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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
golddieb bis golddurst (Bd. 8, Sp. 725 bis 727)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) golddieb, m., aurilegus ein golddieb gemma gemm. (1508) c 3b; aurifur golddieb Frisius dict. (1556) 146a:

du gelthund, golt- und silberdieb
Hayneccius Hans Pfriem 58 ndr.;

ein andrer golddieb, ... der im jahre 1606 ebenfalls in Stuttgart aufgehencket worden Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1238. —
 
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golddistel, f.: golddistel scolymus, chrysanthemus Frisch (1741) 360b; scolymus chrysanthemus, eryngium luteum, spina alba, carduus chrysanthemus etc. Noel Chomel öcon. lex. 4, 1216; vgl. Holl wb. dt. pflanzennamen 132a; carlina vulgaris L. gemeine eberwurz ..., golddistel ..., die innersten hüllblätter schimmern goldig Marzell wb. d. dtsch. pflanzenn. 1, 848; vgl. Fischer schwäb. 3, 738.
 
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golddrache, m., goldfarbener drache: er war in ein gelbseidenes, mit chinesischen golddrachen durchwirktes gewand gehüllt Gutzkow ges. w. (1872) 6, 222; für das römische feldzeichen: als ich das Gothenbanner heute niederrisz, und den golddrachen Justinians an seine stelle setzte F. Dahn ein kampf um Rom (1901) 3, 304. goldbewachender drache: zwischen den groszen zauberschlangen,

[Bd. 8, Sp. 726]


golddrachen und krystallgeistern des menschlichen gemütes, die ans licht steigen, fahren alle häszlichen tazzelwürmer und das heer der ratten und mäuse hervor G. Keller ges. w. (1889) 6, 335. übertragen auf einen goldgierigen spieler: den groszen kindern lässet man farobanken, und der golddrache gilt wohl gar noch für einen mann von ehre Fr. L. Jahn w. 1, 318 Euler.
 
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golddraht, m., gedrehte schnur aus goldfäden oder draht aus gold oder vergoldetem metall, vgl. DWB draht teil 2, sp. 1327. schon mhd.:

daz was ein netze guldîn
gebriten (geflochten) von goltdræten
vesten unde stæten
Hartmann v. Aue Erec 7715;

ir beider hosen ûz gesniten
zerhouwen wol nâch hübeschen siten,
dar über manic goltdrât.
dâ durch schein diu lînwât
wîzer danne kein snê herzog Ernst B 3007 Bartsch;

mit einem goltdrâte,
den si bereitet hâte,
wan(t) si die rôsen ûf den reif gesamtabenteuer 3, 605 v. d. Hagen;

eine treffliche taffel, ... überdeckt mit grünen sammet, woran die frantzen von ... golddrate Prätorius zodiacus mercurialis (1667) 116; panzerhemde, von golddrath gewirkt J. Fr. W. Zachariä poet. schr. (1763) 8, 151; aus gold- und silberdrähten ... wurden zierrathen zusammengelegt Göthe I 44, 321 W.; ächter golddraht besteht aus goldplattirtem silberdraht Muspratt chemie 4 (1893) 1970; aus einer zeile (kann man) tausend machen, wie aus einem golddrate tausend faden ziehen Zinzendorf v. mutteramte d. heil. geistes (1748) 7; vgl. DWB das gold- und silberdrahtziehen ... wird in Wien stark getrieben Nicolai reise d. Deutschl. (1781) 4, 467. —
 
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golddrahtzieher, m.: mir sind die adepti nicht besser als ein golddratzieher, so mit einem gran gold viel ellen silberdrat überziehet J. D. Geyer müsziger reisestunden gedanken (1735) 16, 14; die finanzkammer zu Wien (überlasse) den gold- und silberdrathziehern zu diesem behufe jährlich 18000 mark silber Nicolai reise d. Deutschl. (1781) 4, 467.
 
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golddrossel, f., s. DWB goldamsel oriolus galbula L., vgl. DWB golddrossel Naumann naturgesch. d. vögel 2, 171, Brehm tierleben 4, 400 P.-L.: gelber pirol, ... goldamsel, golddrossel v. Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 443; vom gipfel eines alten kirschbaumes aber klang unaufhörlich das helle pfeifen der golddrossel G. Freytag ges. w. 6, 93; auch golddrostel Fischer schwäb. 3, 738.
 
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golddruck, m.: andere methoden zur herstellung von golddruck Muspratt chemie 3 (1891) 427; auf der auszenseite ... die worte ... in golddruck Justi Winckelmann (1866) 1, 204.
 
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goldduft, m., poetisch für sonnendurchflutete, golden leuchtende luft: die erde (breitete) dem himmel, der sich über sie hereinbog ... einen flor aus goldduft unter Jean Paul w. 3, 50 (Hempel);

und um des Glärnisch hohe firne
ein goldduft bebt!
Friederike Brun in: Schillers musenalm. (1796) 183;

tau funkelt auf den büschen
und goldduft füllt das tal
F. Dahn ged. (1908) 293.


 
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golddukaten, m., zu gold I D 2 b, münze aus gold von besonders hohem feingehalt (bis zu 23 karat), das danach dukatengold genannt wird. italienischen ursprungs, vom 16.-19. jh. deutsche reichsmünze: kein kapitel läszt wegen ... unkosten münzen in gold prägen, Lüttich ausgenommen, welches golddukaten ... schlagen läszt allg. dtsche bibl. 117 (1794) 356; er sollte fünfhundert goldducaten bringen Göthe I 43, 130 W.; für zweiundzwanzig goldducaten übernehmen es die leute, den marmor nach Rom zu schaffen H. Grimm Michelangelo (1890) 1, 234. —
 
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golddurchwirkt, part. adj., mit goldenen fäden

[Bd. 8, Sp. 727]


durchwirkt: der blutige cörper wurde unterdessen in seinem gold- und rothdurchwirckten rock ... auf einen holzstosz geleget Lohenstein Arminius (1689) 2, 1593b;

und deinen (Amors) köcher schmückte
von golddurchwirktem band
ein röschen, welches stickte
des schönsten mädchens hand
Bürger s. w. 4 Bohtz;

übertragen:

auch jauchzt durch mein gebeine
freud und hoffnung, die golddurchwürkete tage weissaget
J. J. Bodmer der Noah (1752) 95;

es liegt ein golddurchwirkter schleier von schönen möglichkeiten über ihm (dem leben) Nietzsche w. (1895) 5, 264.
 
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golddurst, m., gier nach gold: der gelddurst und goldhunger. der verdammte golddurst Treuer dtsch. Dädalus (1675) 1, 619, vgl. bei Vergil auri sacra fames Aen. 3, 57, s. DWB goldhunger; endlich gosz Orodes zerschmeltztes gold dem Crassus in mund, fürgebende, dasz doch sein golddurst schwerlich mit seinem leben würde verloschen seyn Lohenstein Arminius (1689) 1, 220a;

wohl diesem ...
und dessen golddurst nicht den schweisz
verarmter wittwen sauget
Chr. Günther s. w. 2, 308 Krämer;

geiz und golddurst, deine (des todes) mächtigen kellermeister, trinken dir ganze schwimmende städte im sprudelnden kelch des weltmeers zu Schiller 1, 201 G.

 

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