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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgeschmückt bis goldgewicht (Bd. 8, Sp. 781 bis 782)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgeschmückt, part. adj.: eine goldgeschmückte rüstung Gries Ariostos ras. Roland (1804) 3, 74; die schönschreiber unter den kuttenträgern (malten) zierliche goldgeschmückte initialen C. Ferdinands Normannensturm 39.
 
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goldgespinst, n. 1) technisch; 'die sogenannten gold- und silbergespinnste bestehen aus seidenen ... fäden, welche schraubenförmig ... mit geplättetem gold- oder silberdrahte (lahn) umwickelt sind' Prechtl technol. encyclop. 4, 256: pelseide dient zur herstellung von goldgespinnsten Karmarsch-Heeren techn. wb.3 8, 136. 2) aus goldenen fäden gearbeitetes geflecht: da nahm das mädchen die krone auf, sie glitzerte und war von zartem goldgespinst brüder Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 115; die sonne (blitzte) in dem goldgespinst und auf den glassteinen ihrer Reginahaube Peter Dörfler Apollonias sommer (1932) 4. —
 
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goldgesponnen, part. adj., 'von goldfäden übersponnen': goldgesponnene knöpfe J. G. Müller Siegfried v. Lindenberg (1794) 1, 153. im bilde, 'aus gold gesponnen': goldgesponnene tage Schönaich (1754) ästhetik i. einer nusz 142 Köster.
 
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goldgestein, n., goldhaltiges gestein:

ich krieche zu der schroffen spitze
und taste mit entzücktem sinn,
und ach, es ist das goldgestein,
das mich zuerst hieher versucht
Tieck schr. (1828) 7, 40;

das goldgestein ... gehörte dem grund und boden Neidings an R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 3, 176.
 
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goldgestickt, part. adj., 'mit goldfäden gestickt': angethan mit eim grünen seyden rock, worauff fornenher von goldgestickter arbeit representirt waren die 9 musae theatrum amoris (1626) 359; (Sokrates sah) einen reichen aber ungelehrten monsieur mit goldgestickten kleidern ... daherprangen Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 77;

ausgehängt aus allen fenstern
hingen goldgestickt tapeten
Herder 28, 427 S.;

gab dem knaben goldgestickte stiefel
Göthe I 2, 52 W.;

eh sie weiter reden konnte, kam ein goldgestickter herr dazu Miller Siegwart (1777) 3, 701; wer sollte sich das denken, die goldgestickte frau und kein geld! Joh. Nestroy ges. w. (1890) 11, 6. —
 
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goldgestirnt, part. adj., 'mit goldenen sternen besetzt': der goldgestirnte himmel Aug. Buchner anleitg. z. d. poeterey (1665) 52;

ob das goldgestirnte tach
schon mit wolcken überzogen,
dennoch glänzt der sonnenbogen
C. Knittel poet. sinnenfr. (1677) 29;

mit eingewebten sternen: im blauen goldgestirnten kleide Gries Bojardos verl. Roland (1835) 4, 375.
 
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goldgetrieben, part. adj., 'durch hämmern aus gold geformt':

so würd ein unterthan mich vor den fürsten halten,
wenn ein gestickter bund mit goldgetriebnen falten
mein balsamiertes haupt bedeckt
A. Gryphius trauersp. 653 Palm;

[Bd. 8, Sp. 782]


silberne bildtafeln und goldgetriebene schalen G. Keller ges. w. (1889) 2, 180; der herrliche (reliquien-) behälter, goldgetrieben, köstlich, vielkarätig R. M. Rilke ges. w. (1927) 3, 151.
 
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goldgewand, n., 'gewand aus brokatstoff oder mit goldverzierung':

den ritteren gab man goldgewand
Heinrich v. Neustadt Apollonius 11438 S.;

wenn dann nicht
auch sternenheller purpur und goldgewand
den kummer lindern
Herder 26, 256 S.;

als kaiserskind trägt sie die goldgewänder
Göthe I 4, 33 W.


