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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldgefüllt bis goldgeld (Bd. 8, Sp. 777 bis 779)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgefüllt, part. adj., 'mit goldstücken angefüllt':

wie er mich denn selber hiesz,
meine schaf hinein zu treiben, und mich endlich von sich
mit der goldgefüllten hand liesz,
Neumark fortgepfl. musik. lustw. (1657) 2, 136;

hell vom tempel blinkt der grusz
goldgefüllter silberschal'
G. Keller ges. w. (1889) 9. 214.

[Bd. 8, Sp. 778]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldgefunkel, n.:

du drangst schon tief, du bist am rechten platz,
noch einen schuh — so siehst du goldgefunkel
Karl Gerok pfingstrosen8 262;

wie der sterne goldgefunkel
durch die schwarze hülle bricht,
also blitzt durchs lebensdunkel
edler thaten zauberlicht
Hebbel s. w. 7, 16 Werner.


 
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goldgehalt, m., gehalt an golderz:

allen Thomassen
zur strafe, die den goldgehalt der insel,
der ihnen vor den augen steht, ableugnen
Rückert ges. poet. w. (1867) 10, 521.

feingehalt an gold in legierungen und anderen verbindungen: dennoch pflegt der goldgehalt in reinem schliche im centner auf 20 auszufallen allg. dtsche bibl. 17 (1772) 254; das silber ..., welches einen goldgehalt hat Scheuchenstuel österr. bergspr. (1856) 106; im bilde: Rilke ..., den tief erkenntlichen, der den ganzen goldgehalt einer stunde ausschöpft und ihn ... verewigt Carossa führung u. geleit (1933) 102.
 
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goldgehänge, n., gehänge aus gold, vgl. DWB gehänge 1, teil 4, 1, 2, sp. 2322 ff.:

als wie das goldgehäng an deiner seiten
Rückert ges. poet. w. (1867) 6, 172.


 
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goldgehenk, n., dass. wie goldgehänge:

dies brautgeschenk,
vom herzen mir gekommen,
wird mehr als perl und goldgehenk
euch hier und dort einst frommen
Gottl. Leon in: Göttinger musenalm. (1780) 118.


 
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goldgehörnt, part. adj., 'mit goldenen hörnern':

dem goldgehörnten gotte ward Cerberus
urplötzlich friedsam
Ramler lyr. ged. (1772) 180;

dem tragaltar, dem goldgehörnten, gebet platz
Göthe I 15, 1, 196 W.;

die goldgehörnte hindin K. O. Müller die Dorier (1824) 2, 475; goldgehörnte kühe Jac. Grimm mythologie 1, 61; der goldgehörnte (wappen-) stier der Nevilles Ranke s. w. (1867) 14, 276. auch goldengehörnt: die Hellenen (beten) indem sie goldengehörnte stiere darbringen (χρυσόκερως) Fr. Schleiermacher Platon (1804) 1, 2, 388.
 
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goldgeier, m., name einer geierart, vgl. vultur ein goldgeyr oder ein aszgeyr Frisius dict. (1556) 1423a; goldgeyer gypaetus barbatus Cuvier Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 1, 180; Brehm tierl. 6, 415 P.-L.: es wirt in Schweytzeralpen ein gyr gefunden, welchen sy von der roten brust wägen ein goldgyren nennend Heusslin Gesners vogelb. (1557) 72b; (sie) lieszen zugleich die groszen steine ... den berg herab unter die goldgeier lauffen Erasmus Francisci indisch-chines. lustg. (1661) 1, 143; würde es sich ... bestätigen, dasz der adler nie auf aas falle, so müszte man ... für den goldgeyer entscheiden allg. dt. bibl. 101 (1791) 349; übertragen: so war diese (frau) ... kein solcher gieriger goldgeier wie die zwo andern (1737) samml. allerh. auserles. meisterstücke 1, 224.
 
