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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
golddecke bis golddukaten (Bd. 8, Sp. 725 bis 726)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) golddecke, f.
1) mit gold belegte oder goldfarbene zimmerdecke: die namen Tintorettos, ... der beiden Palma ... hallen von den in die golddecke gerahmten allegorischen gemälden Gaudy s. w. (1844) 22, 150;

steigen läszt sein wort obelisken empor, golddecken wölbt,
prunkwände zieht ...
sein geheisz
Platen w. 1, 239 Redlich.


2) stoffdecke aus goldbrokat oder ähnlichem material: ein schwarzes, geflügeltes rosz, auf seinem rücken lag eine schimmernde golddecke Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 348. für goldfarbene flügel von käfern: der rüsselkäfer mit der golddecke allg. dtsche bibl. 50, 495; (der goldkäfer) summt davon, wie er ankam, seine langen flügel unter den golddecken ... vorziehend Brehm tierleben 9, 102 P.-L.
3) zu gold II D 2 a β, die jeweils zur deckung von ausgaben und verpflichtungen der staaten vorhandene menge gemünzten oder münzfähigen goldes: da man sich der besorgnis nicht entschlagen kann, dasz die vorhandene golddecke denn doch zu kurz sein könnte, um für die ganze erde zu reichen Luschin v. Ebengreuth münzkde u. geldgesch. 151; doch hängen auch in unserer zeit kraft und dauer der kriegführung nicht von der länge der golddecke ab v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 854; die breite golddecke ... erleichterte die aufnahme von anleihen ebda 9, 777. auch weniger bildhaft an golddeckung und durch gold gedeckt angeknüpft, z. b. die golddecke steht in keinem verhältnis zum notenumlauf (der menge des papiergeldes). —
 
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golddeckung, f., zu gold II D 2 a β, währungstechnisch die sicherung des wertes der banknoten durch gold; auch dies gold selbst: was bedeuten die gesetzlichen vorschriften, die auch heute noch eine bestimmte golddeckung für die banknoten vorsehen? Höpker-Aschoff geld u. gold (1939) 64; die lira, deren golddeckung sich infolge des starken zusammenschrumpfens der währungsreserven ... verringerte Matthies der goldblock (1937) 20.
 
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golddieb, m., aurilegus ein golddieb gemma gemm. (1508) c 3b; aurifur golddieb Frisius dict. (1556) 146a:

du gelthund, golt- und silberdieb
Hayneccius Hans Pfriem 58 ndr.;

ein andrer golddieb, ... der im jahre 1606 ebenfalls in Stuttgart aufgehencket worden Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1238. —
 
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golddistel, f.: golddistel scolymus, chrysanthemus Frisch (1741) 360b; scolymus chrysanthemus, eryngium luteum, spina alba, carduus chrysanthemus etc. Noel Chomel öcon. lex. 4, 1216; vgl. Holl wb. dt. pflanzennamen 132a; carlina vulgaris L. gemeine eberwurz ..., golddistel ..., die innersten hüllblätter schimmern goldig Marzell wb. d. dtsch. pflanzenn. 1, 848; vgl. Fischer schwäb. 3, 738.
 
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golddrache, m., goldfarbener drache: er war in ein gelbseidenes, mit chinesischen golddrachen durchwirktes gewand gehüllt Gutzkow ges. w. (1872) 6, 222; für das römische feldzeichen: als ich das Gothenbanner heute niederrisz, und den golddrachen Justinians an seine stelle setzte F. Dahn ein kampf um Rom (1901) 3, 304. goldbewachender drache: zwischen den groszen zauberschlangen,

[Bd. 8, Sp. 726]


golddrachen und krystallgeistern des menschlichen gemütes, die ans licht steigen, fahren alle häszlichen tazzelwürmer und das heer der ratten und mäuse hervor G. Keller ges. w. (1889) 6, 335. übertragen auf einen goldgierigen spieler: den groszen kindern lässet man farobanken, und der golddrache gilt wohl gar noch für einen mann von ehre Fr. L. Jahn w. 1, 318 Euler.
 