 
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goldgewebe, n., 'gewebe aus goldenen fäden': spitzenhauben mit ... mattem goldgewebe Hermann Stehr Leonore Griebel (1900) 3; im bilde:

(die zikade:) flügel gab er mir, ein goldgewebe,
grün und blau, in farben seines himmels
Herder 28, 216 S.;

libelle, reg die schwingen sacht,
dasz nicht das goldgewebe schrille
Annette v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 1, 92 Schücking;

aus einem kreise der reinsten bildung, wo das gespräch von selbst zum goldgewebe wird, weil die harmonie in der luft liegt Hebbel br. 6, 177 Werner.
 
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goldgewebt, part. adj., 'aus goldenen fäden gewebt':

nach der weise der barbaren
prangt ein goldgewebter strick in den aufgeknüpften haaren
Chr. O. v. Schönaich Heinrich d. vogler (1757) 110;

im bilde:

fahret wohl, ihr goldgewebten träume!
Schiller 1, 226 G.


 
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goldgewicht, n.1) zu frühest für ein gewichtsmasz, mit dem gold nach menge und wert bestimmt wird; z. b. das karat, vgl. Hans Schulz dtsch. fremdwb. (1913) 331: gran ..., ehemaliges goldgewicht Lueger lex. d. techn. 4, 754; candarin, auf den Sundainseln ... ein goldgewicht v. Alten hdb. f. heer u. flotte 2, 673; dorezu gabin wir yn ouch ..., daz sy ir goldgewychte, beyde kleyne unde gros, gliche sullen habin als is unse stat Legnicz hat (v. j. 1348) urkdb. d. st. Liegnitz 110 Schirrm.; die verschiedenen gewichte aber sind: diamant-, gold-, silber-, apotheker-, krahmer- und fleischergewicht allg. haush.-lex. (1749) 1, 610; grain, ein drittel eines grans im goldgewichte Joh. Kinderling reinigk. d. dt. spr. (1795) 134; (man) bedient ... sich bei dem verkehr von zahlungen in golde zur verification der goldgewichte und läszt bei louis d'or, ducaten ... einen abgang bis zu 3 asz passieren Hübner zeitungslex. (1824) 2, 68.2) in bildlichen zusammenhängen besonders als ausdruck des bis aufs kleinste genau wägenden gewichts, vgl. unten goldwage: sie (die liebhaber der latein. sprache) werden mit einem goldgewichte abwägen, wie weit manche nichts als lateinische phrases, andere schon vehikula der römischen denkart sind Herder 3, 227 S.; vergleichbar noch, aber mit dem beiklang des wertgehaltes entsprechend gold II B-C: allerdings fällt die wunderbare liebesscene mit ihrem vollen poetischen goldgewicht sehr stark in die schale J. Bayer literar. skizzen (1905) 47.3) seltener bezeugt für den ganzen meszapparat: 'goldgewicht ein kästchen, worinn nicht nur eine kleine genaue goldwage, sondern auch die gewichte, womit das gold aufgewogen wird, von einer unze bis zum asz ... liegen' Jacobsson techn. wb. 2, 129a; frutina, monetaria, lancula goldwage, goldgewicht Joh. Murmelius nomencl. trilinguis (1666) 231.4) abstrakter gefaszt für die maszeinheit, nach der gold gewogen wird: gold nach dem goldgewicht zuo allerley geschirr d. gantze bibel verteutscht (Zürich 1531) 206b; im goldgewicht wird die mark in vier und zweintzig karat ... geteilet Joh. Mathesius Sarepta (1571) 176b; das ander buch beschreibt, wie man ... das goldgewicht abtheilen ... solle Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 41b; ein quintlein

[Bd. 8, Sp. 783]


dises gewichts in unserm ... schwebel soll 60 grn goldgewichts halten Paracelsus chirurg. bücher u. schr. (1618) 735 C Huser; 1524 wurde die cölnische mark ... als einheit des deutschen gold- und silbergewichts festgesetzt H. Halke hdb. d. münzkde (1909) 195.
poetisch mit einschlag von gold I D 3 im sinne von geldwert in goldener münze:

den (adel) gibt die not, die tochter der verschwendung,
drauf in des bürgers hand, des krämers, mäklers,
der allen wert abwägt nach goldgewicht
Grillparzer s. w. 9, 66 Sauer;

noch anders, übertragen auf eine menge goldmünzen, vgl. DWB gold I D 3 b:

die töpfe drunten voll von goldgewicht,
zieh deinen pflug, und ackre sie ans licht
Göthe I 15, 1, 20 W.

 

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