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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgewinn bis goldgierig (Bd. 8, Sp. 783 bis 784)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgewinn, m.:

und führte man mich hin,
wo man den Ganges säufft und seinen goldgewinn,
der doplen durst erregt
Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 2, 118;

grader, rechtschaffener muth ist dein muth.
ein rächer jedes geizigen truges, rein
von goldgewinn, der alles sonst an sich zeucht
Herder 26, 259 S.;

eben hat ... auch hier der goldgewinn durch goldseifen zugenommen Ritter erdkde (1822) 2, 894. —
 
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goldgewinnung, f.: alle goldgewinnung ist daher nur auf gediegenes gold gerichtet K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 183; in älterer zeit hatte die goldgewinnung ... in Schlesien eine gewisse bedeutung Muspratt chemie (1888) 3, 1693.
 
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goldgewirk, goldgewirke, n., gewebe mit eingewirkten goldenen fäden: die mit karmesinsammet und goldgewirken umhängten prachtwagen Zschokke s. ausg. w. (1824) 34, 139. —
 
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goldgewirkt, part. adj., mit goldenen fäden durchwirkt: (der preis), welcher in einer goldgewirkten schärpe bestunde A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 738; (diener), welche die strasze, darauf er geritten, mit goldgewirckten tapezereyen belegen müssen Sperling Nicodemus quaerens 2 (1719) 57; in einem weiten dunkelbraunen gewande, das durch einen goldgewirkten gürtel zusammengehalten wurde Stifter s. w. 9 (1932) 209; im spiel mit gold I D 2 b:

der satan legt euch goldgewirkte schlingen:
es geht nicht zu mit frommen rechten dingen
Göthe I 15, 1, 16 W.


 
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goldgewoben, part. adj., wie goldgewebt:

dein goldgewoben bahrtuch liegt im schrein
C. F. Meyer ged. (1900) 311;

(die hoffnung) spinnt ihren goldgewobenen faden
in die unendlichkeit hinaus
E. M. Arndt w. 3, 61 Rösch-Meisner.


 
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goldgewölk, goldgewölke, n., 'goldfarbig leuchtende wolken': als die sonne in ein goldgewölke aufgelöst ... zitternd zerflosz Jean Paul w. 7/10, 112 (Hempel);

eben ists,
dasz ich gesehn, wie, müde seiner
fahrt, der entzükende götterjüngling
die jungen loken badet im goldgewölk
Hölderlin s. w. 3, 50 v. Hell.;

gestärkt am reinen atem des Homer,
von goldgewölken Attikas umflossen
Mörike w.2 1, 115 Maync.


 
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goldgezelt, n., 'goldenes zelt':

drumb er wie vorgemeldt
umb sich geöffnet hat der wolcken goldgezelt
W. H. v. Hohberg d. unvergnügte Proserpina (1661) 138b;

zur linken hand
vom goldgezelt, wesz ist des zeltes silberwand?
Rückert ges. poet. w. (1867) 12, 203.


 
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goldgeziert, part. adj., mit gold oder goldfarbenem schmuck verziert: er sah den reichen mann wol in seim pracht und schmuck bey dem goldgezierten tisch Wickram w. 2, 150 Bolte;

[Bd. 8, Sp. 784]


stehst goldgeziert und nett gecrönet
und mit dem zepter angeschönet
J. W. Brodtkorb d. teutsche wahrheit (1700) 158;

pfingsttänze unter goldgezierter blumenkrone Böhme gesch. d. tanzes (1886) 165.
 
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goldgier, f., gier nach gold, schätzen, vgl. DWB gold I D 3 und gier 3 a: als die goldgier der Spanier mit unerhörter grausamkeit gesittete staaten Amerikas zerstörte K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 1, 116;

er hat die neue welt, die er entdeckt ...,
mit goldgier, ehrgeiz und mit blut befleckt
Rückert ges. poet. w. (1867) 10, 598;

allgemeiner 'habsucht', 'gewinnsucht', 'gier nach reichtum, besitz':

die goldgier, die wollust, die sucht nach ehren ...
sie schmücken verschwistert die dreifache krone
Platen 2, 21 Redlich;

dies heldenvolk des Calvinismus (die Holländer) ward ... durch die goldgier zu einer ... verläugnung des glaubens verleitet Treitschke hist. u. polit. aufs. (1886) 2, 488. —
 
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goldgierde, f.: längst hat die goldgierde sie (die tugenden) verschlungen Fr. M. Klinger w. (1809) 8, 154. —
 
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goldgierig, adj., 'gierig nach gold'; prägnant von goldsuchern: wie sich die goldgierigen bergleute bey den bergwercken bereden, dasz der berg voll klares goldes sey Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 175; nach beiden gegenden (Kalifornien und Neuholland) strömten aus allen ländern goldgierige abenteurer K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 202. bereits im 16. jh. auch allgemeiner 'gierig nach geld, besitz, reichtum', also 'gewinnsüchtig', 'habgierig', auch geradezu 'geizig', vgl. gierig 6, teil 4, 1, 4, sp. 7380: dise ... vermanungen brachten disen kargen und goldgirigen mann dahin, das er zletst in sich selb gieng Wickram w. 3, 172 Bolte; wann aber denen goldt- und geltgirigen narren neben dem sack voller ducaten das brodt manglete, ... wie würd jhnen disz gefallen? Guarinonius grewel d. verwüstg. (1610) 81; an alle diese erfordernisse der kunst hatte weder der goldgierige künstler noch sein publikum ... je gedacht G. Forster s. schr. (1843) 3, 479; die geister goldgieriger menschen L. Laistner nebelsagen (1879) 127. —

 

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