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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldesche bis goldfarbig (Bd. 8, Sp. 766 bis 769)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldesche, f., name für eine spielart der esche, vgl. fraxinus excelsior, f. aurea L.: die goldesche hat lebhaft gelbe triebe E. A. Roszmäszler d. wald (1863) 486; denn es war herbst, und sie saszen vor einer goldesche Marie v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 3, 13, vgl. Hegi flora 5, 1928. —
 
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goldesse, f.: aurificina goltsmit vel esse (15. jh., md.) Diefenbach gl. 62a. —
 
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goldessenz, f.: wie steht es aber mit denen medicinischen ... goldessentzen, goldpulvern und dergleichen? Ettner v. Eiteritz medizin. maulaffe (1719) 342.
 
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goldeswert, m., kostbarkeiten vom wert des goldes, seit dem 18. jh. oft in der formel gold und goldeswert: für gold und goldeswerth Klinger w. (1809) 4, 166;

ich flehe nicht um gold und goldeswerth,
nicht um mein leben oder meinen leib
Hebbel s. w. 4, 327 Werner;

was könnten sie denn verlieren? gold und goldeswert, fleisch und blut, nicht mehr als verweslichen staub Ricarda Huch der grosze krieg (1920) 2, 327; bildlich: noch hatte sein pinsel nicht die wirkung ..., alles, was er berührte, in goldeswerth zu verwandeln H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 17. —
 
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goldeswert, adj., 'so viel wert wie gold', seit dem 16. jh. in fester verbindung zusammengerückt, vgl. DWB golden D 1 (sp. 749 ff.) und goldwert, adj.: aureola oratiuncula ein red die goldswärt ist Frisius dict. (1556) 146; goldeswerth auro contra carus Steinbach dtsch. wb. (1734) 2, 980;

was ist gold und goldeswerther tand?
Bürger ged. (1782) 105;

(er sei) nach Berlin gegangen, um ein kleines manuskript, das er für goldeswerth gehalten, bei einem geneigten buchhändler zu versilbern G. H. v. Schubert selbstbiogr. 2 (1855) 291.
 
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goldeule, f.1) name für die 'schleiereule', strix flammea, vgl. Brehm tierleben 25, 151 P.-L.; Fischer schwäb. 6, 2054.2) name eines schmetterlings, plusia, vgl.: die goldeulen ... zeichnen sich grösztenteils durch metallisch glänzende flecke auf ihren vorderflügeln ... aus Brehm tierleben 9, 443 P.-L.; phalaena chrysitis goldeule Nemnich wb. d. naturgesch. 201; Tschudi thierleben (1853) 191.
 
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goldfabrik, f.: gold- und silberfabriquen ..., worinnen aller hand von gold und silber gegossene oder geschmiedete und getriebene sachen ... verfertiget werden Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 4, 1217; eine bei arbeiten in gold- und silberfabriken vorkommende silbervergiftung Muspratt chemie (1888) 7, 1651.
 
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goldfaden, m., aus gold oder goldfarbenem metall gezogener oder damit übersponnener faden, vereinzelt auch ein goldfarbiger seidenfaden, vgl. DWB das gefider (d. angel) sol sein wachspraun ... mit der seiden goldväden Tegernseer angel- u. fischb. (15. jh.) in zs. f. dt. altert. 14, 166: sie griff also nach einem gezwirnten güldin faden, so sie an ihr wirckrammen hat hangen ... (er) empfing disen goldtfaden mit groszer freud Wickram 2, 290 Bolte (in 'der goldfaden' titel); etliche grosze, von lauter goltfaden und perlin gantz künstlich ... gemachte coronen Conradus Vetter jungkfrawkloster s. Benedictordens (1614) 15; der liebe gott ... ist ein reicher mann und kann ja goldfäden aus einem bazenstrick machen Schiller 2, 94 G.; linnenzeug ..., worein laubwerk mit hirschen, jägern und hunden mit grüner seide und goldfäden gewoben war G. Keller ges. w. (1889) 5, 190; im vergleich und bild: es waren seine (Absalons) schöne haarlocken den geflochtenen goldfaden nicht ungleich Abraham a s. Clara mercks Wien (1680) 69; ein einzelner sonnenstrahl wie ein goldfaden Ernst Wiechert d. einf. leben (1939) 188; die überzeugung, dasz die geschichte zur rechten stunde jeden goldfaden in ihr groszes gewebe zu verflechten wissen wird Hebbel s. w. 11, 17 Werner; er hatte es sich so schön ausgemalt, ...

