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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldbordiert bis goldbrille (Bd. 8, Sp. 722 bis 723)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbordiert, part. adj., 'mit goldborten besetzt': item für ein goldbordiertes hüetlein: thuet 16 f. 25 kr. (v. j. 1773) bei L. Aurbacher ein volksbüchl. 2 (1839) 148; die schmucken uniformen der Frankfurter bürgerschützen, grün und goldbordiert Fontane ges. w. I 2, 233.
 
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goldbörse, f., 'beutel mit oder für gold', vgl. DWB gold I D 2 b: goldbörse, 'ein beutel, seckel, worinnen man goldene müntz bey sich trägt' cur. bauernlex. (1728) 84; bis ins 19. jh. üblich: ich will ... ihm damit ein solches schrecken einjagen, dasz er, um nur sein leben zu retten, mir gern die goldbörse lassen wird L. Holberg dän. schaubühne (1743) 5, 555; wollen wir der frau fürstin ein loch in die goldbörse schneiden? Holtei erz. schr. (1861) 3, 19.
 
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goldborte, goldborde, f., in älterer sprache auch m., aus echt goldenen oder goldfarbenen fäden gewebte borte, vgl. teil 2, sp. 246 und goldene borte sp. 737. schon ahd. als übersetzung von murenulae, vgl. goltborto (9. jh.) ahd. gl. 1, 622, 17 St.-S.; aurifrigium goltporto (hs. 11. jh.), goltbordo (hs. 11. jh.) ebda 3, 266, 19; goltborto (hs. 12. jh.), goltbort (hs. 13. jh.) ebda 3, 152, 9; aurifrisia goltporti (hs. 12. jh.) ebda 4, 167, 59; aureola goltbort (15. jh., md.) Diefenbach gl. 61c; auriphrygium goltburt (15. jh., md.), goltbart (15. jh., md.), goldbarde (1420, nd.) ebda 62b; pretexta goltbort (15. jh., md.) ebda 458b:

daz edele gesteine,
daz tûre gebeine,
dî manige goltborten,
wêhe geworhten,
daz edele gesmîde
d. arme Hartmann rede v. glauben 2414 v. d. Leyen;

Genelun vrte einin blialt (seidengewand)
uz golde gewebin.
da machte man wole sehen
die turen goltporten
wahe geworchte
pfaffe Konrad Rolandslied 59, 7 Gr.;

sîner wâpen obedach ...
geziert nâch werdiclîcher aht
mit goltborten reine,
darûf gewieret gesteine Ludwigs kreuzfahrt 1457 Naumann;

9 elen breyte goltborten Marienb. treszlerb. 468 Joachim; spangen und perel und goltporten mittelalt. inventare 49 Zingerle. vom 16. bis zum 18. jh., wohl nur zufällig, sehr selten bezeugt (vgl. auch goldene borte sp. 737 sowie unten goldbräm); im 18. jh. scheint tresse (vgl. DWB tresse 2, teil 11, 1, 2, sp. 175) geläufiger gewesen zu sein; dem gegenüber gewinnt goldborte im 19. jh. wieder gröszere verbreitung: man verfertigt es (das meisterstück) unter den augen des altmeisters und es besteht in ... 2 ellen goldborten oder bandtresse Krünitz 6 (1775) 247; die englischen goldborten waren bereits in der mitte des dreizehnten jahrhunderts ... vortrefflich Raumer gesch. d. Hohenst. (1823) 5, 376; purpurfarbene ... vorhänge mit goldborten Gaudy s. w. (1844) 6, 137; an uniformen: tuchachselklappen, bei stabsoffizieren mit goldborte v. Alten hdb.

[Bd. 8, Sp. 723]


f. heer u. flotte (1909) 1, 69; ein echt preuszisches kutscherkostüm mit stulpstiefeln, wappenknöpfen und breiter goldborte Fontane kriegsgefangen (1894) 363; als buchschmuck: unter meinen manuskripten ... hellgrün gebunden mit einer breiten goldborde eingefaszt Fontane ges. w. II 2, 79. —
 
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goldborten, adj.: (die) goldbortenen rauten seines rockes Eichendorff s. w. (1864) 3, 317. —
 
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goldbräm, n., rand, einfassung, verbrämung mit gold, goldfarbener streifen: goldbrem Henisch (1616) 1675, vgl. DWB breme ... bräm ... ein breites bräm fimbria ... limbus, das brem an einem unterrock segmenta ... schmale brem von gulden ... borten ebda 498, s. DWB bram, n., oben teil 2, sp. 292, bräme, f., sp. 293, breme, f., sp. 362. —
 
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goldbrämlein, n., deminutiv zum vorigen:

der junge könig ... (hat) gesehen
den froschkönig zu ihm angehen
in seinen grünen-sommerkleid,
mit goldbremlein zu jeder zeit
Rollenhagen froschmeuseler (1595) d 1b.


