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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgrien bis goldgünsel (Bd. 8, Sp. 787 bis 791)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgrien, m., im ält. alem. 'uferplatz mit kiessand, in dem gold gewaschen wird': so ist eins apts und des gottzhusz zue Swarzach twynge und banne, walde und weyde, ... wyltbenne, vogelleygen, goltgrine, mülestaden (vor 1400) weist. 1, 423; item 1 lb. von goltgrienen, myne oder me (1414) bei Mone ztschr. f. gesch. d. Oberrheins 18, 416; aurifovea ein goldgrueb oder goldgrien an einem reine oder wasser gemma gemm. (1510) c 3a; aurifodina goltgrien am Rein, var. goltgryn am Rhyn (16. jh.) bei Diefenbach gl. 62a; der sich vorgender gerechtikeiten, als der almend, weiden, altwassern, goltgrien, wiltpand ... underneme (1528) weist. 5, 499. —
 
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goldgries, m., 'goldhaltiger sand', schon ahd. bezeugt: quicquid Tagus donat aureis harenis suuaz Tagus kibet fluuius Hispanie an sinemo goltcrieze Notker I 196, 8 Piper; lexikalisch noch bei Voigtel wb. (1793) 2, 112a, Adelung 2, 744; vgl. auch mhd. goldgrûz Lexer 1, 1048:

wan man sol die golt grûz lesen uz den griezen
Heinrich v. d. Türlin krone 18116.


 
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goldgrube, f.
1) goldbergwerk, vgl. aurifodina goltgrube, goltgrub, goltgrueb (1429 md.); goltgrobe (1414 nd.) bei Diefenbach gl. 62a; aurifovea goltgrueb gemma gemm. (1495) C 3b: als ein köche und etliche tiche (dämme) und züne bij der goltgrben und anders gemaht sint ..., daz man nit wol darvor usz und in ... gefaren mag (1405) ztschr. f. gesch. d. Oberrheins 9, 411 Mone; und mssen unsere mnner mit strenger arbeit in den goldgrben arbeiten Wickram 3, 170 Bolte; so läszt sich solches vergleichen mit dem gold, das ... aus der goldgruben gegraben ... wird Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 5 (1645) 444; so ist er zu verlachen ... wenn er nicht ... hingeht goldgruben und kirchenschätze suchen, wo ihn nur niemand sieht Herder 1, 25 S.; ohngeachtet der reichen goldgruben in Amerika waren dennoch seine finanzen sehr oft in unordnung Schiller 4, 92 G.; in dem bezirk der goldgruben haben die Römer sich ansässig gemacht Mommsen röm. gesch. 5 (1904) 207. oft bildlich und übertragen: du (gott) bist ... die goldgrube der güte Olearius persian. baumgarten in: verm. reisebeschr. (1696) vorr. 5; für eine besonders reiche grube, vor allem in fester verbindung wie rechte, wahre goldgrube (s. auch unter 2), 'fundgrube von geistigen schätzen': die kirchengeschichte, die als eine wahre goldgrube zu beobachtungen und grundsätzen ... gebraucht werden kann J. G. Hamann schr. 3, 285 Roth-Wiener; in die goldgrube der sprache herabsteigen Herder 2, 57 S.; wieviel kostbares (in der bibel)! lauter goldgruben, in die man sich hineinarbeiten und die man ausbeuten möchte! K. Gerok psalmen (1891) 1, 2;

[Bd. 8, Sp. 788]


die rechte goldgrub ist der fleisz —
für den, der ihn zu üben weisz
Chr. v. Schmid ges. schr. (1858) 16, 33.