[Bd. 8, Sp. 767]


zu schreiben ... und gold- und silberfäden (reichtum) aus dem schwarzen dintenfasz zu ziehen W. Raabe d. hungerpastor (1864) 3, 29.
 
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goldfarb, goldfarben, adj. u. adv. , 'von der farbe des goldes'. als farbbezeichnung älter als golden (vgl. sp. 738): fulvum coltfaro Notker 1, 472, 15 P.; (Hermus rutilante ripa) Hermus ... an sinemo goltfareuuen stade 196, 9; crocus ist goltuaro Williram 69, 19 Seem.; auricolor goltfare ahd. gl. (hs. 13. jh.) 3, 717, 37 St.-S.; (vinum) sucinatum goltfar win (hs. 13. jh.) 373, 1, vgl. 155, 19; flaveus ... gel vnd goltfar (15. jh.) Diefenbach gl. 239a; ruffus goltfar ebda 643c; fulvus rotgelb, goltfarb, messinfarb, lederfarb, rot mit grün vermischt Erasmus Alberus nov. dict. (1540) E 2b. seit dem 18. jh. in der form goldfarben üblich.
1) von leuchtenden körpern, besonders gestirnen, zunächst als übersetzung von lat. aureus, auratus, aurulentus (vgl. DWB golden B 1): sol auratus ... ter goldfaruuo sol Notker 1, 747, 22 P.; (planeta) auratus et fulgidus ... coldfaro unde skîmbâre ebda 707, 17; aurulenta (lux esset) goltvarauuaz uuâri ahd. gl. 2, 441; 22 St.-S.;

die goltvarwe sonneund dar zu der silberwizze mane jg. Titurel 355, 2 Hahn;

luchtendes liecht, gelich der goltfarw sunnen Elsb. Stagel leben d. schwestern z. Tösz 57, 31 Vetter; ein prachtvolles sternenpaar, goldfarben und rötlich grün A. v. Humboldt kosmos (1845) 3, 395; die hellrothe oder goldfarbene lufft am ... horizonte d. vernünft. tadlerinnen (1725) 2, 379; um welchen her das feuer nicht gelb wie gewöhnlich erscheint, sondern gold- und sonnenfarben Göthe I 49, 1, 79 W.; die ... gegend ... durch ein gold- und purpurfarbnes licht erhellt G. Forster s. schr. (1843) 2, 217.
2) mhd. goltvar zumeist im sinne 'von gold schimmernd, golden glänzend, goldgeschmückt' bei gegenständen mit goldenem schmuck oder beschlag:

tho gesah er gâhen harte ...
manegen scilt goltvarewen,
manegen helm scînen Rolandslied 5734 Bartsch;

die goltvarwen zoumefuortens an der hant Nibelungenlied 75, 1 L.;

cursitt und deke sin
gabend goldvarwen schin Göttw. Trojanerkr. 7626 Koppitz;

sein klaider waren goltvar
Heinrich v. Neustadt Apollonius 11613 S.;

merket wie diu krone swebe ...
goltvar, rosin, lilienwiz v. d. jung. tage 707 Willoughby.

goldähnlich, goldartig aussehend, von unechtem metall:

do waz ein ander kramære komen; ...
des kramgewant waz goltvar
und waz von kuppfer geworht kl. mhd. erz. 3, 167, 26 Rosenhagen;

er furt eine lanzen groz rorine.
goltvarwer stahel uz Indiawas die glevie jg. Titurel 1284, 4 Hahn.

mit golden aussehender metallischer farbe angestrichen: die deckel der zündlöcher ... sollen messing oder goldfarb angestrichen sein Fronsperger kriegsb. 2 (1573) C c 1a; auch der korb auf der erde ist goldfarb Welcker alte denkm. (1849) 4, 24.
3) von nichtmetallischen gegenständen, wenn es sich um eine besonders leuchtende oder schöne goldartige färbung oder um einen goldähnlich metallischen schimmer handelt; häufig vom blonden menschlichen haar, vgl. auch DWB golden 741 f.:

ichn weiz waz sî zwâre
an ir goltvarwen hâre
und an ir selber richet
Hartmann v. Aue Iwein 1672;

crus, goltvar loken langen d. saelden hort 3760 Adrian;

roth goltfarb was ir hare,
ir wengle weis und clare volks- u. ges.-lieder 1, 165, 25 K.;

