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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldflor bis goldfuchs (Bd. 8, Sp. 774 bis 775)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldflor, m., mit goldfäden durchwebter flor, vgl. DWB goldflor Steinbach (1734) 1, 465: ein von der oberschwelle des portals herabhangendes und mit goldflor behängtes festin Sigmund v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 100;

es war das himmelblau
mit goldflor überzogen
Treuer dtsch. Dädalus (1675) 1, 828.


 
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goldflusz, m.
1) 'flusz, der gold führt': wie dann der goldflusz Phasis in Colchide sein namen hat von paz, welches hebreisch weschgolt heiszet Mathesius diluvium (1587) 82a; die schiff, so Salomon ... nach dem goldflusz der landschafft Ophir abgehen lassen Dannhawer catechism.-milch (1657) 4, 422; an die goldflüsse, nehmlich den Phasis, der Colchis umflieszt, den Oxus, der Caschmire umgiebt Herder 11, 323 S.; als name: eingefangene neger aus der gegend des goldflusses K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 5, 245; die stadt ..., wo man über den goldflusz setzt Ritter erdkde (1822) 2, 213.
2) bildlich und übertragen. 'flusz, der gold wert ist': weszwegen die Egyptier ... diesen strom (Nil) ihren goldflusz ... heiszen Lohenstein Arminius (1689) 1, 584b. 'flusz von gold': der gütergeiz spürt sich ... auf einen geldhaufen wie auf einen berg gestellt, von wo aus er in ein Kanaan langer goldflüsse blicken kann Jean Paul w. 37, 30 (Hempel). 'goldstrom', 'goldflut': einen wahren goldflusz von kunstwahrheiten Justi Winckelmann (1866) 2, 1, 28. vom goldfarbenen haar, vgl. DWB goldflut:

o goldflusz blaich und reich, goldstriemen wahr und klar
Weckherlin ged. 1, 473 Fischer.


3) technisch für einen als schmuck verwendeten golden flimmernden glasflusz: unter den einfärbigen massiven glasperlen verdienen die aus ... goldflusz genannt zu werden Prechtl technol. encycl. 11, 100.
 
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goldflut, f., bildlich und übertragen:

das elysische thal,
wo des stromgotts urne längs
grüner aun goldfluten gieszt
Platen w. 1, 237 Redlich;

der kometen haar gleicht ruten
vor der goldflut ihrer locken
Brentano ges. schr. (1852) 3, 121.

'flut von gold und geld', 'reichtum': wie sich die verhältnisse entwickeln ... es kann eine goldflut hereinbrechen, es kann aber auch ... anders kommen quelle a. d. j. 1919.
 
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goldfohre, f., in älterer sprache dasselbe wie DWB goldforelle: aurata goldforhin (1521) bei Diefenbach gl. 61b; goldfore Reyher thes. (1686) g 5b; als goldfohre lexikalisch im 18. jh. gut belegt.

[Bd. 8, Sp. 775]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldfolie, f., als untergrund aus blattgold, vgl. cochina, cadmia goldes folli id est illud quod utuntur aurifabri in anulis sub margaritis ponendis voc. theut. (Nürnbg. 1482) l 5b: die ... schöneren sorten (achat) geben ringsteine, die beym fassen eine ... goldfolie erhalten Zappe miner.-handlex. (1817) 1, 15; eine goldfolie hinter glassteinen Bogumil Goltz ein jugendleben (1852) 1, 6; das dünnste goldplattirte kupferblech heiszt unechte goldfolie Lueger lex. d. techn. 6, 787. für blattgold als überzug: die gold- und silberfolie ..., mit der das christkind seine äpfel und nüsse ... beschlagen hatte Jean Paul w. 3, 80 (Hempel). —
 
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goldforelle, f., name der bachforelle (salmo fario L.), vgl. Brehm tierleben 8, 337 P.-L.; für den saibling (salmo salvelinus L.) v. d. Borne hdb. d. fischzucht (1886) 154; neben goldfohre (s. oben) für aurata, auricula ein goldforell, rotforell Alberus (1540) r 1b; trutta aureola goldforell Zehner nomencl. (1645) 220:

hier winken schnepfen, goldforellen,
fasanen, hasen und sardellen,
und dort ein thurm von marzipan
Pfeffel poet. vers. (1812) 7, 103;

das waren fische! ... goldforellen mit dem schönen rosenfarbenen fleisch Jerem. Gotthelf ges. schr. (1855) 7, 265.
 