2) seit dem 18. jh. verbreitet in der übertragenen bedeutung 'ertragreiche erwerbsquelle', 'quelle des reichtums, wohlstandes'; vgl. Krünitz öcon. encycl. 19, 520, Adelung 2, 744, auch mundartlich, vgl. goldgrouf gutgehendes geschäft luxemb. ma. 149; goldgrube ein gutes geschäftslokal Brendicke Berliner wortsch. 128; geschäft, das überreichen ertrag abwirft Unger-Khull steir. 299: allgemeine goldgrube, woraus grosze potentaten und gantze länder sich bereichern können J. J. Pock (1726) titel; von der in der accise entdeckten goldgrube Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrsamk. (1751) 1, 676; so gilts in allen ländern: dasz die kornernte eine goldgrube ... sey Herder 1, 83 S.; das (die zeitschrift) kann für sie und mich eine goldgrube werden Göschen an Böttiger in: briefw. (1803) 158; desto fleisziger arbeiteten sie ... also dasz er ein heidengeld durch die stillen gesellen verdiente und eine wahre goldgrube an ihnen besasz G. Keller ges. w. (1889) 4, 227; euphemistisch gefärbt für die dunggrube: lieber pastor ... das is unsere goldgrube Hauptmann einsame menschen (1891) 116; vgl. auch Brendicke Berliner wortsch. 128.
 
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goldgrün , auch goldengrün, adj., 'von grüner, ins goldene spielender farbe', vgl. auch grüngolden.
1) der goldene ton wird hervorgerufen durch metallischspiegelnden glanz; so gern vom tierkleid: umb die tische herumb standen ... thiere, nemlich ein löwe, ein pferd, ... und ein goldgrüner käfer Lohenstein Arminius (1689) 1, 1365a; die wasserjungfern tanzten, dasz ihre goldgrünen haare wehten H. Stehr Leonore Griebel (1900) 217;

wie sie kreise zieht, sich hebet und sich senkt,
die goldengrüne, lüsterne schlange!
an ihren roten lippen hängt
ein lächeln, wie drei tropfen süszes gift
Mörike ges. schr. (1905) 3, 110 Göschen.


2) der goldene ton wird durch den schimmer durchscheinenden oder auffallenden gelben lichtes hervorgerufen: ein durchsichtiges wäldchen von goldgrünen birken Jean Paul w. 7/10, 174 (Hempel); man sahe nichts als über sich das goldgrüne gewölbe des waldes Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 564; oben spielten die letzten strahlen der abendsonne auf den warmen goldgrünen blättern C. F. Meyer Jürg Jenatsch (1901) 39;

hell im silberlichte flimmernd
zieht und singt des baches welle;
goldengrün und tiefblau schimmernd
küszt sie flüchtig die libelle
G. Keller ges. w. (1889) 9, 55.

vom lichte selbst: im goldgrünen abend Jean Paul w. 39/44, 66 (Hempel); zweifarbig, golden und grün:

auf deiner weiszen marmorschale, deren rand
den efeukranz von goldengrünem erz umflicht
Mörike ges. schr. (1905) 1, 100 Göschen.


 
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goldgrund, m.
1) fundstelle für natürliches gold, vor allem in gewässern, vgl. grund II A 3 a: so wern durch zuflotzung des wassers an irem eygentum zu Otterstat angestanden ein golt- und ein salmengrunde (v. j. 1487) d. dtsche bauernkrieg, aktenbd. (1935) 18 Franz;

bei eynem flusz, hiesz Pactalon,
welcher doch damalen (noch) nitt
eyn goltgrundt hatt
Wickram w. 8, 89 Bolte;

von goldgründen desz Rheins Meurer jag- u. forstrecht (1582) 103b; goldgründe, da gegoldet wird Schottel haubtspr. (1663) 567; der rothe, reichhaltige goldgrund (boden) Ritter erdkde (1822) 3, 659. im bilde: was denn hinter und unter diesem meer von fluthen und meinungen endlich ... gewisser grund, gold- und felsengrund sei Herder 10, 281 S.

