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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
golderling bis goldfaden (Bd. 8, Sp. 765 bis 766)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) golderling, gölderling, m., name für den orangen- oder pomeranzenbaum, citrus aurantium L., vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 201; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1190; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 1030.
 
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golderz, n.
1) goldhaltiges erz; goltertz ... ertzader doraus man golt ... sampnet voc. theut. (Nürnbg. 1482) 15a, vgl. s. v. litargirum bei Diefenbach gl. 333b; vena auri goldärtz Frisius dict. (1556) 145b: in Kernten ... alda hat er diser zeit ein goltärzt funden nit tiefer under dem poden dan zwen zwerchschuech; solchs goltärzt sein kügel wie die pon gewesen Turmair s. w. 4, 1, 480 Lexer; der goltertz seind zweyerley, eines theils flüssig, eines theils streng Ercker beschr. aller min.-ertzt (1580) 51a; goltertzt oder güldige sandt Mathesius diluvium (1587) 82a;

viel flammen aber müssen
dar würcken, wo der stahl sol glühn, das goldertzt flissen
Lohenstein Ibrahim sultan 7;

golderz, worin das gold durch schwefel vererzt wäre, ist höchst selten G. Chr. Lichtenstein entd. geheimnisse (1778) 191; der bleiglanz kommt ... in gesellschaft von ... golderzen ... vor Muspratt chemie (1888) 1, 1489. bildlich: der finger gottes (hat) ... selbten (fürsten) ... aus goldertzte gebildet Lohenstein George Wilhelms lobschrift (1679) g 5a; ihr fragment ... ist wie alle ihre fragmente ein reichhaltiges stück golderzt ohne form (an Wieland) Merck briefe 2, 108 Wagner.
2) für goldbergwerk auf ältere sprache beschränkt:

kein ertrîche nie getruoc
baz korn unde wîn: ...
siben golterze ez hât.
lützel hie kein berc stât
man envinde silber drinne Biterolf 13311 in dt. heldenb. 1, 195 Jänicke;

das vor zeiten ist hie gebesen das goltärzt, dardurch unsz unser freihait ist hie verlihen worden (v. j. 1529) österr. weist. 11, 11. so in den wörterbüchern noch bis ins 17. jh. gebucht: für aurifodina goldärtz Frisius (1556)

[Bd. 8, Sp. 766]


146a; für auraria Corvinus fons latin. (1646) 99. —
 
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golderzgrube, f.: z Polybii zeiten sind im land Norico ... goldertzgrben gewesen Stumpf Schweizerchron. (1606) 156b.
 
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goldesche, f., name für eine spielart der esche, vgl. fraxinus excelsior, f. aurea L.: die goldesche hat lebhaft gelbe triebe E. A. Roszmäszler d. wald (1863) 486; denn es war herbst, und sie saszen vor einer goldesche Marie v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 3, 13, vgl. Hegi flora 5, 1928. —
 
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goldesse, f.: aurificina goltsmit vel esse (15. jh., md.) Diefenbach gl. 62a. —
 
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goldessenz, f.: wie steht es aber mit denen medicinischen ... goldessentzen, goldpulvern und dergleichen? Ettner v. Eiteritz medizin. maulaffe (1719) 342.
 
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goldeswert, m., kostbarkeiten vom wert des goldes, seit dem 18. jh. oft in der formel gold und goldeswert: für gold und goldeswerth Klinger w. (1809) 4, 166;

ich flehe nicht um gold und goldeswerth,
nicht um mein leben oder meinen leib
Hebbel s. w. 4, 327 Werner;

was könnten sie denn verlieren? gold und goldeswert, fleisch und blut, nicht mehr als verweslichen staub Ricarda Huch der grosze krieg (1920) 2, 327; bildlich: noch hatte sein pinsel nicht die wirkung ..., alles, was er berührte, in goldeswerth zu verwandeln H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 17. —
 
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goldeswert, adj., 'so viel wert wie gold', seit dem 16. jh. in fester verbindung zusammengerückt, vgl. DWB golden D 1 (sp. 749 ff.) und goldwert, adj.: aureola oratiuncula ein red die goldswärt ist Frisius dict. (1556) 146; goldeswerth auro contra carus Steinbach dtsch. wb. (1734) 2, 980;

was ist gold und goldeswerther tand?
Bürger ged. (1782) 105;

(er sei) nach Berlin gegangen, um ein kleines manuskript, das er für goldeswerth gehalten, bei einem geneigten buchhändler zu versilbern G. H. v. Schubert selbstbiogr. 2 (1855) 291.
 
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goldeule, f.1) name für die 'schleiereule', strix flammea, vgl. Brehm tierleben 25, 151 P.-L.; Fischer schwäb. 6, 2054.2) name eines schmetterlings, plusia, vgl.: die goldeulen ... zeichnen sich grösztenteils durch metallisch glänzende flecke auf ihren vorderflügeln ... aus Brehm tierleben 9, 443 P.-L.; phalaena chrysitis goldeule Nemnich wb. d. naturgesch. 201; Tschudi thierleben (1853) 191.
 
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goldfabrik, f.: gold- und silberfabriquen ..., worinnen aller hand von gold und silber gegossene oder geschmiedete und getriebene sachen ... verfertiget werden Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 4, 1217; eine bei arbeiten in gold- und silberfabriken vorkommende silbervergiftung Muspratt chemie (1888) 7, 1651.
 
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goldfaden, m., aus gold oder goldfarbenem metall gezogener oder damit übersponnener faden, vereinzelt auch ein goldfarbiger seidenfaden, vgl. DWB das gefider (d. angel) sol sein wachspraun ... mit der seiden goldväden Tegernseer angel- u. fischb. (15. jh.) in zs. f. dt. altert. 14, 166: sie griff also nach einem gezwirnten güldin faden, so sie an ihr wirckrammen hat hangen ... (er) empfing disen goldtfaden mit groszer freud Wickram 2, 290 Bolte (in 'der goldfaden' titel); etliche grosze, von lauter goltfaden und perlin gantz künstlich ... gemachte coronen Conradus Vetter jungkfrawkloster s. Benedictordens (1614) 15; der liebe gott ... ist ein reicher mann und kann ja goldfäden aus einem bazenstrick machen Schiller 2, 94 G.; linnenzeug ..., worein laubwerk mit hirschen, jägern und hunden mit grüner seide und goldfäden gewoben war G. Keller ges. w. (1889) 5, 190; im vergleich und bild: es waren seine (Absalons) schöne haarlocken den geflochtenen goldfaden nicht ungleich Abraham a s. Clara mercks Wien (1680) 69; ein einzelner sonnenstrahl wie ein goldfaden Ernst Wiechert d. einf. leben (1939) 188; die überzeugung, dasz die geschichte zur rechten stunde jeden goldfaden in ihr groszes gewebe zu verflechten wissen wird Hebbel s. w. 11, 17 Werner; er hatte es sich so schön ausgemalt, ...

[Bd. 8, Sp. 767]


zu schreiben ... und gold- und silberfäden (reichtum) aus dem schwarzen dintenfasz zu ziehen W. Raabe d. hungerpastor (1864) 3, 29.

 

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