 
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goldbrassen, m., goldbrasse, f., name des fisches chrysophrys (aurata L.); goldbrasse (f.) Brehm tierl. 8, 56 P.-L.; goldbrassen (m.) v. d. Borne hdb. d. fischzucht u. fischerei (1886) 74; im älteren nhd. bezeugt als goldbrachsam Frischlin nomencl. (1586) 64a, Henisch (1616) 1675; goldbrachse Zehner nomencl. (1645) 222; goldbrasme Basil. Faber thes. (1587) 171a, Kirsch cornucopiae (1718) 2, 156b; goldbrachszmen Maaler (1561) 189b, Henisch (1616) 1675; goldbrachsem Nemnich wb. d. naturgesch. 201; goldbräsem Hulsius-Ravellus (1616) 143a, Rädlein (1711) 399: andere fisch ... kein werme leiden können ... als da sind mit namen die seerappen, die stockfisch und die goldbrechssmen Heyden Plinius (1565) 340; da seh ich ... einen ... hecht, wenn es nicht ein goldbrassen ist? Wieland Lucian (1788) 1, 445; die goldforelle, goldfisch, goldbrassen, goldbrachsme ... ist eine art des brassens, welcher zwischen den augen eine goldgelbe gebogene linie (hat) Krünitz 14, 450.
 
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goldbratling, goldbrätling, m., name eines pilzes der gattung agaricus L. (dazu Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 138), vgl. goldbrätling agaricus lactifluus L. Nemnich 201; Trattinick schwämme (1830) 89: der gemeine blätterschwamm ... schmeckt ... wie frische haselnüsse, schwach pfefferartig der reitzker, goldbrätling (ag. volemus Fr.), der röthling Oken allg. naturgesch. (1839) 3, 37; goldbralting agarius volemus ... (ziegelrother milchschwamm) Unger-Khull steir. 298.
 
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goldbraun, adj., tönung von braun, die ins goldene spielt, vgl. DWB goldbraun, DWB inbraun et est primus color auri proprie dicendo Paracelsus opera (1616) 1, 757 Huser; der goldton ist häufig durch glanz oder schimmer verursacht, so von lebendigem fell, haaren, augen: die liecht- und goldbraunen (pferde) participiren mit dem feuer Hohberg georg. cur. (1682) 2, 127; die farbe ihres pferdes war goldbraun Stifter s. w. 10 (1930) 255;

ihr himmelsblick, ihr goldbraun haar,
ihr heiliges gesicht —
sie war's, die lilie in der hand,
zum engelsgrusz herabgesandt
Fr. Kind ged. (1817) 2, 266;

ein blick aus ihrem goldbraunen auge Heer d. könig d. Bernina (1904) 193; goldbraunes bier G. Freytag ges. w. 6, 68; die goldbraune farbe des gesichtes O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 18; eine goldbraune roggengarbe D. v. Liliencron s. w. (1896) 3, 213. vereinzelt goldenbraun: ein groszer, goldenbrauner nachtfalter Mörike ges. schr. (1905) 3, 15 Göschen. substantiviert: goldbraun, n.: alle ... befiederten theile (des schwarzen storches) mit kräftigem glanz ... in goldbraun Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 9, 285; die weiszen finger leuchteten aus dem goldbraun der locken Immermann w. 3, 86 Boxberger.
 
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goldbrem, n., s. DWB goldbräm.
 
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goldbrille, f., brille mit goldener einfassung: der aschfarbene kleine herr mit dem wenigen haar und der goldbrille war offenbar der gatte der dame Fontane ges. w. I 6, 17. anders. bildlich: sie (die geldgierigen) haben

[Bd. 8, Sp. 724]


keine menschenaugen mehr, sie sehen alles nur durch die goldbrille P. Rosegger schr. III 1, 342. —

 

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