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golddraht, m., gedrehte schnur aus goldfäden oder draht aus gold oder vergoldetem metall, vgl. DWB draht teil 2, sp. 1327. schon mhd.:

daz was ein netze guldîn
gebriten (geflochten) von goltdræten
vesten unde stæten
Hartmann v. Aue Erec 7715;

ir beider hosen ûz gesniten
zerhouwen wol nâch hübeschen siten,
dar über manic goltdrât.
dâ durch schein diu lînwât
wîzer danne kein snê herzog Ernst B 3007 Bartsch;

mit einem goltdrâte,
den si bereitet hâte,
wan(t) si die rôsen ûf den reif gesamtabenteuer 3, 605 v. d. Hagen;

eine treffliche taffel, ... überdeckt mit grünen sammet, woran die frantzen von ... golddrate Prätorius zodiacus mercurialis (1667) 116; panzerhemde, von golddrath gewirkt J. Fr. W. Zachariä poet. schr. (1763) 8, 151; aus gold- und silberdrähten ... wurden zierrathen zusammengelegt Göthe I 44, 321 W.; ächter golddraht besteht aus goldplattirtem silberdraht Muspratt chemie 4 (1893) 1970; aus einer zeile (kann man) tausend machen, wie aus einem golddrate tausend faden ziehen Zinzendorf v. mutteramte d. heil. geistes (1748) 7; vgl. DWB das gold- und silberdrahtziehen ... wird in Wien stark getrieben Nicolai reise d. Deutschl. (1781) 4, 467. —
 
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golddrahtzieher, m.: mir sind die adepti nicht besser als ein golddratzieher, so mit einem gran gold viel ellen silberdrat überziehet J. D. Geyer müsziger reisestunden gedanken (1735) 16, 14; die finanzkammer zu Wien (überlasse) den gold- und silberdrathziehern zu diesem behufe jährlich 18000 mark silber Nicolai reise d. Deutschl. (1781) 4, 467.
 
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golddrossel, f., s. DWB goldamsel oriolus galbula L., vgl. DWB golddrossel Naumann naturgesch. d. vögel 2, 171, Brehm tierleben 4, 400 P.-L.: gelber pirol, ... goldamsel, golddrossel v. Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 443; vom gipfel eines alten kirschbaumes aber klang unaufhörlich das helle pfeifen der golddrossel G. Freytag ges. w. 6, 93; auch golddrostel Fischer schwäb. 3, 738.
 
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golddruck, m.: andere methoden zur herstellung von golddruck Muspratt chemie 3 (1891) 427; auf der auszenseite ... die worte ... in golddruck Justi Winckelmann (1866) 1, 204.
 
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goldduft, m., poetisch für sonnendurchflutete, golden leuchtende luft: die erde (breitete) dem himmel, der sich über sie hereinbog ... einen flor aus goldduft unter Jean Paul w. 3, 50 (Hempel);

und um des Glärnisch hohe firne
ein goldduft bebt!
Friederike Brun in: Schillers musenalm. (1796) 183;

tau funkelt auf den büschen
und goldduft füllt das tal
F. Dahn ged. (1908) 293.


 
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golddukaten, m., zu gold I D 2 b, münze aus gold von besonders hohem feingehalt (bis zu 23 karat), das danach dukatengold genannt wird. italienischen ursprungs, vom 16.-19. jh. deutsche reichsmünze: kein kapitel läszt wegen ... unkosten münzen in gold prägen, Lüttich ausgenommen, welches golddukaten ... schlagen läszt allg. dtsche bibl. 117 (1794) 356; er sollte fünfhundert goldducaten bringen Göthe I 43, 130 W.; für zweiundzwanzig goldducaten übernehmen es die leute, den marmor nach Rom zu schaffen H. Grimm Michelangelo (1890) 1, 234. —

 

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