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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldglas bis goldgranat (Bd. 8, Sp. 785 bis 787)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldglas, n., glas mit goldverzierung, ursprünglich durch eingeschmolzenes blattgold mit gravierungen: 'goldgläser, in gräbern aus altchristlicher zeit gefundene glasgefäsze ... mit doppelten wänden, zwischen denen dünne gravierte goldblättchen befestigt sind' Bucher kunstgewerbe (1884) 159b, vgl. E. v. Czihak schles. gläser (1891) 117. goldrot gefärbtes glas: 'goldglas ... echtes rubinglas, goldrubin'

[Bd. 8, Sp. 786]


Karmarsch-Heeren3 4, 139; arsensäure ... erscheint ... für gewisse nuancen der gold- und silbergläser unentbehrlich Muspratt chemie (1888) 2, 1748.
 
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goldglätte, f., älter auch n., vgl. 2glätte teil 4, 1, 4, sp. 7740 f. name für ein rötliches bleioxyd, die bleiglätte, vgl. DWB goldglätte Noel Chomel phys.-öcon. lex. (1750) 4, 1152: reines bleioxyd ... nimmt (bei der erhitzung) ... bald eine mehr gelbe, bald mehr rothe farbe an (silber- und goldglätte) Muspratt chemie (1888) 1, 1654. seit dem 16. jh. bezeugt, vgl. lithargyrium ... chrysitis goldglede Junius dict. (1567) 432; goldglett Bas. Faber thes. (1587) 79a: nim ... boumöle anderthalb lb., goldglette ein halb lb. ..., conficier disz under einander Gersdorff wundarzney (1517) 50a; nim silber oder goldglät ein pfund Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 132; die bergleut haben fürnemblich achtung auff die edlen, schönen und fürnemmen farben, als da sein berggrün ... zinober, bergroth, opperment ... gold- und silberglett ... deren ein jegliches gemeinglich ein besonder ertz und metall anzeigt ... rohter schweffel oder goldglett gemeinglich gold Paracelsus opera (1616) 1, 915 Huser; aber des goldes ist eine sonderliche anzeigung das goldglett, silberglett, wismut und spiesglas Ph. Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 82. 'goldglette ... eine art des golderzes in Tyrol ..., welches röthlich von farbe ist, auch bley und silber enthält, aber am goldgehalte arm ist' Krünitz öcon. encycl. 19, 519.
 
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goldgleiszen, subst. inf., 'das glänzen des goldes': meynstu, das gott sich mit glockenklang, kertzenrauch, golltgleyssen und des gleychen geschwurmisz wirtt lassen tzalen? Luther 10, 1, 1, 75 W.
 
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goldgleiszend, part. adj., 'glänzend wie gold': sein goldgleiszend har Wickram 7, 348 Bolte; die schlange, die uns um das paradies gebracht, stolzierte in goldgleiszendem schuppenwams E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 184 Grisebach.
 
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goldglimmer, m., bezeichnung einer glimmerart, auch katzengold genannt, vgl. DWB glimmer 1 c: 'das katzengold, der goldglimmer ... wird diejenige unter den glimmerarten genannt, welche eine goldgelbe farbe oder wenigstens goldglanz hat' Krünitz öcon. encycl. 19, 77; bildlich: er hatte doch eine gute seite, doch einigen moralischen goldglimmer an ihm ausgegraben Jean Paul w. 7/10, 332 (Hempel).
 
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goldglut, f., goldfarbene glut:

wenn du (sonne) den saum der morgenwolke,
der abendwolke saum mit goldgluth röthest
Lavater handbibl. f. freunde (1790) 1, 180;

in welch kraftvoller goldgluth leuchtet das fleisch bei einem Giorgione und Titian Fr. Th. Vischer ästhetik (1846) 3, 567.
 
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goldgraben, subst. vb.:

solchen leüten dien ich gar gern,
die mit hurn und buben umbgehn,
denn solcher unzucht thu ich beystehn,
bin lieber dabey als bei goltgraben
J. Ayrer dramen 1872 Keller;

der älteste unter den zwei stammbrüdern sei durch gold- und silbergraben reich geworden Fr. Schlegel s. w. (1846) 13, 56. —
 
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goldgrabend, part. adj.: die existenz dieser goldgrabenden indianischen ameisen Wieland Lucian (1788) 1, 126; dem indischen märchen von den goldgrabenden ameisen Mommsen reden u. aufs. (1905) 252.
 
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goldgräber, m. , seit dem 15. jh. goltgreber belegt (s. u.b).
a) goldgraber aurilegus Widerhold nouv. dict. (1669) 149a; goldgräber ... heist ein bergmann, welcher in der goldgrube arbeitet Noel Chomel öcon.-phys. lex. 4, 1231: der goldgräber kann nur während drei monate seinem geschäft nachgehen Ritter erdkde (1822) 3, 668; auch als goldgräber in Kalifornien habe ich mein glück versucht W. Weigand d. gärten gottes (1930) 264. übertragen: das reich der abstraktionen (ist) die wahre gegend unterirdischer arsenikalischer dünste, wo die goldgräber (goldgräber nach dem wahn der menschen) als verdammte der hölle umhergehen Herder 5, 458 S.

[Bd. 8, Sp. 787]



b) euphemistische bezeichnung für kanalräumer: für 8  liecht den goltgrebern in die aduche gegeben und ine domide gelûchtet (1443) Frankf. baumstb. bei Lexer 1, 1048; goltgreber, galtgreber, kanal-, abtritträumer (belege von 1463 an) bei K. Bucher Frkf. berufswb. 52b; vgl. M. Kramer t.-ital. 1 (1700) 546b; Jacob Wien 71.
 
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goldgradieren, subst. vb., das erhöhen der farbe des goldes durch chemische einwirkung: das gemeine goldtgradieren aber geschicht, dasz man ein pulffer mach von zwei theil kupffer und ein theil schweffel Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 85b; 'so wird auch das gold, wenn es sehr bleich oder gar weisz ist mit ... gradierpulvern ... wie auch mit so genannten goldfarben ... in seiner farbe erhöhet, welches man das goldgradieren nennet' Krünitz öcon. encycl. 19, 354; dazu goldgradierung, f., bei Ercker beschreib. aller mineral. ertzt (1580) 84a. —
 
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goldgranat, m., eine art des minerals granat, die gold enthalten soll, vgl. Voigtel wb. (1793) 2, 112a; Adelung 2, 743. —

 

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