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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldblende bis goldborte (Bd. 8, Sp. 719 bis 722)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldblende, f., goldhaltiges mineralkonglomerat: goldblende

[Bd. 8, Sp. 720]


... in denen geringen goldgebürgen ein frisch blendertzt ... eine schöne goldblende ausz vereinigung der eisenmahl ..., auch seind etliche blendliche und dunckele goldertze gar braun ... etliche schwarz, etliche grün ... mit mancherlei vermischung schweren und unreinen schwefels G. Casp. Kirchmaier institutiones metall. (1687) 75; vgl. Jacobsson technol. wb. 5 (1793) 707a.
 
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goldblick, m. 1) bei der goldschmelze das aufschimmern des in flusz gekommenen goldes durch die kruste der schmelzmasse, entsprechend dem silberblick (s. d., vgl. auch DWB blick 2, teil 2, sp. 113): fulminatio ... bedeutet den silber- oder goldblick, so sich bey abtreibung dieser metallen auf der capelle (schmelztiegel) hervor thut Blancard med. wb. (1710) 280. weiterhin für das gold selbst als schmelzprodukt in diesem stadium: goltschlich mit bleyglöt ... in einem tiegel mit saltz bedeckt inn einem windtofen ... dann würd sich alles golt, daz auch im schlich ist ... im bleykönig finden ... der test (tiegel) aber zu solchem abgehen, soll zugerichtet sein mit ... aschen ... wann das golt darauff abgangen (in flusz gekommen ist, sich losgelöst hat), so nimm den goldtblick als der noch ungeschmeidig, setz ihn auf einen flachen schirben ... treibs vorm gebläs, bisz solang das golt den blasz helt, so wird es geschmeidig Ercker beschr. mineral. ertzt (1580) 49a; vgl. dazu blickgold: dasz man das gold ... wie das silber mit bley beschicket, schmeltzet und abtreibet, da man denn das sogenannte blickgold bekommt Krünitz 19 (1780) 321. 2) anders 'der blick, der glanz, schimmer des goldes', vgl. Campe 2 (1808) 416:

ich bin der funk im steine, der goldblick im metall
Rückert ges. poet. w. (1867) 5, 212;

im bilde: der weltweise, den keine goldblicke ... des thrones blenden deutsches museum (1812) 1, 427 Schlegel; der früheste goldblick des liebesfrühlings G. Keller ges. w. (1889) 7, 64; einen leuchtenden goldblick des glaubens Mörike w.2 2, 421 Maync.
 
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goldblinkend, part. adj., zu gold I: die gold- und silberblinkenden rüstungen ... der Skythen und Meder Mommsen röm. gesch. (1874) 2, 281. zu gold II A 1: der sonst glantzlose mond, der ... allen seinen schein von der goldblinkenden sonnen entlehnet Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) a 4a.
 
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goldblock, m., name für die gruppe der nach 1933 noch an der uneingeschränkten goldwährung festhaltenden europäischen staaten: die europäischen goldwährungsländer ... wurden (veranlaszt), sich zu dem sogenannten goldblock zusammenzuschlieszen Kurt Matthies der goldblock (1937) 11.
 
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goldblond, adj., zu gold II A 1 b: sein goldblondes haar war bereits von einem silberschimmer überflogen G. Keller ges. w. (1889) 5, 206; ein goldblonder jüngling A. Stifter s. w. 10 (1930) 290. dazu goldblond, n.: ich habe noch kein schöneres goldblond gesehen Joh. Nestroy ges. w. (1890) 2, 100.
 
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goldblume, f.
1) blume aus gold, goldfarbenem metall, gewebe, malerei: der ander (ritter) dort mit den goldbluhmen, der im schilde drey silberne cronen ... führet Bastel v. d. Sohle Harnisch aus Fleckenland (1648) 200; ein ... mit goldblumen durchwirktes gewand deutsches museum 4, 206 Schlegel; bildlich: auf seinem (des reichen) dach sitzt immerzu der vogel hab-ich: in seinem garten wachsen die goldblumen Abr. A S. Clara etwas f. alle 1 (1699) 359.
2) als name für verschiedene gelbblühende pflanzen; so schon ahd., vgl. amello herba golthblomo ahd. gl. 2, 726, 43.
a) als entsprechung von lat. chrysanthemum, griech. χρυσάνθεμον (vgl. dazu v. Lippmann alchemie 1 [1919] 643), das sich nicht auf eine einzige pflanze beschränkt, vgl. chrysanthemum goldblum Harder herb. (1574) in: Isis (1907) 86, Camerarius kreutterb. (1590) 365b, goldblume chrysanthemon Stieler (1691) 203, aber auch: chrysanthemum römische camillen blumen, goldblumen Corvinus fons latin. (1646) 98: die gemeine goldblum (chrysanthemum)

