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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgründer bis goldhaarig (Bd. 8, Sp. 789 bis 792)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgründer, m., vereinzelt, wohl soviel wie goldfinder, goldmacher: da nun d. Faustus für nichts mehr zu sorgen hatte ..., lag er tag und nacht im luder, spielte, frasz und soffe mit seinen zechbrüdern, alchymisten, goldgründern und etlichen studiosis Widmann Fausts leben 159 Keller.
 
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goldgrundiert, part. adj., mit goldgrund versehen: goldgrundirte, heftig bunte gemälde Immermann 6, 146 Boxb., vgl. 11, 115; dieser orientalische bau (d. Marcuskirche) ... mit seinen goldgrundirten wänden Rosegger schr. II 12, 322. —
 
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goldgründig, adj., mit goldenem grund: weil sie mich dabei aus ihren goldgründigen augen ... anleuchtete Jakob Schaffner Konrad Pilater (1910) 231; die wasser ... sind braun und goldgründig wie die tiefe eines tierauges Marie Grengg Niederösterr. (1937) 31.
 
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goldgulden, goldgülden, m. , seit dem vierzehnten jahrhundert bezeichnung verschiedener münzen aus gold, ausländischen oder deutschen ursprungs; hauptsächlich des seit etwa 1340 in Deutschland geprägten guldenstückes und des ihm entsprechenden rechenwertes, vgl. DWB gulden teil 4, 1, 6, sp. 1055 ff. die tautologische bezeichnung gilt neben dem verbreiteten simplex seit dem aufkommen des guldens, wohl verstärkend zur hervorhebung seines wertes, nicht erst im gegensatz zum silbergulden des 16. jhs. der kurswert des goldguldens wechselt nach prägeort und zeit mit seinem feingehalt. seit dem 17. jh. als münze nur noch selten geschlagen, blieb der goldgulden als rechnungswert noch länger bestehen, vgl. Schmieder handwb. d. ges. münzkde 202. literarisch später nur noch in geschichtlicher dichtung.

[Bd. 8, Sp. 790]



1) die goldene münze.
a) durch angabe des herkunftsortes, aussehens, wertes oft gegenüber anderen goldenen geldstücken als guldenstück gekennzeichnet: ouch setzen wir, das nieman Zurich enkein wechsel triben noch haben sol, won dem es der rat mit der muntzmeister wissent erlöubt, wan goltgulden, turney, costentzer, laller und semlich den., die ze brennen in die muntz nicht gehörent, die mag iederman wol köuffen und verköuffen ... so er wil (v. j. 1351) in Zürcher stadtbücher 1, 177 Zeller-Werdmüller, vgl. aber gulden teil 4, 1, 6, sp. 1055 unter I a; der da zu bede gipt ein gulten, der soll ein goltgulten geben und wer ein halben gulten oder ein pet heller zu beden git, der soll dem schultheiszen bringen ein goiltgulten, so soll der schulthesz demselben nach ainzel heruszgeben so fiel im gebört (rhein. v. j. 1390) weist. 5, 620; dat ein lerjunge, der dat ampt wilt leren, sal geven ein goltgulden of de wert dairvoer ind 8 albus (1493) Köln. zunfturkd. 2, 354 Lösch; vier rinsche goltgulden (1398) 1, 145; viertzig tonnen guter wichtiger Dariusgulden oder stateres, welche summa weit gröszer ist nach wirderung (umrechnung) der alten goldgülden, denn alle die auszbeut ... im thal Mathesius ausgew. w. 4, 112 Loesche; ein grosz stück golts, als etwan ein gedoppelter ducaten oder dergleichen kronen, goltgülden Fronsperger kriegsb. 1 (1878) h 1b; antiquische gemüntzte goldstück, deren jedes anderthalbe goldgülden schwer war Grimmelshausen Simplicissimus 247 Scholte;

ey, weil ichs so gut hab im sinn,
so setz ich den goldgülden dran,
die gelten auch zwaintzig patzer schon
Jac. Ayrer dramen 2448 Keller,