[Bd. 8, Sp. 789]



2) maltechnische bezeichnung, vgl. grund I G 2.
a) 'untergrund aus farbe und firnisz bei der vergoldung'. 'solche farbe wird der goldgrund genennet' allgem. haush.-lex. (1749) 1, 610; vgl. auch Frisch wb. (1741) 1, 360b: (man) trägt dann den goldgrund (goldfarbe, goldleim), der aus gekochtem leinöl und ocker besteht, sorgfältig mit einem pinsel auf. nach sechs ... stunden ist der goldgrund ziemlich abgetrocknet Muspratt chemie (1888) 3, 1835; im bilde:

die ram (des spiegels) mach ich von holtz, an dem der herr sein leben
hie für die sünder lies. ich fasz sie: brauch an stat
des goldgrunds gottes huld
Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch s. reimget. (1647) 208.


b) seit dem ende des 18. jhs. bezeugt als bezeichnung für den goldenen hintergrund auf gemälden, mosaiken und glasschmuck, vgl. goldgrund le fond d'or stoff mit seidenen blumen auf goldgrund Schwan nouv. dict. (1783) 1, 776a: was die art betrifft, wie diese bilder zu mahlen wären ..., graue figuren auf goldgrund (1801) Göthe IV 15, 264 W.; im (Kölner) dombild erscheint keine perspective, weil der reine goldgrund alles abschlieszt I 49, 1, 17; prachtbilder ihrer schönheit, auf goldgrund gemalt Jean Paul 27, 64 (Hempel);

es ist ein bild, wie still und heisz
es alte meister hegten,
kunstvolle mönche, und mit fleisz
es auf den goldgrund legten
Annette v. Droste-Hülshoff ges. schr. 1, 114 Schücking;

ihre (der tür) zwei felder waren mit tafeln von blauem glas auf einem goldgrunde belegt Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 221; dieses ganze ... umgiebt sich mit malerischer zierde: buntem marmor, mosaikfuszböden, ..., goldgrund Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 3, 300; der goldgrund der byzantinischen mosaiken ist nicht mehr reliefgrund, sondern idealer raum Schmarsow grundbegr. d. kunstwiss. (1905) 325; die schönen alten ... gläser mit den ... silhouetten und landschaften auf gold- und silbergrund gezeichnet Marie Grengg Niederösterr. (1937) 27. übertragen, besonders vom abendlich leuchtenden himmel: so dasz ihre häupter auf dem goldgrunde des abendhimmels schwebten G. Keller ges. w. (1889) 6, 113; alles (in dem gedicht) in den spiegelhellen goldgrund der phantasie gefaszt Görres ges. schr. (1854) 3, 359; so scheint durch diese namen aus heldensage und legende der verblichene goldgrund der göttersage hindurchzuschimmern Laistner nebelsagen (1879) 114. —
 
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goldgründer, m., vereinzelt, wohl soviel wie goldfinder, goldmacher: da nun d. Faustus für nichts mehr zu sorgen hatte ..., lag er tag und nacht im luder, spielte, frasz und soffe mit seinen zechbrüdern, alchymisten, goldgründern und etlichen studiosis Widmann Fausts leben 159 Keller.
 
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goldgrundiert, part. adj., mit goldgrund versehen: goldgrundirte, heftig bunte gemälde Immermann 6, 146 Boxb., vgl. 11, 115; dieser orientalische bau (d. Marcuskirche) ... mit seinen goldgrundirten wänden Rosegger schr. II 12, 322. —
 
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goldgründig, adj., mit goldenem grund: weil sie mich dabei aus ihren goldgründigen augen ... anleuchtete Jakob Schaffner Konrad Pilater (1910) 231; die wasser ... sind braun und goldgründig wie die tiefe eines tierauges Marie Grengg Niederösterr. (1937) 31.
 
