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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldfassung bis goldfink (Bd. 8, Sp. 769 bis 771)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldfassung, f.: (juwelen,) wenn sie aus ihrer goldfassung herausgenommen waren Ranke s. w.2 16, 147; diese goldfassung führt den namen ahd. kasto M. Heyne hausaltert. 3, 329.

[Bd. 8, Sp. 770]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldfaste, f., meist goldfasten, pl., bezeichnung der quatemberfasten, fronfasten, vor allem im schwäb. und bair., vgl. DWB golden C 4 c: goldfasten ... das waren mittwoch bis sonnabend nach invocavit ..., pfingsten ..., kreuzerhöhung und Lucie Grotefend zeitrechnung 1 (1891) 76; vgl. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 198a; Unger-Khull steir. 299: diu êrste zît ist, wenne man gemeinlîchen vastet, in der goltvasten unde die vierzic tage vor ôstern Berthold v. Regensburg 1, 322, 16 Pf.; so sol auch dheiner von dem spital varn, er hab denn sein pfrünt verdinet ... piz auf die nehsten goltvasten (v. j. 1343) hausordnung f. d. 12 chorschüler i. d. spitalschule zu Nürnberg in: samml. selt. pädagog. schr. 12, 18; dy goltfast quatuor tempora (v. j. 1421) Diefenbach nov. gl. 311a; angaria quatember ... goltvaste (Nürnb. 1470) gl. 34c; mein vasten ist leider klein gewesen, die fasten und goldfasten auszgenomen Arigo decam. 23, 21 Keller; die vier goldfasten oder notfasten Luther 32, 429 W.
 
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goldfasz, n., in älterer sprache 'gefäsz aus gold oder mit gold angefüllt', vgl. DWB fasz teil 3, sp. 1358 und gefäsz teil 4, 1, 1, sp. 2127 ff.; besonders das kostbare, verzierte trinkgeschirr; so schon im altsächs. belegt:

... skenkeon huurbun,
gengun mid goldfatun ... Heliand 2742 Sievers;

Joseph sande in nach
sinen amman, als im wære gach,
sine brdir hiez er hazzen
nach einem uerstolne goltuazze Milst. Genesis 95, 18 Diemer;

in vil manic goltvaz
gôz man met unde wîn Herzog Ernst B 3186 Bartsch;

vil presente riche
von silbir und von golde ...
und manig ture goltvaz
Rudolf v. Ems weltchron. 29925 Ehrism.;

gestabiliert stomaticum
in einem geltvaz er trg
Johann v. Würzburg Wilh. v. Österr. 368 Regel.

als neubildung mit fasz 'tonne' zusammengesetzt, 'mit gold gefülltes fasz aus holz': das goldfasz eures oheims ist ja nur zu haben, wenn ihr die pfaffen niederschlagt H. Laube ges. schr. (1875) 10, 146; nur dasz leider die gold- und silberfässer ... durch einen räuberhaufen abgenommen wurden Mommsen röm. gesch. 2 (1874) 175.
 
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goldfeder, f., 'goldene feder': darumb mit gmelten exempeln verstreichstu ein schwartzen teufel mit goltfedern gleich als wers ein engl Joh. Fundling anzaigung zwaier falschen zungen d. Luthers (1526) f 2b; eine ... hand, der ein engel mit freuden die schönste goldfeder seines fittichs darreichen würde, wenn sie schreiben wollte Hebbel br. 6, 213 Werner; die ausgerauften goldfedern verlor das deutsche volk, aber nirgends in masse seine ehre und vaterlandsliebe Jean Paul w. 53, 76 (Hempel); heute für eine schreibfeder aus gold oder goldhaltiger metalllegierung an füllfederhaltern.
 
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goldfeim, m., 'goldschaum', vgl. feim teil 3, sp. 1450 ff.; auricalcus goltfein voc. theut. (Nürnbg. 1482) l 4c; aurugo goldphaim (15. jh., md.); gultfin (15. jh., nd.) ebda 62c; litargirum goltphaim (15. jh., md.) ebda 333b. als goldfaum und goldfeim 'blattgold, flittergold' im steir. bei Unger-Khull 299.
 
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goldfeld, n., im plural goldfelder üblich für landgebiete, in denen gold gefunden wird: leute, welche man ausschickt, um ergiebige goldfelder zu suchen K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 209; so bewegte sich die karawane den neuen goldfeldern entgegen Rosegger schr. II 4, 149.
 
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goldfell, n., für ein golden gefärbtes leder: auratas pelles goltfel (11./12. jh.) ahd. gl. 3, 622, 48 St.-S.; gheste ... mogen verkopen ... eyn grot dosyn goltuel und sulueruel (v. j. 1353) urkundenb. d. st. Lübeck 3, 187; orapellum goltfelle (15. jh., md.); goltfel (15. jh., md.) bei Diefenbach gl. 398c; für das goldene vliesz der griechischen sage:

[Bd. 8, Sp. 771]


hier ist nicht Griechenland,
das nur bis auf ein schiff gränzt an den Kolcher strand,
kein goldfell nur ist hier
Paul Fleming dt. ged. 183 Lappenberg.

für 'hautartig dünn ausgewalztes gold': bractea golt-, goldfel (15. jh., md.) bei Diefenbach gl. 80b; daneben in der bedeutung 'goldabfall': cadmia, cachinia goltfel (1468) nov. gl. 64; goltfel cachina i. residentia ex auro (15./16. jh.) gl. 87b unter cadmia; vgl. ebda aus anderen glossaren silbervöl; vgl.goltföl (15. jh.) bei Fischer schwäb. 6, 2054.
 
