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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldglimmer bis goldgrube (Bd. 8, Sp. 786 bis 787)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldglimmer, m., bezeichnung einer glimmerart, auch katzengold genannt, vgl. DWB glimmer 1 c: 'das katzengold, der goldglimmer ... wird diejenige unter den glimmerarten genannt, welche eine goldgelbe farbe oder wenigstens goldglanz hat' Krünitz öcon. encycl. 19, 77; bildlich: er hatte doch eine gute seite, doch einigen moralischen goldglimmer an ihm ausgegraben Jean Paul w. 7/10, 332 (Hempel).
 
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goldglut, f., goldfarbene glut:

wenn du (sonne) den saum der morgenwolke,
der abendwolke saum mit goldgluth röthest
Lavater handbibl. f. freunde (1790) 1, 180;

in welch kraftvoller goldgluth leuchtet das fleisch bei einem Giorgione und Titian Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 3, 567.
 
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goldgraben, subst. vb.:

solchen leüten dien ich gar gern,
die mit hurn und buben umbgehn,
denn solcher unzucht thu ich beystehn,
bin lieber dabey als bei goltgraben
J. Ayrer dramen 1872 Keller;

der älteste unter den zwei stammbrüdern sei durch gold- und silbergraben reich geworden Fr. Schlegel s. w. (1846) 13, 56. —
 
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goldgrabend, part. adj.: die existenz dieser goldgrabenden indianischen ameisen Wieland Lucian (1788) 1, 126; dem indischen märchen von den goldgrabenden ameisen Mommsen reden u. aufs. (1905) 252.
 
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goldgräber, m. , seit dem 15. jh. goltgreber belegt (s. u.b).
a) goldgraber aurilegus Widerhold nouv. dict. (1669) 149a; goldgräber ... heist ein bergmann, welcher in der goldgrube arbeitet Noel Chomel öcon.-phys. lex. 4, 1231: der goldgräber kann nur während drei monate seinem geschäft nachgehen Ritter erdkde (1822) 3, 668; auch als goldgräber in Kalifornien habe ich mein glück versucht W. Weigand d. gärten gottes (1930) 264. übertragen: das reich der abstraktionen (ist) die wahre gegend unterirdischer arsenikalischer dünste, wo die goldgräber (goldgräber nach dem wahn der menschen) als verdammte der hölle umhergehen Herder 5, 458 S.

[Bd. 8, Sp. 787]



b) euphemistische bezeichnung für kanalräumer: für 8  liecht den goltgrebern in die aduche gegeben und ine domide gelûchtet (1443) Frankf. baumstb. bei Lexer 1, 1048; goltgreber, galtgreber, kanal-, abtritträumer (belege von 1463 an) bei K. Bucher Frkf. berufswb. 52b; vgl. M. Kramer t.-ital. 1 (1700) 546b; Jacob Wien 71.
 
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goldgradieren, subst. vb., das erhöhen der farbe des goldes durch chemische einwirkung: das gemeine goldtgradieren aber geschicht, dasz man ein pulffer mach von zwei theil kupffer und ein theil schweffel Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 85b; 'so wird auch das gold, wenn es sehr bleich oder gar weisz ist mit ... gradierpulvern ... wie auch mit so genannten goldfarben ... in seiner farbe erhöhet, welches man das goldgradieren nennet' Krünitz öcon. encycl. 19, 354; dazu goldgradierung, f., bei Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 84a. —
 
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goldgranat, m., eine art des minerals granat, die gold enthalten soll, vgl. Voigtel wb. (1793) 2, 112a; Adelung 2, 743. —
 
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goldgras, n., bezeichnung der pflanze 'anthoxanthum odoratum': das gemeine ruchgras ... das dem heu seinen angenehmen geruch gibt, heiszt daher auch lavendelgras und, weil die ähren zuletzt gelblich werden, goldgras Oken allg. naturgesch. 3, 394; beleg f. d. 18. jh. bei Marzell 1, 329.
 