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goldgulden, goldgülden, m. , seit dem vierzehnten jahrhundert bezeichnung verschiedener münzen aus gold, ausländischen oder deutschen ursprungs; hauptsächlich des seit etwa 1340 in Deutschland geprägten guldenstückes und des ihm entsprechenden rechenwertes, vgl. DWB gulden teil 4, 1, 6, sp. 1055 ff. die tautologische bezeichnung gilt neben dem verbreiteten simplex seit dem aufkommen des guldens, wohl verstärkend zur hervorhebung seines wertes, nicht erst im gegensatz zum silbergulden des 16. jhs. der kurswert des goldguldens wechselt nach prägeort und zeit mit seinem feingehalt. seit dem 17. jh. als münze nur noch selten geschlagen, blieb der goldgulden als rechnungswert noch länger bestehen, vgl. Schmieder handwb. d. ges. münzkde 202. literarisch später nur noch in geschichtlicher dichtung.

[Bd. 8, Sp. 790]



1) die goldene münze.
a) durch angabe des herkunftsortes, aussehens, wertes oft gegenüber anderen goldenen geldstücken als guldenstück gekennzeichnet: ouch setzen wir, das nieman Zurich enkein wechsel triben noch haben sol, won dem es der rat mit der muntzmeister wissent erlöubt, wan goltgulden, turney, costentzer, laller und semlich den., die ze brennen in die muntz nicht gehörent, die mag iederman wol köuffen und verköuffen ... so er wil (v. j. 1351) in Zürcher stadtbücher 1, 177 Zeller-Werdmüller, vgl. aber gulden teil 4, 1, 6, sp. 1055 unter I a; der da zu bede gipt ein gulten, der soll ein goltgulten geben und wer ein halben gulten oder ein pet heller zu beden git, der soll dem schultheiszen bringen ein goiltgulten, so soll der schulthesz demselben nach ainzel heruszgeben so fiel im gebört (rhein. v. j. 1390) weist. 5, 620; dat ein lerjunge, der dat ampt wilt leren, sal geven ein goltgulden of de wert dairvoer ind 8 albus (1493) Köln. zunfturkd. 2, 354 Lösch; vier rinsche goltgulden (1398) 1, 145; viertzig tonnen guter wichtiger Dariusgulden oder stateres, welche summa weit gröszer ist nach wirderung (umrechnung) der alten goldgülden, denn alle die auszbeut ... im thal Mathesius ausgew. w. 4, 112 Loesche; ein grosz stück golts, als etwan ein gedoppelter ducaten oder dergleichen kronen, goltgülden Fronsperger kriegsb. 1 (1878) h 1b; antiquische gemüntzte goldstück, deren jedes anderthalbe goldgülden schwer war Grimmelshausen Simplicissimus 247 Scholte;

ey, weil ichs so gut hab im sinn,
so setz ich den goldgülden dran,
die gelten auch zwaintzig patzer schon
Jac. Ayrer dramen 2448 Keller,

vgl. Schweinichen denkw. 95 Österley; der goldgülden (soll gelten) 7 thaler (17. jh. schles.) acta publ. 4, 237 Palm; zu Regenspurg sind die gerechten goldgulden, oder reichsgoldgulden gesetzt auf 2 fl. 56 kreutzer; Metzer goldgülden aber auf 2 fl. 30 kreutzer Frisch t.-lat. (1741) 1, 360b; die lothringischen goltgülden (schles.) acta publ. 2, 40 Palm; zween göldgülden Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 3 (1643) 226; (er) nimmt diese goldstücke ... für ungarische goldgülden Nicolai reise (1783) 3, 129; ich habe schon früher dankbar angezeigt, dasz ... ich denn auch den goldgülden erhalten habe Göthe IV 22, 257 W.; alles, was diese hinterliesz: ein goldgulden, ein species, ein paar kleinere münzen Fontane ges. w. I 2, 452.
b) ohne nähere bezeichnung auch für eine beliebige goldene münze gebraucht, vgl. DWB gulden 1 c und lexikalische buchungen wie aurum ein goldguldin Frisius dict. (1556) 145b; philippeus ein goldgulde ebda 1002a; florenus aureus goldgulden Henisch (1616) 1673: wen Christus einem jeden einen sack vol golltgulden geschenckt, ... wer sollte nicht sein junger geblieben sein? Luther 33, 650 W.;