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goldfieber, n., fieberartige sucht nach goldgewinnung; mitte des 19. jhs. nach der entdeckung neuer goldfelder aufkommendes schlagwort: so entwickelte sich, was man das goldfieber genannt hat K. E. v. Baer reden u. versch. aufs. (1864) 3, 206; die Huacas (in Peru) ... wurden seit dem goldfieber der ersten fünfziger jahre ja geradezu systematisch ausgeleert Ratzel völkerkde (1885) 3, 684; (er) war nach Kalifornien gegangen. das goldfieber war derzeit noch lange nicht vorüber; noch manchen lockte. es in die minen und manchen in den tod Th. Storm s. w. 7, 98 Köster.
 
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goldfinger, m., der vierte finger jeder hand, an dem gewöhnlich die ringe getragen werden. seit dem 12. jh. bezeugt, vgl. anularis goltvinger (12. jh.) ahd. gl. 3, 72, 8 St.-S.; nach mittelalterlicher anschauung wirkt sich an diesem finger die heilkraft des goldes aus, weil von ihm eine ader zum herzen führte, vgl. medicus goldvinger (13. jh.) 362, 59; anularis vel medicinalis goltfinger (13./14. jh.) 178, 19:

den reiff stecke an dins hertzen flnger!
wanne di ader get dem hertzen zu,
da man den reiff sal an thu;
dar umme ist her der goltfinger genant
nehest den cleinen an der lincken hant
Joh. Rothe lob d. keuschheit 3532 Neumann;

den goltflnger schier
bôt ez (das bild) herdan von der want.
dô stiez erz flngerlîn an die hant der maget krône 55 Zingerle;

er ir ein klar guldin vingerlin an iren goldvinger stiess d. heiligen leben wintert. (1471) 97a; annularis, das ist der guldin ringfinger bey den gelerten oder der goltfinger genannt S. Virdung musica getutscht (1511) m 4a; (er rieb) das unterste glied des goldfingers an ihrer linken hand, ihr hertz zu stärken Zesen Assenat (1640) 300; wenn man nieszen und es gerne verhalten will, so darf man nur mit dem goldfinger der rechten hand drey circul um die augen herumstreichen Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 329; so darf man nicht die ehrenlinie unter dem goldfinger suchen Hippel über d. ehe (1792) 182; dasz ihnen statt eines goldfingers deren fünf an der rechten sitzen, ahnte ich längst Hebbel br. 6, 425 Werner.
 
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goldfingerlein, n., goldener fingerring, bis ins 16. jh. bezeugt, vgl. fingerlein teil 3, sp. 1658 ff.: wan ich es versprich, du gebest ir das goldfingerlin (des ... aurum) Terenz deutsch (1499) 91a;

da tranck die fürstin unverzagt
und sah das halb goldflngerlein
in der schewren (im becher) ligen im wein
Hans Sachs 16, 225 K.-G.;

desgleichen ein goltflngerlein
wil er der schonsten schencken bergreihen 83 ndr.;

mir ist ein roth goldflngerlein
auf meinen fusz gefallen (volksl. a. d. 16. jh.) bei
Arnim 21, 235 Grimm;

für einen siegelring: damit und sein brieffe ... dester krefftiger were, zaichenott er in mit siner aignen hand, mit bevelh, in och mit sinem goldfingerlin oder secret z besiglen Gallus Oheim chron. v. Reichenau 62, 30 Barack.
 
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goldfink, m., name für den gimpel, dompfaff (pyrrhula europaea, pyrrhula pyrrhula), vgl. Suolahti 137f.; Naumann naturgesch. d. vögel 5, 44 und Brehm tierleben 4, 281 P.-L. buchen goldfink auch für fringilla montifringilla u. andere; lexikalisch seit dem 16. jh. belegt, vgl. aurivittis goldfinck, lobfinck, taumpfaff, gumpell voc. rei numariae (1552) e 4b; goldfinck, guger Junius

[Bd. 8, Sp. 772]


(1567) 64b; mundartlich verbreitet, z. b. goldfinke fringilla Woeste westfäl. 82b; gollfink loxia pyrrhula schweiz. id. 1, 867: Eberus und Peucerus wöllend, daz der vogel, so von etlichen goldfinck, gümpel und güger genennt, also heisze Heuszlin Gesners vogelb. (1557) 20b;

ein goldflnk und ein zeisig hieng ...
vor eines voglers haus
Pfeffel poet. vers. (1812) 6, 37;

im wortspiel von einem kanarienvogel: hat mein armer hänfling sich nach seinem tode in einen goldfinken verwandelt? Storm s. w. 1, 286 Köster; übertragen auf einen reichen: er läszt euch ein tüchtiges vermögen zurück, der alte goldfink Tieck schr. (1828) 3, 251.

 

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