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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgelock bis goldgeschmeide (Bd. 8, Sp. 779 bis 780)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgelock, n., poetisch für 'blondes, lockiges haar':

doch wird von Terras kindern allen
der weiszen rose nur der lohn,
ins goldgelock der stirn zu fallen
Fr. Kind ged. (1817) 3, 6;

er schien nicht zu fühlen, wie die ... februarsonne in seinem eigenen goldgelocke glühte Th. Storm s. w. 6, 261 Köster.
 
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goldgelockt, part. adj. von den überirdischen, 'mit haaren aus gold, wie gold':

sonst war Päan um dich (Venus) und der goldgelockete Hymen
Herder 26, 107 S.;

mit goldfarbenen locken, vom menschen:

goldgelockte frische bubenschaar
Göthe I 15, 1, 201 W.;

als goldgelockter knabe schon
lag ich den brüdern am busen
Schubart s. ged. (1825) 2, 311;

das goldgelockte haar in zierlichen flechten um das madonnenköpfchen geschlungen W. Hauff s. w. (1890) 3, 240;

ein sänger kam,
ein goldgelockter, in mein stilles schlosz
Hebbel s. w. 1, 205 Werner;

freundlich nickte der goldgelockte jüngling an der seite des chorherrn bekannten zu G. Keller ges. w. (1889) 6, 40; im vers auch goldengelockt:

[Bd. 8, Sp. 780]


tröstend sprach hierauf Menelaos, der goldengelockte,
(ξανθὸς Μενέλαος)
Bürger s. w. 214 Bohtz.


 
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goldgemengt, part. adj., 'golduntermischt', bildung der barockdichtung, poetisch für 'goldfarben':

des pfauen goldgemängter schwantz
Dorothea Eleonore v. Rosenthal poet. gedanken (1641) 3;

der weisze halsz. das goldgemengte haar,
der rothen lippen ziehr
Opitz opera (1690) 1, 80;

das helle ... goldgemengte ... kostbahre ertz Treuer dtsch. Dädalus (1675) 1, 490. —
 
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goldgerahmt, part. adj.: der goldgerahmte spiegel Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 5, 256.
 
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goldgerändert, älter goldgerändet, part. adj., 'mit goldenem rand versehen': die mancherlei gestalten der schwarzen, goldgerändeten, vom winde hie und dahin getriebnen wolke Herder 16, 333 S.;

schöne schrift von deiner hand,
prachtgebunden, goldgerändet
Göthe I 6, 153 W.;

mit einer groszen goldgeränderten karte, darauf stand und name lautete Fontane ges. w. I 6, 127. —
 
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goldgerät, n.: zangen und goldgeräth Herder 25, 461 S.;

nimm, was da liegt, nimm, was da steht,
ein prunkgeschirr, ein goldgerät
C. F. Meyer ged. (1900) 129.


 
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goldgesäumt, part. adj.:

den rothen mantel goldgesäumt,
so etwas hatt ich mir geträumt
Göthe I 15, 1, 279 W.;

die wolken traben als diener oder dienerinnen goldgesäumt vorher Herder 5, 326 S., vgl. DWB goldbesäumt.
 
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goldgeschenk, n., geschenk von goldmünzen oder goldnem schmuck u. dgl.: eine dankadresse, die, weil man ihr ein goldgeschenk beifügte, dem pastor sehr willkommen war Hippel kreuz- u. querzüge (1793) 1, 390;

schnell, untreue, gib die goldgeschenke
mir zurück
Herder 52, 452 S.


 
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goldgeschiebe, n., vgl. 'goldgeschiebe ... ist allerdings, dasz die goldflämgen und goldkörner in einigen waszern von den gängen abgeschoben werden' Minerophilus bergwercks-lex. (1730) 302; 'goldgeschiebe ..., gediegene goldkörner, die in einem geschiebe gefunden werden' Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 128; 'goldgeschiebe heiszen bey goldwäschereyen die gröszeren goldkörner' Zappe miner. hd.-lex. (1817) 1, 395: ein goldgeschiebe aus dem reichen Arabien, 102 ducaten schwer Gottsched anmuth. gelehrsamk. (1751) 5, 757.
 
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goldgeschirr, n., tafelgeschirr, besonders 'schalen aus gold'; aurum coelatum goldgeschirr Kirsch abund. cornucopia (1734) 2, 156b; vasa aurea goldgeschirre Steinbach 2, 495:

wir räuchern deiner huld, zwar nicht aus goldgeschirren
jedoch aus reiner hand
J. Chr. Günther ged. (1735) 643;

es ist nur gar zu wahr, dasz der könig sein golt-, aber nicht sein silbergeschirr in die müntz (geschickt) (1709) Elisab. Charl. v. Orleans briefe 1, 115 Holland;

viel goldgeschirr von klarem schein ...
sah man im saale leuchten
Uhland ged. (1898) 1, 263;

für echt goldenes oder goldfarbenes pferdegeschirr:

und warf das goldgeschirr den rossen um
Bürger s. w. 166 Bohtz;

drei handpferde mit sammt und goldgeschirr nach türkischer art behängt Ritter erdkde (1822) 10, 521.
 
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goldgeschmeide, n., 'schmuck aus gold':

(das heilige gebein) ...
daz dise frouwe gude
minnete in ir mude
für alles goltgesmide (: zide) Elisabeth 5851 Rieger;

[Bd. 8, Sp. 781]


sunder gelt, sulverpenninge, goltgesmide ... sall men reknen 2 mark vor 1 (v. j. 1270) seerecht v. Riga bei Pardessus collection 3, 514;

ihr reichtum, schatz und goldgeschmeid,
sammt allem schmuck ohn underscheid
wird mit gewalt von ihr hinweg genommen
Rompler v. Löwenhalt erstes geb. s. reimget. (1647) 163;

würd ich ein funkelndes
groszes goldgeschmeid
und trüg ein schönes weib mich
E. M. Arndt ausgew. w. 6, 37 Rösch-Meisner;

die priester all im goldgeschmeide,
im waffenglanz der ritter chor
Uhland ged. (1898) 2, 274.

 

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