[Bd. 8, Sp. 768]


wo ist die liechterscheinung deines goldfarben hars? Jac. Frey e. schön gespräch v. e. waldtmann (1555) b 3a; es geht die mueter, schneidt ir aignen dochter die schene goldfarbe har ab Abraham a s. Clara neue pred. 70 Bertsche; wie ihm die goldfarbnen zöpf so fein herunterhiengen U. Bräker s. schr. (1789) 1, 62; altertümelnd in der romantik:

ob sie einen grünen kranz dürft tragen
in ihrem goldfarbnen haar
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 352;

sie hat ein licht goldfarbnes haar
Achim v. Arnim 13, 192 Grimm (wunderhorn).

ebenso vom goldartig glänzenden tierkleid:

ein kever, der was goltvar kl. mhd. erz. 3, 141, 1 R.;

hewschrecken ... seind graw und goldtfarb Seb. Franck chron. zeytb. (1531) 242a; goldfarbene fische Ettner v. Eiteritz medizin. maulaffe (1719) 951; für eine goldähnliche farbqualität ohne besonderen metallglanz: der (panther) sint etsleich gel oder goltvar, die anderen weiz Konrad v. Megenberg buch d. natur 156, 28 Pf.; er bringt zur sprache ..., warum die vierfüszigen thiere nicht goldfarben aussehen Göthe II 3, 286 W.; sie (die weine) aber erstlich weisz und von alter hernach also goldfarb werden Ryff spiegel d. gesundh. (1544) 62a; dô intluoch sich der blme, dô wart allir êrist geschin der goltvarwe blme crist St. Trudperter hohes lied 36, 27 Menhardt; diu lilje bringet diu golt- varwen kölbelîn (14. jh.) David v. Augsburg in zs. f. dt. alt. 9, 33; ein kraut, das ... die blmen gold-farb hat, man nennet es auch chrysanthemom Frisius dict. (1556) 219a; pomerantzen haben eine satte goldfarbe rinde W. Spangenberg anmuth. weiszh. lustgarten (1621) 309; die bäume und stauden neigen ihre goldfarben und bepurpurten früchte zu ihnen herab Wieland I 2, 410 akad.; eine schöne herbst amaryllis (erhob) ihre gold-farbenen blüthen G. H. v. Schubert reise ins morgenland (1838) 1, 297.
 
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goldfarbe, f.
1) 'farbe des goldes'; seit dem spätahd. belegtes compositum.
a) vom golde selbst: ein jedes goldt, das sehr rein und hoch ist, das bringet seine ... schöne natürliche rechte goldtfarb selbs mit Ercker beschreibg. aller mineral. ertzt (1580) 84a; goldfarbe geben die goldschmiede dem golde allgem. haushaltlex. (1749) 1, 609; eine hohe goldfarbe ertheilt man ihm (dem golde) ... durch eine besondere behandlung Karmarsch-Heeren techn. wb.3 1, 2. übertragen: goldfarb ist die schönste, wer mit solcher angestrichen (d. h. reich) ist, der gefällt jedermänniglich Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 63.
b) goldartige farbe anderer, unechter metalle: man spricht auch, daz der asch auz dem unk geprant die art hab, wer silber dâ mit salb und temperier, daz nem goltvarwe Konrad v. Megenberg buch d. natur 264, 27 Pf.; kupfferblech in goldfarb Thurneysser magna alchymia (1538) 35; das man dem kupffer ... ein goltfarbe ein brennen könne, wissen bergkleute und rothgieszer ser wol Löhneisz bericht v. bergwerken (1690) 25; auf aus ... messing hergestellte ... blechwaaren kann man ... eine schöne goldfarbe hervorbringen Muspratt chemie (1888) 4, 1967.
2) 'goldähnliche farbe nicht metallischer dinge, besonders von leuchtenden und von glänzenden körpern': an himele chumet tageliches tiu sunna niuuiu, aber demo uualde gibet skimo goldfareuua Notker 1, 706, 3 P.; die untergehende sonne erleuchtete die wolken mit den glänzenden goldfarben G. Forster s. schr. (1843) 1, 205; poetisch auch goldesfarbe:

um den schnitter und die garbe
flosz der abendglut, der warmen,
wunderbare goldesfarbe
C. F. Meyer ged. (1900) 66;

das glänzende aber ist nichts anders als die gedrängtheit und dichtheit des lichtes. so entsteht die goldfarbe, wenn das gelbe und sonnenhafte, verdichtet, stark leuchtet

