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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgleiszend bis goldgries (Bd. 8, Sp. 786 bis 787)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgleiszend, part. adj., 'glänzend wie gold': sein goldgleiszend har Wickram 7, 348 Bolte; die schlange, die uns um das paradies gebracht, stolzierte in goldgleiszendem schuppenwams E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 184 Grisebach.
 
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goldglimmer, m., bezeichnung einer glimmerart, auch katzengold genannt, vgl. DWB glimmer 1 c: 'das katzengold, der goldglimmer ... wird diejenige unter den glimmerarten genannt, welche eine goldgelbe farbe oder wenigstens goldglanz hat' Krünitz öcon. encycl. 19, 77; bildlich: er hatte doch eine gute seite, doch einigen moralischen goldglimmer an ihm ausgegraben Jean Paul w. 7/10, 332 (Hempel).
 
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goldglut, f., goldfarbene glut:

wenn du (sonne) den saum der morgenwolke,
der abendwolke saum mit goldgluth röthest
Lavater handbibl. f. freunde (1790) 1, 180;

in welch kraftvoller goldgluth leuchtet das fleisch bei einem Giorgione und Titian Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 3, 567.
 
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goldgraben, subst. vb.:

solchen leüten dien ich gar gern,
die mit hurn und buben umbgehn,
denn solcher unzucht thu ich beystehn,
bin lieber dabey als bei goltgraben
J. Ayrer dramen 1872 Keller;

der älteste unter den zwei stammbrüdern sei durch gold- und silbergraben reich geworden Fr. Schlegel s. w. (1846) 13, 56. —
 
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goldgrabend, part. adj.: die existenz dieser goldgrabenden indianischen ameisen Wieland Lucian (1788) 1, 126; dem indischen märchen von den goldgrabenden ameisen Mommsen reden u. aufs. (1905) 252.
 
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goldgräber, m. , seit dem 15. jh. goltgreber belegt (s. u.b).
a) goldgraber aurilegus Widerhold nouv. dict. (1669) 149a; goldgräber ... heist ein bergmann, welcher in der goldgrube arbeitet Noel Chomel öcon.-phys. lex. 4, 1231: der goldgräber kann nur während drei monate seinem geschäft nachgehen Ritter erdkde (1822) 3, 668; auch als goldgräber in Kalifornien habe ich mein glück versucht W. Weigand d. gärten gottes (1930) 264. übertragen: das reich der abstraktionen (ist) die wahre gegend unterirdischer arsenikalischer dünste, wo die goldgräber (goldgräber nach dem wahn der menschen) als verdammte der hölle umhergehen Herder 5, 458 S.

[Bd. 8, Sp. 787]



b) euphemistische bezeichnung für kanalräumer: für 8  liecht den goltgrebern in die aduche gegeben und ine domide gelûchtet (1443) Frankf. baumstb. bei Lexer 1, 1048; goltgreber, galtgreber, kanal-, abtritträumer (belege von 1463 an) bei K. Bucher Frkf. berufswb. 52b; vgl. M. Kramer t.-ital. 1 (1700) 546b; Jacob Wien 71.
 
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goldgradieren, subst. vb., das erhöhen der farbe des goldes durch chemische einwirkung: das gemeine goldtgradieren aber geschicht, dasz man ein pulffer mach von zwei theil kupffer und ein theil schweffel Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 85b; 'so wird auch das gold, wenn es sehr bleich oder gar weisz ist mit ... gradierpulvern ... wie auch mit so genannten goldfarben ... in seiner farbe erhöhet, welches man das goldgradieren nennet' Krünitz öcon. encycl. 19, 354; dazu goldgradierung, f., bei Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 84a. —
 
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goldgranat, m., eine art des minerals granat, die gold enthalten soll, vgl. Voigtel wb. (1793) 2, 112a; Adelung 2, 743. —
 
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goldgras, n., bezeichnung der pflanze 'anthoxanthum odoratum': das gemeine ruchgras ... das dem heu seinen angenehmen geruch gibt, heiszt daher auch lavendelgras und, weil die ähren zuletzt gelblich werden, goldgras Oken allg. naturgesch. 3, 394; beleg f. d. 18. jh. bei Marzell 1, 329.
 
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goldgrien, m., im ält. alem. 'uferplatz mit kiessand, in dem gold gewaschen wird': so ist eins apts und des gottzhusz zue Swarzach twynge und banne, walde und weyde, ... wyltbenne, vogelleygen, goltgrine, mülestaden (vor 1400) weist. 1, 423; item 1 lb. von goltgrienen, myne oder me (1414) bei Mone ztschr. f. gesch. d. Oberrheins 18, 416; aurifovea ein goldgrueb oder goldgrien an einem reine oder wasser gemma gemm. (1510) c 3a; aurifodina goltgrien am Rein, var. goltgryn am Rhyn (16. jh.) bei Diefenbach gl. 62a; der sich vorgender gerechtikeiten, als der almend, weiden, altwassern, goltgrien, wiltpand ... underneme (1528) weist. 5, 499. —
 
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goldgries, m., 'goldhaltiger sand', schon ahd. bezeugt: quicquid Tagus donat aureis harenis suuaz Tagus kibet fluuius Hispanie an sinemo goltcrieze Notker I 196, 8 Piper; lexikalisch noch bei Voigtel wb. (1793) 2, 112a, Adelung 2, 744; vgl. auch mhd. goldgrûz Lexer 1, 1048:

wan man sol die golt grûz lesen uz den griezen
Heinrich v. d. Türlin krone 18116.

 

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