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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldfriedrich bis goldgang (Bd. 8, Sp. 775 bis 776)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldfriedrich, m., goldmünze mit dem bildnis Friedr. d. groszen; soviel wie friedrichsdor: auf ein drei, vier tausend goldfriedrichs kömmt es mir nicht an Baggesen poet. w. (1836) 3, 143. —
 
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goldfritz, m., dass.: er hat den Prager mit zwei goldfritzen beschenkt entlassen E. M. Arndt schr. an s. lb. Deutschen (1845) 4, 395; verspielt? — verspielt bis auf den letzten goldfritzen! Holtei erz. schr. (1861) 37, 50; vgl. DWB goldfuchs 2.
 
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goldfrucht, f.
1) frucht aus gold in mythos und sage: die höchste goldfrucht der Hesperiden Herder 22, 229 S.; vom Erisapfel: welche die schönste von ihnen sei, ... die sollte die goldfrucht behalten Fouqué d. jahreszeiten (1811) 4, 64. vergoldete frucht: in den häusern trugen noch die christbäume ihre ... wachslichterchen und ihre künstlichen goldfrüchte Jean Paul w. 45/47, 237 (Hempel).
2) dichterisch für goldgelbe früchte, besonders orangen: esel mit kleinen pomeranzen belastet, die groszen ... haufen solcher goldfrüchte erschreckten einen Tischbein an Göthe bei Göthe w. (1840) 24, 52;

mein schiff ...
es hegt der seltnen waaren mancherlei, ...
goldfrüchte, süsze weine, bunte vögel
Uhland ged. (1898) 1, 129;

im bilde:

und vom wunderbaume der nacht
brech ich des schlummers liebliche blüte,
des traumes goldfrucht
Geibel ges. w. (1883) 1, 22.


 
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goldfuchs, m.
1) name für eine fuchsart: goldfuchs, eine varietät des fuchses mit gelbem rücken und weiszer kehle Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 469; deutsche weidmänner pflegen zweierlei füchse zu unterscheiden ... brandfuchs ... und ... birkfuchs, auch goldfuchs genannt Brehm tierleben 2, 174 P.-L. für ein pferd mit rotgold glänzendem fell: die ungeduld ..., mich auf meinen thracischen goldfuchs zu schwingen und ohne abschied davonzurennen Wieland s. w. (1853) 23, 40;

mein goldfuchs flel, vor anbeginn der schlacht
H. v. Kleist 3, 67 E. Schmidt;

da liesz er dem wiehernden goldfuchs die zügel schieszen Th. Storm s. w. 3, 53 Köster.
2) umgangssprachlich für ein goldstück, vgl. joldfuchs 'friedrichsdor' Brendicke Berliner wortschatz 129; wu goldfichs sein, giehn annre hin bei Müller-Fraureuth

[Bd. 8, Sp. 776]


obersächs. 1, 429: die hundert goldfüchse bekommt niemand Gaudy s. w. (1844) 8, 181; das dreifache trinkgeld in gestalt eines dukatens zeigte der postillon, ... dankte nochmals für den goldfuchs und schied Holtei erz. schr. (1861) 6, 129; im wortspiel mit 1: all das unterbleibt, ... weil kein vorspann da ist, weil die goldfüchse fehlen Fontane ges. w. I 8, 267.
 
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goldführend, part. adj., gold im rohzustande enthaltend; von flieszendem wasser: vber den goldtführenden bach Thurneysser magna alchymia (1583) 119; goldführend flusz Reyher thes. (1686) g 5b; von goldführenden bächlein Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 199; bildlich: die sonne ... gosz ... über die schattenbeete der thäler ihre goldführenden purpurflüsse Jean Paul w. 7/10, 214 (Hempel). von gestein: das goldtführende gestein wird auf mühlen in das feinste pulver verwandelt Liebig chem. br. (1844) 294; porphyre ..., welche von goldführenden gängen durchsetzt werden A. v. Humboldt kosmos (1845) 4, 638; die goldführende ostafrikanische küste ebda 2, 168; goldführender quarz Karmarsch-Heeren techn. wb. 4, 120; (die) verarbeitung goldführender erze Lueger lex. d. ges. techn. 4, 725.
 
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goldfund, m., entdeckung von goldvorkommen: kunde von einem ... reichen goldfunde im östlichen theile der Mandschurei K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 2, xviii; es gibt zwei regionen reicher goldfunde in Amerika Ratzel völkerkde (1885) 2, 588; Macbeth: Glamis! Cawdor! ... glück auf, könig dereinst! — es ist doch wohl kein goldfund im traume? Bürger s. w. 291 Bohtz; bildlich: in der zeit des ringens, wo man jeden tag neue goldfunde zu machen glaubt Sudermann d. hohe lied (1909) 477. —
 
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goldfündig, adj.: weiter hat dieser berg ... bächlein lauter und fischreich, ja goldfündige flüsse P. Albinus meisznische bergkchron. (1590) 88. —
 
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goldfunkelnd, part. adj., von goldverzierungen funkelnd: auf sammtenen, goldfunkelnden kissen Fouqué altsächs. bilders. (1818) 4, 181; 'funkelnd wie gold':

die sonne fährt durchs morgenthor
goldfunkelnd über den bergen
Gottfried Keller ges. w. (1889) 9, 83;

der goldfunkelnde tischwein Rosegger schr. III 1, 17. —
 
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goldfünkler, m., blitzendes goldstück: damit ... steckte (er) den goldfünckler wider in seine tasche Chr. Weise d. drei erznarren 61 ndr.
 
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goldfusz, m. 1) währungstechnisch: 1873 wurde, als man zum goldfusze überging, der silberfonds in gold verwandelt hdwb. d. staatswiss.2 2, 312; dagegen wurde das silber ... in Korinth ... geschlagen nach dem asiatischen goldfusze Mommsen reden u. aufs. (1905) 260. 2) name einer falkenart (falco nissus L.): goldfusz mit schwarzem schnabel Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 1, 258.
 
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goldgang, m., golderzhaltige ader im gestein, vgl. DWB goldgang vena auri Frischlin nom. (1584) 352b: czu dem ersten sollen wir alle gerichte unde recht haben uff allen silbergengen unde goldgengen (v. j. 1404) urkdb. d. st. Freiberg 2, 66; quärtzige und hornsteinige goldgeng, darinnen dasz golt ... eingesprengt stehet Ercker beschr. aller miner. ertzt (1580) 45b; an etlichen orten in Merhen ist ein goldtgang, der flüsse hat Ph. Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 262; ein theil der mexicanischen gold- und silbergänge findet sich in trachytartigem porphyr A. v. Humboldt ans. d. natur (1826) 2, 161; (er) trug ein ganzes wirkliches bergwerk auf dem rücken mit allen silbergängen und goldgängen W. Raabe schüdderump (1870) 1, 130.

 

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