vgl. Schweinichen denkw. 95 Österley; der goldgülden (soll gelten) 7 thaler (17. jh. schles.) acta publ. 4, 237 Palm; zu Regenspurg sind die gerechten goldgulden, oder reichsgoldgulden gesetzt auf 2 fl. 56 kreutzer; Metzer goldgülden aber auf 2 fl. 30 kreutzer Frisch t.-lat. (1741) 1, 360b; die lothringischen goltgülden (schles.) acta publ. 2, 40 Palm; zween göldgülden Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 3 (1643) 226; (er) nimmt diese goldstücke ... für ungarische goldgülden Nicolai reise (1783) 3, 129; ich habe schon früher dankbar angezeigt, dasz ... ich denn auch den goldgülden erhalten habe Göthe IV 22, 257 W.; alles, was diese hinterliesz: ein goldgulden, ein species, ein paar kleinere münzen Fontane ges. w. I 2, 452.
b) ohne nähere bezeichnung auch für eine beliebige goldene münze gebraucht, vgl. DWB gulden 1 c und lexikalische buchungen wie aurum ein goldguldin Frisius dict. (1556) 145b; philippeus ein goldgulde ebda 1002a; florenus aureus goldgulden Henisch (1616) 1673: wen Christus einem jeden einen sack vol golltgulden geschenckt, ... wer sollte nicht sein junger geblieben sein? Luther 33, 650 W.;

ein köstlich gulden schewer (becher)
mit goldgülden, geschlagen hewer
Hans Sachs 15, 432 K.-G.;

zu solchem probirn der golder und goldgülden musz man ein sonderlichs ... karatgewicht haben Ercker beschreib. aller miner. ertzt (1580) 56a;

was zog er aus dem sacke?
fünfhundert goldgulden so roth bei
Göthe I 38, 246 W.;

die eiserne truhe im schlafzimmer enthielt eine erkleckliche anzahl von goldgulden W. Hauff s. w. (1890) 1, 33 ; abgehoben von geringeren münzen: ihre goldgulden mit rechenpfennigen ... abwechseln lassen Nigrinus papist. inquis. (1589) a 3a; gleichwohl wil ich das hällerlein meiner armuht gegen ihren dargereichten goldgülden setzen Zesen Assenat (1672) 41; einen rechenpfennig für nen goldgülden Rückert ges. poet. w. (1867) 2, 146.
2) als geldwert, der auch in kleinerer münze oder als bloszer rechenwert die bezeichnung goldgulden trägt: alse vor eynen goltgulden des geldes, uppe dat gy my reyde sant heffen ..., up deme fote wil ek iu II fl. an golde weder senden (v. j. 1458) in Germania 10, 389; nicht uber

[Bd. 8, Sp. 791]


hundert pfund grossz flemmisch, das ist vierhundert goltgulden ordnung, statuten u. edict keiser Carols V. (1540) c 2a; ein talent, sechshundert goldgulden Bentzius thes. lat. (1596) 186; er gewann an jedem sester einen halben goldgulden Grimmelshausen Simpl. 513 Kögel; ist es nicht wahrscheinlich ..., dasz die erwehnte satyre in Sachsen bey 30 rheinischen goldgülden zu verkaufen verboten worden Liscow samml. sat. u. ernsth. schr. (1739) 298; beutel, fünf baare goldgulden sind drin an silbermünze maler Müller w. (1811) 3, 302; für eine gleichwertige silbermünze: (beschlusz), dasz ... aus einer cöllnischen mark fein silbers neunthalben goldgülden, ein halber creuzer, den goldgülden auf 70 zween creutzer gerechnet ..., auszbracht ... werden sollen kaiserl. münzabsch. v. 1551 bei Hirsch teutsch. reichs müntzarch. 1, 320; die silberne müntz, welch er goldgüldin genannt, dieweil sie so viel galten als ein rheinischer gulden bei Welser-Werlichius chron. d. st. Augspurg (1595) 3, 80; 'goldgulden ... ausnahmsweise auch eine silbermünze z. b. in Holland, wo es gestämpelte und ungestämpelte gibt' Weilmeyr münzwb. (1817) 1, 223; das silber gelangte erst wieder zur gleichberechtigung im verkehr, nachdem der goldgulden ... auch in diesem metall ausgeprägt worden war hdwb. d. staatswiss.2 3, 238. —
 
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goldgülden, adj. der ält. sprache als steigerung von golden:

ein leibfarb schillerisch gewand
mit einem goldtgüldinen band
ir zarten leib gantz schön bedeckt
Caspar Scheit frölich heimfart (1553) e 1a.

im bilde: besag seiner eigenen goldgüldenen verheiszung im 81. psalm erläut. d. propheten Daniel (1645) 2, 46; zu golden D 1 c: ja, ja goltgüldener herre, höret nur schausp. engl. comöd. 243 Creizenach.
 