[Bd. 8, Sp. 721]


hat blätter wie der beyfusz v. Hohberg georg. curiosa (1682) 1, 682; grossi goldbluem 'wucherblume' chrysanth. leuc. schweiz. id. 5, 75; 'wucherblume, chrysanthemum segetum' rhein. wb. 2, 1298; 'saat- und wucherblume' Frischbier preusz. 2, 525; vgl. dazu Marzell wb. d. dtsch. pflanzenn. unter: chrysanthemum coronarium L. 1, 954; chrys. indicum L. 1, 956; chrys. leucanthemum 1, 971.
b) für calendula officinalis L., die ringelblume, mhd. goltblume (13. jh.) bei H. Fischer mittelalterl. pflanzenkde (1928) 264, Marzell wb. d. dtsch. pflanzenn. 1, 717; mnd. goltblôme bei Lasch-Borchling 1, 2, 132; goldblome (nd., 1420) bei Diefenbach gl. 90a, goltblume (md., 15. jh.) ebda; nach Marzell 1, 715 gehören hierher auch die unter anderen lat. namen gebuchten: (h)eliotropium goltbluome (md., 15. jh.) Diefenbach gl. 198c; solsequium gultbloeme (nd., 1420) ebda 541c; areola, aureola goldblum 47a; goldbluhm, ringelbluhm, kühbluhm Duez (1664) 2, 206a; mundartl. z. b. rhein. wb. 2, 1298; golteblom (Bitburg) ebda 2, 1302; goltje- oder goldenblöme Stürenburg ostfries. 73a; goldbleomen Frederking Hahlen 45; goldblaume Woeste westf. 82b, sowie Fischer schwäb. 6, 2054; vgl. dazu noch Marzell a. a. o. 1, 717; ringelblumen, goldblumen ... auch calendula Wirsung artzneyb. (1588) reg.: wann sie ... ihre zarte fingerlein auszreckt uber eine ringel- oder goldblumen theatrum amoris (1626) 17.
c) für caltha palustris L., die sumpfdotterblume, vgl. Marzell 1, 739, rhein. wb. 2, 1298, Fischer schwäb. 3, 738; goldblüemli schweiz. id. 5, 75: von dotterblmen ...: die kinder haben ire kurtzweil und freude mit disen schönen goltblmen, werden jetzunder nit sonders in der artzney gebraucht Bock kreutterb. (1546) 54b; vgl.goldbluhme caltha Steinbach (1734) 1, 138, Frisch (1741) 1, 360b.
d) gelegentlich als bezeichnung für andere meist gelbblühende pflanzen, vgl. goltplum centhauria oder centaur oder erdtgal, bieferkraut ... garthayte voc. theut. (Nürnb. 1482) l 5a; aurifolium goltblume (15. jh., md.) Diefenbach gl. 62a: asphodelus hat ein wurzel wie ein jung zybel oder louch und ein goltfarb blum, darum wurt affodilus bass getütschet goldblüm oder wilder louch Hier. Braunschweig liber de arte distill. (1500) 118; sonnengoldtblum heliochrysum Tabernämontanus kreuterb. (1613) 376; ranunculus acer schmalzblume, goldblm Leonh. Fuchs new kreüterb. (1543) 338; goldblume, streichblm, geele chamill (= anthemis tinctoria, vgl. Marzell a. a. o. 1, 325) ebda 8; goldbluemen, goldblüemli gelber hahnenfusz (ranunculus acer L.) schweiz. id. 5, 75; feigwurz (ranunculus ficaria L.) ebda; goldblume (Böhmerwald) lilium martagon L. türkenbund Hegi flora 2, 236; goldbluem türkenbund schweiz. id. 5, 75; mundartlich z. b. noch goldblumm gelbweiszes ruhrkraut wb. d. lux. ma. 149; goldbloom 'wohlverleih' (arnica montana), 'klapper' (rhinanthus alectorolophus) Mensing schlesw.-holst. 2, 420, s. Marzell a. a. o. 1, 186.
e) botanisch nicht näher bestimmbar für eine leuchtend gelbe blume: goldblumen satzte sie nicht darunter (unter die kranzblumen), in meynung, weil mein haar eben solcher farben ist Opitz Argenis (1644) 2, 470; (er) hatte einen kleinen kranz von schönen goldblumen von daher mitgebracht, um das grab seiner mutter zu schmücken Cl. Brentano ges. schr. (1852) 4, 185. übertragen auf eine frau bezogen, vgl. DWB gold II C 3 und blume 3, teil 2, sp. 158; schon mhd. auf Maria: die himlischen goltpluomen, ich main die muoter der parmherzichait Mariam Konrad v. Megenberg buch d. natur 245, 32 Pf.;

goldblume dieser goldnen blumenauen,
Anacaona, königin der frauen
Rückert ges. poet. w. (1867) 10, 560;

sag mir indes, du griechische goldblume, warum J. V. v. Scheffel ges. w. (1907) 1, 113.
3) in der alchemie und chemie: lapidis rubedo rte ... wans rot wirdt, so heist es himmel, gold ... carfunckel