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goldgrien, m., im ält. alem. 'uferplatz mit kiessand, in dem gold gewaschen wird': so ist eins apts und des gottzhusz zue Swarzach twynge und banne, walde und weyde, ... wyltbenne, vogelleygen, goltgrine, mülestaden (vor 1400) weist. 1, 423; item 1 lb. von goltgrienen, myne oder me (1414) bei Mone ztschr. f. gesch. d. Oberrheins 18, 416; aurifovea ein goldgrueb oder goldgrien an einem reine oder wasser gemma gemm. (1510) c 3a; aurifodina goltgrien am Rein, var. goltgryn am Rhyn (16. jh.) bei Diefenbach gl. 62a; der sich vorgender gerechtikeiten, als der almend, weiden, altwassern, goltgrien, wiltpand ... underneme (1528) weist. 5, 499. —
 
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goldgries, m., 'goldhaltiger sand', schon ahd. bezeugt: quicquid Tagus donat aureis harenis suuaz Tagus kibet fluuius Hispanie an sinemo goltcrieze Notker I 196, 8 Piper; lexikalisch noch bei Voigtel wb. (1793) 2, 112a, Adelung 2, 744; vgl. auch mhd. goldgrûz Lexer 1, 1048:

wan man sol die golt grûz lesen uz den griezen
Heinrich v. d. Türlin krone 18116.


 
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goldgrube, f.
1) goldbergwerk, vgl. aurifodina goltgrube, goltgrub, goltgrueb (1429 md.); goltgrobe (1414 nd.) bei Diefenbach gl. 62a; aurifovea goltgrueb gemma gemm. (1495) C 3b: als ein köche und etliche tiche (dämme) und züne bij der goltgrben und anders gemaht sint ..., daz man nit wol darvor usz und in ... gefaren mag (1405) ztschr. f. gesch. d. Oberrheins 9, 411 Mone; und mssen unsere mnner mit strenger arbeit in den goldgrben arbeiten Wickram 3, 170 Bolte; so läszt sich solches vergleichen mit dem gold, das ... aus der goldgruben gegraben ... wird Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 5 (1645) 444; so ist er zu verlachen ... wenn er nicht ... hingeht goldgruben und kirchenschätze suchen, wo ihn nur niemand sieht Herder 1, 25 S.; ohngeachtet der reichen goldgruben in Amerika waren dennoch seine finanzen sehr oft in unordnung Schiller 4, 92 G.; in dem bezirk der goldgruben haben die Römer sich ansässig gemacht Mommsen röm. gesch. 5 (1904) 207. oft bildlich und übertragen: du (gott) bist ... die goldgrube der güte Olearius persian. baumgarten in: verm. reisebeschr. (1696) vorr. 5; für eine besonders reiche grube, vor allem in fester verbindung wie rechte, wahre goldgrube (s. auch unter 2), 'fundgrube von geistigen schätzen': die kirchengeschichte, die als eine wahre goldgrube zu beobachtungen und grundsätzen ... gebraucht werden kann J. G. Hamann schr. 3, 285 Roth-Wiener; in die goldgrube der sprache herabsteigen Herder 2, 57 S.; wieviel kostbares (in der bibel)! lauter goldgruben, in die man sich hineinarbeiten und die man ausbeuten möchte! K. Gerok psalmen (1891) 1, 2;

[Bd. 8, Sp. 788]


die rechte goldgrub ist der fleisz —
für den, der ihn zu üben weisz
Chr. v. Schmid ges. schr. (1858) 16, 33.


2) seit dem 18. jh. verbreitet in der übertragenen bedeutung 'ertragreiche erwerbsquelle', 'quelle des reichtums, wohlstandes'; vgl. Krünitz öcon. encycl. 19, 520, Adelung 2, 744, auch mundartlich, vgl. goldgrouf gutgehendes geschäft luxemb. ma. 149; goldgrube ein gutes geschäftslokal Brendicke Berliner wortsch. 128; geschäft, das überreichen ertrag abwirft Unger-Khull steir. 299: allgemeine goldgrube, woraus grosze potentaten und gantze länder sich bereichern können J. J. Pock (1726) titel; von der in der accise entdeckten goldgrube Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrsamk. (1751) 1, 676; so gilts in allen ländern: dasz die kornernte eine goldgrube ... sey Herder 1, 83 S.; das (die zeitschrift) kann für sie und mich eine goldgrube werden Göschen an Böttiger in: briefw. (1803) 158; desto fleisziger arbeiteten sie ... also dasz er ein heidengeld durch die stillen gesellen verdiente und eine wahre goldgrube an ihnen besasz G. Keller ges. w. (1889) 4, 227; euphemistisch gefärbt für die dunggrube: lieber pastor ... das is unsere goldgrube Hauptmann einsame menschen (1891) 116; vgl. auch Brendicke Berliner wortsch. 128.

 

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