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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgestirnt bis goldgewoben (Bd. 8, Sp. 781 bis 783)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgestirnt, part. adj., 'mit goldenen sternen besetzt': der goldgestirnte himmel Aug. Buchner anleitg. z. d. poeterey (1665) 52;

ob das goldgestirnte tach
schon mit wolcken überzogen,
dennoch glänzt der sonnenbogen
C. Knittel poet. sinnenfr. (1677) 29;

mit eingewebten sternen: im blauen goldgestirnten kleide Gries Bojardos verl. Roland (1835) 4, 375.
 
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goldgetrieben, part. adj., 'durch hämmern aus gold geformt':

so würd ein unterthan mich vor den fürsten halten,
wenn ein gestickter bund mit goldgetriebnen falten
mein balsamiertes haupt bedeckt
A. Gryphius trauersp. 653 Palm;

[Bd. 8, Sp. 782]


silberne bildtafeln und goldgetriebene schalen G. Keller ges. w. (1889) 2, 180; der herrliche (reliquien-) behälter, goldgetrieben, köstlich, vielkarätig R. M. Rilke ges. w. (1927) 3, 151.
 
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goldgewand, n., 'gewand aus brokatstoff oder mit goldverzierung':

den ritteren gab man goldgewand
Heinrich v. Neustadt Apollonius 11438 S.;

wenn dann nicht
auch sternenheller purpur und goldgewand
den kummer lindern
Herder 26, 256 S.;

als kaiserskind trägt sie die goldgewänder
Göthe I 4, 33 W.


 
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goldgewebe, n., 'gewebe aus goldenen fäden': spitzenhauben mit ... mattem goldgewebe Hermann Stehr Leonore Griebel (1900) 3; im bilde:

(die zikade:) flügel gab er mir, ein goldgewebe,
grün und blau, in farben seines himmels
Herder 28, 216 S.;

libelle, reg die schwingen sacht,
dasz nicht das goldgewebe schrille
Annette v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 1, 92 Schücking;

aus einem kreise der reinsten bildung, wo das gespräch von selbst zum goldgewebe wird, weil die harmonie in der luft liegt Hebbel br. 6, 177 Werner.
 
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goldgewebt, part. adj., 'aus goldenen fäden gewebt':

nach der weise der barbaren
prangt ein goldgewebter strick in den aufgeknüpften haaren
Chr. O. v. Schönaich Heinrich d. vogler (1757) 110;

im bilde:

fahret wohl, ihr goldgewebten träume!
Schiller 1, 226 G.


 
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goldgewicht, n.1) zu frühest für ein gewichtsmasz, mit dem gold nach menge und wert bestimmt wird; z. b. das karat, vgl. Hans Schulz dtsch. fremdwb. (1913) 331: gran ..., ehemaliges goldgewicht Lueger lex. d. techn. 4, 754; candarin, auf den Sundainseln ... ein goldgewicht v. Alten hdb. f. heer u. flotte 2, 673; dorezu gabin wir yn ouch ..., daz sy ir goldgewychte, beyde kleyne unde gros, gliche sullen habin als is unse stat Legnicz hat (v. j. 1348) urkdb. d. st. Liegnitz 110 Schirrm.; die verschiedenen gewichte aber sind: diamant-, gold-, silber-, apotheker-, krahmer- und fleischergewicht allg. haush.-lex. (1749) 1, 610; grain, ein drittel eines grans im goldgewichte Joh. Kinderling reinigk. d. dt. spr. (1795) 134; (man) bedient ... sich bei dem verkehr von zahlungen in golde zur verification der goldgewichte und läszt bei louis d'or, ducaten ... einen abgang bis zu 3 asz passieren Hübner zeitungslex. (1824) 2, 68.2) in bildlichen zusammenhängen besonders als ausdruck des bis aufs kleinste genau wägenden gewichts, vgl. unten goldwage: sie (die liebhaber der latein. sprache) werden mit einem goldgewichte abwägen, wie weit manche nichts als lateinische phrases, andere schon vehikula der römischen denkart sind Herder 3, 227 S.; vergleichbar noch, aber mit dem beiklang des wertgehaltes entsprechend gold II B-C: allerdings fällt die wunderbare liebesscene mit ihrem vollen poetischen goldgewicht sehr stark in die schale J. Bayer literar. skizzen (1905) 47.3) seltener bezeugt für den ganzen meszapparat: 'goldgewicht ein kästchen, worinn nicht nur eine kleine genaue goldwage, sondern auch die gewichte, womit das gold aufgewogen wird, von einer unze bis zum asz ... liegen' Jacobsson techn. wb. 2, 129a; frutina, monetaria, lancula goldwage, goldgewicht Joh. Murmelius nomencl. trilinguis (1666) 231.4) abstrakter gefaszt für die maszeinheit, nach der gold gewogen wird: gold nach dem goldgewicht zuo allerley geschirr d. gantze bibel verteutscht (Zürich 1531) 206b; im goldgewicht wird die mark in vier und zweintzig karat ... geteilet Joh. Mathesius Sarepta (1571) 176b; das ander buch beschreibt, wie man ... das goldgewicht abtheilen ... solle Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 41b; ein quintlein