ein köstlich gulden schewer (becher)
mit goldgülden, geschlagen hewer
Hans Sachs 15, 432 K.-G.;

zu solchem probirn der golder und goldgülden musz man ein sonderlichs ... karatgewicht haben Ercker beschreib. aller miner. ertzt (1580) 56a;

was zog er aus dem sacke?
fünfhundert goldgulden so roth bei
Göthe I 38, 246 W.;

die eiserne truhe im schlafzimmer enthielt eine erkleckliche anzahl von goldgulden W. Hauff s. w. (1890) 1, 33 ; abgehoben von geringeren münzen: ihre goldgulden mit rechenpfennigen ... abwechseln lassen Nigrinus papist. inquis. (1589) a 3a; gleichwohl wil ich das hällerlein meiner armuht gegen ihren dargereichten goldgülden setzen Zesen Assenat (1672) 41; einen rechenpfennig für nen goldgülden Rückert ges. poet. w. (1867) 2, 146.
2) als geldwert, der auch in kleinerer münze oder als bloszer rechenwert die bezeichnung goldgulden trägt: alse vor eynen goltgulden des geldes, uppe dat gy my reyde sant heffen ..., up deme fote wil ek iu II fl. an golde weder senden (v. j. 1458) in Germania 10, 389; nicht uber

[Bd. 8, Sp. 791]


hundert pfund grossz flemmisch, das ist vierhundert goltgulden ordnung, statuten u. edict keiser Carols V. (1540) c 2a; ein talent, sechshundert goldgulden Bentzius thes. lat. (1596) 186; er gewann an jedem sester einen halben goldgulden Grimmelshausen Simpl. 513 Kögel; ist es nicht wahrscheinlich ..., dasz die erwehnte satyre in Sachsen bey 30 rheinischen goldgülden zu verkaufen verboten worden Liscow samml. sat. u. ernsth. schr. (1739) 298; beutel, fünf baare goldgulden sind drin an silbermünze maler Müller w. (1811) 3, 302; für eine gleichwertige silbermünze: (beschlusz), dasz ... aus einer cöllnischen mark fein silbers neunthalben goldgülden, ein halber creuzer, den goldgülden auf 70 zween creutzer gerechnet ..., auszbracht ... werden sollen kaiserl. münzabsch. v. 1551 bei Hirsch teutsch. reichs müntzarch. 1, 320; die silberne müntz, welch er goldgüldin genannt, dieweil sie so viel galten als ein rheinischer gulden bei Welser-Werlichius chron. d. st. Augspurg (1595) 3, 80; 'goldgulden ... ausnahmsweise auch eine silbermünze z. b. in Holland, wo es gestämpelte und ungestämpelte gibt' Weilmeyr münzwb. (1817) 1, 223; das silber gelangte erst wieder zur gleichberechtigung im verkehr, nachdem der goldgulden ... auch in diesem metall ausgeprägt worden war hdwb. d. staatswiss.2 3, 238. —
 
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goldgülden, adj. der ält. sprache als steigerung von golden:

ein leibfarb schillerisch gewand
mit einem goldtgüldinen band
ir zarten leib gantz schön bedeckt
Caspar Scheit frölich heimfart (1553) e 1a.

im bilde: besag seiner eigenen goldgüldenen verheiszung im 81. psalm erläut. d. propheten Daniel (1645) 2, 46; zu golden D 1 c: ja, ja goltgüldener herre, höret nur schausp. engl. comöd. 243 Creizenach.
 
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goldgünsel, m., pflanzenname; für ajuga reptans L. neben dem häufigeren güldengünsel s. dort und bei Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 168; daneben auch für helianthemum chamaecistus, vgl. Schkuhr bot. hdb. (1791) 2, 77; Nemnich wb. d. naturgesch. 202; Holl wb. d. dt. pflanzenn. (1833) 349b.

 

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