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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldbräm bis goldbronze (Bd. 8, Sp. 723 bis 724)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbräm, n., rand, einfassung, verbrämung mit gold, goldfarbener streifen: goldbrem Henisch (1616) 1675, vgl. DWB breme ... bräm ... ein breites bräm fimbria ... limbus, das brem an einem unterrock segmenta ... schmale brem von gulden ... borten ebda 498, s. DWB bram, n., oben teil 2, sp. 292, bräme, f., sp. 293, breme, f., sp. 362. —
 
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goldbrämlein, n., deminutiv zum vorigen:

der junge könig ... (hat) gesehen
den froschkönig zu ihm angehen
in seinen grünen-sommerkleid,
mit goldbremlein zu jeder zeit
Rollenhagen froschmeuseler (1595) d 1b.


 
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goldbrassen, m., goldbrasse, f., name des fisches chrysophrys (aurata L.); goldbrasse (f.) Brehm tierl. 8, 56 P.-L.; goldbrassen (m.) v. d. Borne hdb. d. fischzucht u. fischerei (1886) 74; im älteren nhd. bezeugt als goldbrachsam Frischlin nomencl. (1586) 64a, Henisch (1616) 1675; goldbrachse Zehner nomencl. (1645) 222; goldbrasme Basil. Faber thes. (1587) 171a, Kirsch cornucopiae (1718) 2, 156b; goldbrachszmen Maaler (1561) 189b, Henisch (1616) 1675; goldbrachsem Nemnich wb. d. naturgesch. 201; goldbräsem Hulsius-Ravellus (1616) 143a, Rädlein (1711) 399: andere fisch ... kein werme leiden können ... als da sind mit namen die seerappen, die stockfisch und die goldbrechssmen Heyden Plinius (1565) 340; da seh ich ... einen ... hecht, wenn es nicht ein goldbrassen ist? Wieland Lucian (1788) 1, 445; die goldforelle, goldfisch, goldbrassen, goldbrachsme ... ist eine art des brassens, welcher zwischen den augen eine goldgelbe gebogene linie (hat) Krünitz 14, 450.
 
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goldbratling, goldbrätling, m., name eines pilzes der gattung agaricus L. (dazu Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 138), vgl. goldbrätling agaricus lactifluus L. Nemnich 201; Trattinick schwämme (1830) 89: der gemeine blätterschwamm ... schmeckt ... wie frische haselnüsse, schwach pfefferartig der reitzker, goldbrätling (ag. volemus Fr.), der röthling Oken allg. naturgesch. (1839) 3, 37; goldbralting agarius volemus ... (ziegelrother milchschwamm) Unger-Khull steir. 298.
 
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goldbraun, adj., tönung von braun, die ins goldene spielt, vgl. DWB goldbraun, DWB inbraun et est primus color auri proprie dicendo Paracelsus opera (1616) 1, 757 Huser; der goldton ist häufig durch glanz oder schimmer verursacht, so von lebendigem fell, haaren, augen: die liecht- und goldbraunen (pferde) participiren mit dem feuer Hohberg georg. cur. (1682) 2, 127; die farbe ihres pferdes war goldbraun Stifter s. w. 10 (1930) 255;

ihr himmelsblick, ihr goldbraun haar,
ihr heiliges gesicht —
sie war's, die lilie in der hand,
zum engelsgrusz herabgesandt
Fr. Kind ged. (1817) 2, 266;

ein blick aus ihrem goldbraunen auge Heer d. könig d. Bernina (1904) 193; goldbraunes bier G. Freytag ges. w. 6, 68; die goldbraune farbe des gesichtes O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 18; eine goldbraune roggengarbe D. v. Liliencron s. w. (1896) 3, 213. vereinzelt goldenbraun: ein groszer, goldenbrauner nachtfalter Mörike ges. schr. (1905) 3, 15 Göschen. substantiviert: goldbraun, n.: alle ... befiederten theile (des schwarzen storches) mit kräftigem glanz ... in goldbraun Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 9, 285; die weiszen finger leuchteten aus dem goldbraun der locken Immermann w. 3, 86 Boxberger.
 
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goldbrem, n., s. DWB goldbräm.
 
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goldbrille, f., brille mit goldener einfassung: der aschfarbene kleine herr mit dem wenigen haar und der goldbrille war offenbar der gatte der dame Fontane ges. w. I 6, 17. anders. bildlich: sie (die geldgierigen) haben

[Bd. 8, Sp. 724]


keine menschenaugen mehr, sie sehen alles nur durch die goldbrille P. Rosegger schr. III 1, 342. —
 
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goldbrocken, m., unbearbeitetes stück gold: ich glaubte, ich hätte noch einen goldbrocken in meinem hosnsack, wurde aber betrogen, dann es ware nur eine alte westphälische knackwurst Stranitzky lust. reyszbeschr. 34 Wiener ndr.; in den ersten jahren ... geschahen alle bezahlungen ... mit goldbrocken (in Amerika) allg. dtsche bibl. 86, 208.
 
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goldbrokat, m., gewebe mit goldenen oder goldfarbenen fäden: sein schöner schlafrock von goldbrokat K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 9, 360; Pescara ... hatte sich auf den über den thron ausgebreiteten goldbrocat geworfen C. F. Meyer versuchg. d. Pescara (1901) 219. —
 
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goldbrokaten, adj., 'aus goldbrokat':

auf dem goldbrocatnen kissen ruht der süszen glieder last
Gaudy s. w. (1844) 7, 42;

weil er bei feierlichen gelegenheiten es niemals unter einer goldbrocatenen weste that Storm ges. schr. 14 (1882) 83.
 
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goldbronze, f. 1) goldene metallfarbe, muschelgold, malergold, aus echtem oder unechtem blattgold, vgl. echte und unechte goldbronze Karmarsch-Heeren techn. wb. 4, 138: der abfall von der goldschlägerei ... wird ... zu ächter goldbronze gerieben Muspratt chemie 3 (1891) 1830; sie trugen ... goldene flügel, die der erfindungsreiche Hühnchen sehr künstlich aus pappe und goldbronze angefertigt hatte H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 51. 2) bronze, die goldfarbene metallegierung aus kupfer und zinn etc., vgl. DWB goldbronze, ... legierung, (die) eine dem gold sehr ähnliche farbe zeigt A. Krupp die legierungen (1922) 207: ein goldfuchs, der im ... sonnenlichte stand, war wie von eitel goldbronze anzuschauen Bogumil Goltz ein jugendleben (1852) 2, 159. anders: goldbronze vergoldetes messing oder tomback Bucher kunstgewerbe (1884) 158b. —

 

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