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goldfranse, goldfranze, f., älter goldfrange; über das grundwort vgl. Kluge etym. wb. 11 171: (handschuhe) mit goldfrangen discourse d. mahlern (1721) 1, H 3 b; schöne goldfranzen W. Alexis hosen d. herrn v. Bredow (1846) 1, 158; eine rote schärpe mit goldfranzen Fontane ges. w. I 5, 13; goldfransen Rosegger schr. II 6, 111. —
 
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goldfriedrich, m., goldmünze mit dem bildnis Friedr. d. groszen; soviel wie friedrichsdor: auf ein drei, vier tausend goldfriedrichs kömmt es mir nicht an Baggesen poet. w. (1836) 3, 143. —
 
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goldfritz, m., dass.: er hat den Prager mit zwei goldfritzen beschenkt entlassen E. M. Arndt schr. an s. lb. Deutschen (1845) 4, 395; verspielt? — verspielt bis auf den letzten goldfritzen! Holtei erz. schr. (1861) 37, 50; vgl. DWB goldfuchs 2.
 
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goldfrucht, f.
1) frucht aus gold in mythos und sage: die höchste goldfrucht der Hesperiden Herder 22, 229 S.; vom Erisapfel: welche die schönste von ihnen sei, ... die sollte die goldfrucht behalten Fouqué d. jahreszeiten (1811) 4, 64. vergoldete frucht: in den häusern trugen noch die christbäume ihre ... wachslichterchen und ihre künstlichen goldfrüchte Jean Paul w. 45/47, 237 (Hempel).
2) dichterisch für goldgelbe früchte, besonders orangen: esel mit kleinen pomeranzen belastet, die groszen ... haufen solcher goldfrüchte erschreckten einen Tischbein an Göthe bei Göthe w. (1840) 24, 52;

mein schiff ...
es hegt der seltnen waaren mancherlei, ...
goldfrüchte, süsze weine, bunte vögel
Uhland ged. (1898) 1, 129;

im bilde:

und vom wunderbaume der nacht
brech ich des schlummers liebliche blüte,
des traumes goldfrucht
Geibel ges. w. (1883) 1, 22.


 
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goldfuchs, m.
1) name für eine fuchsart: goldfuchs, eine varietät des fuchses mit gelbem rücken und weiszer kehle Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 469; deutsche weidmänner pflegen zweierlei füchse zu unterscheiden ... brandfuchs ... und ... birkfuchs, auch goldfuchs genannt Brehm tierleben 2, 174 P.-L. für ein pferd mit rotgold glänzendem fell: die ungeduld ..., mich auf meinen thracischen goldfuchs zu schwingen und ohne abschied davonzurennen Wieland s. w. (1853) 23, 40;

mein goldfuchs flel, vor anbeginn der schlacht
H. v. Kleist 3, 67 E. Schmidt;

da liesz er dem wiehernden goldfuchs die zügel schieszen Th. Storm s. w. 3, 53 Köster.
2) umgangssprachlich für ein goldstück, vgl. joldfuchs 'friedrichsdor' Brendicke Berliner wortschatz 129; wu goldfichs sein, giehn annre hin bei Müller-Fraureuth

[Bd. 8, Sp. 776]


obersächs. 1, 429: die hundert goldfüchse bekommt niemand Gaudy s. w. (1844) 8, 181; das dreifache trinkgeld in gestalt eines dukatens zeigte der postillon, ... dankte nochmals für den goldfuchs und schied Holtei erz. schr. (1861) 6, 129; im wortspiel mit 1: all das unterbleibt, ... weil kein vorspann da ist, weil die goldfüchse fehlen Fontane ges. w. I 8, 267.

 

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