[Bd. 8, Sp. 769]


Göthe II 3, 33 W.; man überzieht etwas mit firnis, um ihm eine goldfarbe zu geben Sulzer theorie d. schönen künste (1771) 2, 236; alle hauptfarben des ... (fasanen-) gefieders haben ... (einen) metallschimmer in die feurigste goldfarbe Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 6, 435; cypricus ist der geringst (diamant), hat ein goltfarb Alberus dict. (1540) l l 4b; für eine goldgelbe farbtönung allgemein: es haben aber etwan die wein solliche goldfarb von natur oder von alter Ryff spiegel d. gesundh. (1544) 62a; der wein ... ist von guter starker beschaffenheit und einer dunkeln lockenden goldfarbe Steub drei sommer i. Tirol (1895) 2, 369; so seindt alle kerne der vollkommenen pflantzen in beginne irer iugend weisz und feucht und im zunemen irers alters gandt sie zu goldvarbe und trukenheit Petrus de Crescentiis vom ackerbau (1531) 11b; begieszet sie (die hühner) öffters mit butter, damit sie fein eine goldfarbe bekommen mögen Amaranthes frauenz. lex. (1715) 900; nirgends ist der contrast zwischen der goldfarbe des sandsteins und der saphirbläue des himmels ... schneidender Gaudy s. w. (1844) 5, 98.
3) goldgelber farbstoff aus echtem oder unechtem blattgold (vgl. DWB goldbronze), oder auf chemischem wege hergestellt, vgl. auripigmentum goltfarbe (15. jh. md.) Diefenbach gl. 62b: das sie (die kugel) izt eine mit vermeineter schönen goldfarbe gesmükte seite gezeiget hat, so tut sich bald darauf eine andere, meisten teils mit unbeständiger wasserfarbe angestrichene seite hervor M. J. Bellini hdt. rechtschr. (1657) ).( 3b; das anstellungsdecret, dessen kalligraphische ausführung im texte eine lorbeergeschmückte lyra in goldfarbe zeigt jahrb. d. Grillparzerges. (1890) 2, xxvi; (er) war beauftragt, mit der werthesten goldfarbe die anfangsbuchstaben auszumalen Scheffel Ekkehard (1913) 63; bildlich: die mit goldfarbe aufgefrischten trümmer der vergangenheit Jean Paul w. 6, 128 (Hempel); auch 'lösungen, in welche goldgegenstände eingetaucht werden, um einen gewünschten farbenton zu erhalten', vgl. Lueger lex. d. techn. 4, 729; citrin ist die goldfarbe, damit die goldmacher ihre metalle tingieren wollen Apinus gl. nov. (1728) 123; zur erzielung bestimmter farbentöne stehen mannigfache goldfarben in gebrauch Karmarsch-Heeren3 techn. wb. 3, 348. —
 
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goldfarbig, adj., dass. wie goldfarb, erst im 16. jh. aufkommend, im 16. u. 17. jh. oft auch goldfärbig: drumb nennet er die ... flugel, die auff den rucken sich enden zum leybe werds, goltferbig Luther 8, 15 W.; goldfarbige kütten (quitten) Junius nomencl. (1567) 113b; katzengold, welches gar schön goldfärbig ist P. Albinus bergkchron. (1590) 153; gut löthig gold ... das ist roth goldfarbig Prätorius wündschelruthen (1667) 223; fast eben so war die fürstin Ismene gebildet auser, dasz ihre haare ein wenig goldfärbicht ... zu seyn schienen Lohenstein Arminius (1689) 1, 196b; das vom körper abgeriebene aber erscheint nicht mehr gold- oder kupferfarbig ... ṣondern ganz schwarz Göthe II 3, 33 W.; messing zeigt ... verschiedene ... goldfarbige töne Muspratt chemie (1888) 4, 1955; auf dem dunghaufen ... scharrte ein goldfarbiger hahn Storm s. w. (1899) 1, 205.

 

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