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goldgeiz, m., 'gier nach gold':

die kirchengüter müssen ...
der menschen goldgeitz büszen
Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 784;

man irrt, wenn man die conquistadores allein von goldgeiz oder gar von religiösem fanatismus geleitet glaubt A. v. Humboldt kosmos (1845) 2, 310. —
 
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goldgekrönt, part. adj.: ein zweygeköpfter goldgekrönter adler Sigmund v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 96;

schuf die natur mich weniger zur freude
als jenen blutgen, goldgekrönten tiger
Grillparzer s. w. 10, 64 Sauer.


 
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goldgelb, adj., 'von rötlich gelber, auch metallisch glänzender gelber farbe', vgl. aureus goldgäl Frisius (1556) 146a; rutilus goldgäl Calepinus (1598) 1283a; fulvus ebda 596a: ein recht saffran, bleygelt, goldgele farben Paracelsus

[Bd. 8, Sp. 779]


opera (1616) 1, 556 Huser; sein angesicht, brust und hände waren mit goldgelber farbe bestrichen W. Schultz ostind. reise (1676) 76b; goldgelb, die farbe des reinen goldes Oken allg. naturgesch. (1839) 1, 96. vom licht: von himmel, welicher ... goldtgel ist Guarinonius grewel d. verwüst. (1610) 182; die goldgelbe sonne J. M. Meyfart d. jüngste gericht (1637) 1, 325; die wolken ... lieszen dem monde raum, sein goldgelbes ... licht auszugieszen Gutzkow ritter v. geiste (1850) 2, 358. von steinen und metall: gleich wie derselbige goldgehle stein, welcher der rechte chrysolitus Gabr. Rollenhagen indian. reysen (1603) 261; goldgelber opal aus Mexico Göthe III 11, 178 W.; sehr hübsch ist, wenn das weiszglühende metall in wenig augenblicken in die goldgelbe farbe übergeht Moltke ges. schr. (1892) 6, 294.
als typisches epitheton von blondem haar, vgl. crines auro certantes harr hüpsch goldgäl Frisius dict. (1556) 212a:

schnitt heimlich ab ir goldgelb har
Hans Sachs 8, 652 K.;

seine backen mit schönen goldtgelen milchhärlin bewachsen buch d. liebe (1587) 209; goldgelbe loken flossen um seine weiszen schultern Wieland Agathon (1766) 1, 271; goldgelbes ringelhaar fiel üppig über den rücken G. Keller ges. w. (1889) 5, 218. von blüten, blättern, früchten, besonders reifem korn: ein kraut wie camillen, aber die blm ist gantz goldgäl Frisius (1556) 166b;

herbstlich goldgelb färbt sich das laub
Chamisso w. (1836) 3, 73;

(korn), was ist satt, glatt, leicht und goldtgäl von farb Michael Herr feldbau (1551) 38b; sie sind den mittag durch goldgelbe roggenfelder gegangen Gorch Fock Nordsee (1916) 96. von durchscheinenden stoffen, vor allem flüssigkeiten wie honig, wein: in der farb werden sie (die weine) gemeynlich also underscheyden, als dickrot, liechtrot, weisz und goldgelb Ryff spiegel d. gesundh. (1544) 61b; der honig ... sei ... goldtgelb von farben ders. confectb. (1548) 2b; manchen trunk jenes goldgelben ... Donauweines ... muszte er hinunterschütten Gutzkow ges. w. (1872) 2, 80; die butter tauig und goldgelb H. v. Kahlenberg familie Barchwitz (1902) 3.
 
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goldgeld, n., münzen aus gold: goltgelt solle man nicht mehr in Franckreich sehen (1720) Elis. Charl. v. Orleans briefe 3, 133 lit. ver.; von dieser stunde an fand ich, wo ich nur hinkam, gold- und silbergeld d. Leipziger avanturieur (1767) 2, 42; gulden ... waren das erste goldgeld des abendlandes seit den tagen Karls des groszen v. Alten hdb. f. heer u. flotte (1909) 4, 498.

 

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