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goldgünsel, m., pflanzenname; für ajuga reptans L. neben dem häufigeren güldengünsel s. dort und bei Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 168; daneben auch für helianthemum chamaecistus, vgl. Schkuhr bot. hdb. (1791) 2, 77; Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Holl wb. d. dt. pflanzenn. (1833) 349b.
 
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goldgurt, m., goldener oder goldfarbener gürtel: der weisze talar, in dem Johannes die erscheinung sah, war das heilige priester- und ehrenkleid, der goldgurt königsgürtel Herder 9, 9 S. gürtel, in dem gold, geld getragen wird: er ... zog seinen goldgurt unter der weste hervor, und fing an, ein häuflein napoleons ... auf den tisch zu zählen Paul Heyse romane u. nov. II 2, 246; s. d. folgende wort.
 
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goldgürtel, m., goldener oder goldfarbener gürtel: schwärzlich und himmelblau seine gestalt, aber ein goldscepter in seiner hand oder goldgürtel um seine lenden Herder 6, 351 S. älter für 'gürtel, in dem geld getragen wird': geld- oder goldgürtel cinto da portar dentro denari Kramer t.-ital. 1 (1700) 577b. —
 
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goldgusz, m., s. DWB gusz II 5: goldbelegte schilde, ... fische, mehrere vögel, zwei seemuscheln aus goldgusz Ratzel völkerkde (1885) 3, 683; im vers als goldesgusz:

das bett der liebe Salomo
ist hold und froh.
gebaut von cedern Libanus,
silber seiner säulen fusz,
der himmel goldesgusz,
die decken purpur
Herder 8, 608 S.


 
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goldhaar, n.
1) goldfarbenes, blondes haar: sein (des blumenaffen) kopff und der rugken ... ist fheürrot, darinnen etliche goldhaar glitzen Forer Gesners thierb. (1563) 6b;

wie sein (Adams) goldhaar glänzt und um den nacken sich kräuselt,
scheidet sich auf dem scheitel
Lavater poesieen (1781) 2, 13;

ich wollte, dasz das goldhaar des kleinen buben wirklich gold wäre (1808) Achim v. Arnim an Bettine 74 Steig;

achtzehn jahre nur zählt ihr geliebtester oder auch neunzehn,
kaum schon sticht sein kusz, noch säumet die lippen ihm goldhaar
Mörike w.3 3, 448 Maync;

[Bd. 8, Sp. 792]


da funkelte die sonne, ... auf dem weichen goldhaare der frauen Stifter s. w. 2 (1908) 69.
2) als name für verschiedene pflanzen; für aster linosyris Bernh., älter chrysocoma linosyris L., vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 499. für das moos polytrichum commune L., das haarmoos, frauenhaar, widerton Krünitz 19, 527, Nemnich wb. d. naturgesch. 202, vgl. auch goldhaar artotrichum bei Behlen lex. d. forst- u. jagdkde 3 (1842) 469f.
 
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goldhaarig, adj., älter auch goldhärig, goldharicht, 'mit goldenen haaren':

drumb der goldhärig got (Phoebus) möcht sparen sein geschenck
Weckherlin ged. 2, 308 Fischer;

schwestern des goldhaarigten Phöbus Schwabe belust. (1741) 1, 49; beyde (hirten) waren goldhaaricht, beyde glatt von kinn Ramler einleitg. (1758) 1, 340;

da giebt es in den bergen junge rehe,
goldhaarig, schlank wie rohr, so schön wie scheu
Raupach dram. w. ernster gatt. (1835) 7, 83;

die goldhaarige Hilde war die schönste magd in London C. F. Meyer der heilige (1891) 31.

 

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