah, war das heilige priester- und ehrenkleid, der goldgurt königsgürtel Herder 9, 9 S. gürtel, in dem gold, geld getragen wird: er ... zog seinen goldgurt unter der weste hervor, und fing an, ein häuflein napoleons ... auf den tisch zu zählen Paul Heyse romane u. nov. II 2, 246; s. d. folgende wort.
 
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goldgürtel, m., goldener oder goldfarbener gürtel: schwärzlich und himmelblau seine gestalt, aber ein goldscepter in seiner hand oder goldgürtel um seine lenden Herder 6, 351 S. älter für 'gürtel, in dem geld getragen wird': geld- oder goldgürtel cinto da portar dentro denari Kramer t.-ital. 1 (1700) 577b. —
 
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goldgusz, m., s. DWB gusz II 5: goldbelegte schilde, ... fische, mehrere vögel, zwei seemuscheln aus goldgusz Ratzel völkerkde (1885) 3, 683; im vers als goldesgusz:

das bett der liebe Salomo
ist hold und froh.
gebaut von cedern Libanus,
silber seiner säulen fusz,
der himmel goldesgusz,
die decken purpur
Herder 8, 608 S.


 
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goldhaar, n.
1) goldfarbenes, blondes haar: sein (des blumenaffen) kopff und der rugken ... ist fheürrot, darinnen etliche goldhaar glitzen Forer Gesners thierb. (1563) 6b;

wie sein (Adams) goldhaar glänzt und um den nacken sich kräuselt,
scheidet sich auf dem scheitel
Lavater poesieen (1781) 2, 13;

ich wollte, dasz das goldhaar des kleinen buben wirklich gold wäre (1808) Achim v. Arnim an Bettine 74 Steig;

achtzehn jahre nur zählt ihr geliebtester oder auch neunzehn,
kaum schon sticht sein kusz, noch säumet die lippen ihm goldhaar
Mörike w.3 3, 448 Maync;

[Bd. 8, Sp. 792]


da funkelte die sonne, ... auf dem weichen goldhaare der frauen Stifter s. w. 2 (1908) 69.
2) als name für verschiedene pflanzen; für aster linosyris Bernh., älter chrysocoma linosyris L., vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 499. für das moos polytrichum commune L., das haarmoos, frauenhaar, widerton Krünitz 19, 527, Nemnich wb. d. naturgesch. 202, vgl. auch goldhaar artotrichum bei Behlen lex. d. forst- u. jagdkde 3 (1842) 469f.
 
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goldhaarig, adj., älter auch goldhärig, goldharicht, 'mit goldenen haaren':

drumb der goldhärig got (Phoebus) möcht sparen sein geschenck
Weckherlin ged. 2, 308 Fischer;

schwestern des goldhaarigten Phöbus Schwabe belust. (1741) 1, 49; beyde (hirten) waren goldhaaricht, beyde glatt von kinn Ramler einleitg. (1758) 1, 340;

da giebt es in den bergen junge rehe,
goldhaarig, schlank wie rohr, so schön wie scheu
Raupach dram. w. ernster gatt. (1835) 7, 83;

die goldhaarige Hilde war die schönste magd in London C. F. Meyer der heilige (1891) 31.
 
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goldhafer, m., haferart, trisetum (avena) flavescens L., vgl. DWB goldhafer Reuss (1781) 1, 48; goldhafer, gelber hafer oder hafergras. es ... giebt gegen die sonne einen glanz von sich, daher es goldhafer genannt wird Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 52; s. auch Adelung 2, 744; Hegi 6, 1, 421: die vorzüglichsten wiesenpflanzen sind folgende: wiesenfuchsschwanz ..., goldhafer, avena flavescens Thaer grundz. d. rat. landwirtsch. 3, 230; der goldhafer kommt sowohl grannenlos als begrannt vor Karmarsch-Heeren techn. wb. 4, 229; vgl. DWB goldhafer bei Fischer schwäb. 3, 741; schweiz. id. 2, 933.
 
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goldhahn, m. , name für den singvogel sylvia cristata, regulus regulus, meist goldhähnchen, goldhähnlein genannt, s. dort. im 15. jh. vgl. golthune (für golthane?) bei Diefenbach-Wülcker hoch.-nd. wb. 630:

das küniglein und der goldhan
waren die ersten auch (= auff) der pan
Hans Sachs 4, 282 K.;

durch die tann- und taxushecken,
die den garten rings umfrieden,
schlüpft und hüpft der kleine goldhahn
L. Soyaux (1894) in: daheim 31, 179c.

goldhähnchen, n. , goldhähnlein, n., mundartlich auch goldhahnl, goldhahndl, goldhäneli, goldhannel.
1) name für den kleinen singvogel sylvia cristata, regulus regulus etc., vgl. Brehm tierleben 4, 146 P.-L.; Suolahti d. dt. vogelnamen 77. die ältesten belege aus dem oberdeutschen: goldhandel fraudula (15. jh. obd.) bei Diefenbach nov. gl. 181b; tyrannus ein goldhenlin voc. rei num. (1552) f 8a; trochilus ... ein küngele oder goldhenlin Frisius dict. (1556) 1332b; goldhenle ebda 653b; goldhendle Maaler 189b: das zaunschlipfflin ist das aller kleinst, ausgenommen das goldhendlin Heuszlin Gesners vogelb. (1557) l 6a; der adler und das goldhendlin welches man das königle nennet, füren einen steten krieg mit einander Heyden Plinius (1568) 484; trochilus ... vide regulus, ein golthenichen Bas. Faber thes. (1587) 887b; dieser art ist auch fast das goldhänlein, ... hat ein pomeranzenfarbes krönlein auf dem haubt v. Hohberg georg. cur. (1682) 2, 688; goldhänigen 3, 361b; doch ist das goldhähngen gelber als der weidenzeisig Döbel jägerpractica (1754) 1, 68; das zwitschern des zaunkönigs und goldhähnchens Stifter s. w. 5 (1908) 270; vater und sohn gerieten ... in streit, ob es goldhähnchen oder junge zeisige seien Storm s. w. (1899) 1, 195. über die mundartliche verbreitung und form des namens vgl. bei Suolahti vogelnamen 77.
2) vereinzelt als name für den käfer carabus auratus L., vgl. goldhähnlein bei Höfer österr. (1815) 1, 308: sechzehen arten des goldhähnchens (an der Ostsee) in: allg. dt. bibl. 63 (1785) 157; vgl.goldhenne bei Brehm tierleben 9, 40 P.-L.
3) name für verschiedene pflanzen; für ranunculus auricomus L., auch hahnenfusz, goldhahnenfusz, vgl. goldhähnchen

[Bd. 8, Sp. 793]


bei Pritzel-Jessen 324; goldhähnlein bei Holl pflanzenn. (1833) 145b. für anemone ranunculoides L., gelbes windröschen, vgl. DWB goldhähnchen bei Krünitz 19, 530; Pritzel-Jessen 30; Marzell pflanzenn. 1, 302; goldhähnlein bei Holl wb. d. dt. pflanzenn. 15b: lexikal. belege aus d. 18. jh. bei Marzell 1, 302. — goldhahnenfusz, m. , name der pflanze ranunculus auricomus, vgl. Perger 1, 141; Hegi 3, 566.

 

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