[Bd. 8, Sp. 722]


und hat alle namen was nur rot und köstlich ist, zwischen himmel und erden, alsz rot goldt, unser gold, goldblum, der geborne könig, der rote sohn M. Ruland lex. alchem. (1612) 299; vgl. dazu Basilius Valentinus occulta philosophia, von den verborgenen philosophischen geheimnissen der heimlichen goldblumen (1613) titel. weiterhin: 'flores solis oder flores auri goldblumen werden auf unterschiedliche art sowohl aus durch gemeinen saltzgeist wohl calcinirten als auch aus schlack- oder platzgolde bereitet' Chomel öc.-phys. lex. 4 (1751) 266; praeparate aus dem golde als goldblumen flores solis Krünitz 19 (1780) 364. —
 
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goldblumig, adj.:

die quell entspringt vom strome des lebens ...,
ihn trinken die engel
alle, und kyssen sich oft an seinem goldblumichten ufer
Wieland I 2, 92 akad.;

als ich eine zeitlang im orient hauste, liebte ich meine gedichte mit goldblumigen verzierungen einzufassen Göthe I 4, 78 W.
 
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goldborde, f., s. DWB goldborte.
 
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goldbordiert, part. adj., 'mit goldborten besetzt': item für ein goldbordiertes hüetlein: thuet 16 f. 25 kr. (v. j. 1773) bei L. Aurbacher ein volksbüchl. 2 (1839) 148; die schmucken uniformen der Frankfurter bürgerschützen, grün und goldbordiert Fontane ges. w. I 2, 233.
 
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goldbörse, f., 'beutel mit oder für gold', vgl. DWB gold I D 2 b: goldbörse, 'ein beutel, seckel, worinnen man goldene müntz bey sich trägt' cur. bauernlex. (1728) 84; bis ins 19. jh. üblich: ich will ... ihm damit ein solches schrecken einjagen, dasz er, um nur sein leben zu retten, mir gern die goldbörse lassen wird L. Holberg dän. schaubühne (1743) 5, 555; wollen wir der frau fürstin ein loch in die goldbörse schneiden? Holtei erz. schr. (1861) 3, 19.
 
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goldborte, goldborde, f., in älterer sprache auch m., aus echt goldenen oder goldfarbenen fäden gewebte borte, vgl. teil 2, sp. 246 und goldene borte sp. 737. schon ahd. als übersetzung von murenulae, vgl. goltborto (9. jh.) ahd. gl. 1, 622, 17 St.-S.; aurifrigium goltporto (hs. 11. jh.), goltbordo (hs. 11. jh.) ebda 3, 266, 19; goltborto (hs. 12. jh.), goltbort (hs. 13. jh.) ebda 3, 152, 9; aurifrisia goltporti (hs. 12. jh.) ebda 4, 167, 59; aureola goltbort (15. jh., md.) Diefenbach gl. 61c; auriphrygium goltburt (15. jh., md.), goltbart (15. jh., md.), goldbarde (1420, nd.) ebda 62b; pretexta goltbort (15. jh., md.) ebda 458b:

daz edele gesteine,
daz tûre gebeine,
dî manige goltborten,
wêhe geworhten,
daz edele gesmîde
d. arme Hartmann rede v. glauben 2414 v. d. Leyen;

Genelun vrte einin blialt (seidengewand)
uz golde gewebin.
da machte man wole sehen
die turen goltporten
wahe geworchte
pfaffe Konrad Rolandslied 59, 7 Gr.;

sîner wâpen obedach ...
geziert nâch werdiclîcher aht
mit goltborten reine,
darûf gewieret gesteine Ludwigs kreuzfahrt 1457 Naumann;

9 elen breyte goltborten Marienb. treszlerb. 468 Joachim; spangen und perel und goltporten mittelalt. inventare 49 Zingerle. vom 16. bis zum 18. jh., wohl nur zufällig, sehr selten bezeugt (vgl. auch goldene borte sp. 737 sowie unten goldbräm); im 18. jh. scheint tresse (vgl. DWB tresse 2, teil 11, 1, 2, sp. 175) geläufiger gewesen zu sein; dem gegenüber gewinnt goldborte im 19. jh. wieder gröszere verbreitung: man verfertigt es (das meisterstück) unter den augen des altmeisters und es besteht in ... 2 ellen goldborten oder bandtresse Krünitz 6 (1775) 247; die englischen goldborten waren bereits in der mitte des dreizehnten jahrhunderts ... vortrefflich Raumer gesch. d. Hohenst. (1823) 5, 376; purpurfarbene ... vorhänge mit goldborten Gaudy s. w. (1844) 6, 137; an uniformen: tuchachselklappen, bei stabsoffizieren mit goldborte v. Alten hdb.

[Bd. 8, Sp. 723]


f. heer u. flotte (1909) 1, 69; ein echt preuszisches kutscherkostüm mit stulpstiefeln, wappenknöpfen und breiter goldborte Fontane kriegsgefangen (1894) 363; als buchschmuck: unter meinen manuskripten ... hellgrün gebunden mit einer breiten goldborde eingefaszt Fontane ges. w. II 2, 79. —

 

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