[Bd. 8, Sp. 783]


dises gewichts in unserm ... schwebel soll 60 grn goldgewichts halten Paracelsus chirurg. bücher u. schr. (1618) 735 C Huser; 1524 wurde die cölnische mark ... als einheit des deutschen gold- und silbergewichts festgesetzt H. Halke hdb. d. münzkde (1909) 195.
poetisch mit einschlag von gold I D 3 im sinne von geldwert in goldener münze:

den (adel) gibt die not, die tochter der verschwendung,
drauf in des bürgers hand, des krämers, mäklers,
der allen wert abwägt nach goldgewicht
Grillparzer s. w. 9, 66 Sauer;

noch anders, übertragen auf eine menge goldmünzen, vgl. DWB gold I D 3 b:

die töpfe drunten voll von goldgewicht,
zieh deinen pflug, und ackre sie ans licht
Göthe I 15, 1, 20 W.


 
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goldgewinn, m.:

und führte man mich hin,
wo man den Ganges säufft und seinen goldgewinn,
der doplen durst erregt
Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 2, 118;

grader, rechtschaffener muth ist dein muth.
ein rächer jedes geizigen truges, rein
von goldgewinn, der alles sonst an sich zeucht
Herder 26, 259 S.;

eben hat ... auch hier der goldgewinn durch goldseifen zugenommen Ritter erdkde (1822) 2, 894. —
 
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goldgewinnung, f.: alle goldgewinnung ist daher nur auf gediegenes gold gerichtet K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 183; in älterer zeit hatte die goldgewinnung ... in Schlesien eine gewisse bedeutung Muspratt chemie (1888) 3, 1693.
 
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goldgewirk, goldgewirke, n., gewebe mit eingewirkten goldenen fäden: die mit karmesinsammet und goldgewirken umhängten prachtwagen Zschokke s. ausg. w. (1824) 34, 139. —
 
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goldgewirkt, part. adj., mit goldenen fäden durchwirkt: (der preis), welcher in einer goldgewirkten schärpe bestunde A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 738; (diener), welche die strasze, darauf er geritten, mit goldgewirckten tapezereyen belegen müssen Sperling Nicodemus quaerens 2 (1719) 57; in einem weiten dunkelbraunen gewande, das durch einen goldgewirkten gürtel zusammengehalten wurde Stifter s. w. 9 (1932) 209; im spiel mit gold I D 2 b:

der satan legt euch goldgewirkte schlingen:
es geht nicht zu mit frommen rechten dingen
Göthe I 15, 1, 16 W.


 
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goldgewoben, part. adj., wie goldgewebt:

dein goldgewoben bahrtuch liegt im schrein
C. F. Meyer ged. (1900) 311;

(die hoffnung) spinnt ihren goldgewobenen faden
in die unendlichkeit hinaus
E. M. Arndt w. 3, 61 Rösch-Meisner.

 

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