Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldbegierde bis goldbesäumt (Bd. 8, Sp. 716 bis 718)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbegierde, f., dass.: sein schand- und unthaten, so einig und allein von der goldbegierde herkommen la doppia impiccata (1648) 57; Mammons goldbegierde ward eine weile in dem himmel zu wohnen vergönnet Bodmer abhandl. v. d. wunderbaren (1740) 96; aus goldbegierde erklommen sie (die Perser) das nordindische fabelgebirg J. H. Voss mythol. br. (1794) 1, 301. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbegierig,

[Bd. 8, Sp. 717]


adj.: die goldbegierigen liebhaber der chemie allg. dtsche bibl. 15, 270; die goldbegierigen blicke der Irader F. M. Klinger w. (1809) 6, 193; vgl. goldgierig. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbeglänzt, adj., von sonne oder mond bestrahlt, vgl. DWB gold II A 1 a:

(an den mond)
ha wonne! hinter jenem thale
wallst, wolkenleer,
du, goldbeglänzt vom letzten strale
des bruders, her
J. M. Miller ged. (1783) 8;

im barock für 'glänzend wie gold':

und dein (der sonne) goldbeglänzter stral
bald vertreibt der hagelsplitter
ungewitter
Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) 33.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbekrönt, part. adj., 'mit einer goldenen krone geschmückt': goldbekröntes haupt Harsdörffer poet. trichter (1647) 2, 89;

vom goldbekrönten helmeskamme
da rauscht des adlers schwingenpaar
graf Strachwitz ged. (1850) 201.

vgl. auch goldgekrönt. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbeladen, part. adj., mit goldenen schätzen, auch goldmünzen beladen; gnomisch, vgl. DWB gold I D 2 c: steigt schon kein trojanisch rosz hinein, kompt doch etwan ein goldbeschlagener und goldbeladener esel darein Fischart Gargantua 287 ndr. (vgl. im lat. asellus onustus auro Cicero ad. Attic. 1, 16, 12);

er schiffte goldbeladen
jetzt von Tarents gestaden
A. W. Schlecel in: musenalman. (1798) 278.

von überreicher goldverzierung: zuerst groszes galadiner hier für den kaiser von Östreich, wobei gewisz für 20000 rthlr. uniformen goldbeladen am tisch saszen briefl. quelle a. d. j. 1851. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbemalt, part. adj., zu gold II A 2: ein überladener zierlicher schreibtisch aus goldbemaltem ebenholz R. Schaukal Mimi Lynx (1904) 29; im barock, bildlich:

das goldbemahlte haar
spielt mit der rosenlufft
Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) )( )( )( )( )( 3a.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldberg, m.
1) berg mit goldhaltigem gestein, goldadern oder goldgruben, vgl. aurifodina goltperg (obd., 1433) Diefenbach gl. 62a; goltperg oder goltgrub voc. theut. (Nürnb. 1482) l 5b: daz egenant goczhaus hat in dem land ze Kerenden (Kärnthen) leut und gut, stet, vesten ... goltperk und pleyberch (v. j. 1337) urk. kaiser Ludwigs d. Baiern 41 v. Weech; ok wetet, dat gy nene goltberge ofte sulverberge en hebben (nach 1424) urk.-buch d. st. Lübeck 6, 754; darümb ist kein goldberg noch sylberberg ynn einem lande diesem schatz zu vergleichen Luther 31, 1, 200 W.; des abessinischen königs goldberge Chr. Weise d. polit. näscher (1678) 234; da fällt es mir ein, ... den goldberg untersuchen zu lassen Rosegger schr. II 6, 91; anders schlesw.-holst. goldbarg, m., 'name für hünengräber, die nach der meinung des volkes gegenstände aus gold bergen, bzw. für die koppel, auf der sich ein solches grab befindet' Mensing 2, 420.
2) berg von gold oder goldstücken, goldmünzen, vgl. goldene berge sp. 744.
a) 'berg aus gold': si sihet durch ein falsche brill, die ... ein goldstäublein als ein goldberg praesentirt Dannhawer catech.-milch (1675) 2, 87; fürchterlich beschreiben sie (die Tibetaner) seine (des höchsten berges) höhe und umfang; ungeheuer und riesen sind wächter an seinem rande, sieben meere und sieben goldberge rings um ihn her Herder 13, 415 S.; jenes ... volk wohnt ... vor dem winternden Boreas durch goldberge eingehegt, in einem paradiese J. H. Voss krit. blätter (1828) 2, 359; bildlich: die goldberge und diamantenhügel einer längst erwünschten und erwarteten zukunft Joh. G. Hamann schr. 7, 111 Roth.
b) für 'viel gold, reichtum': daraus abzunehmen, dasz beide keine sonderliche goldberge gehabt Erasm. Francisci lust. schaubühne (1698) 2, 94;

[Bd. 8, Sp. 718]


ich rechnete gott an, was ich den armen gab,
und häufte voller angst goldberge auf mein grab
J. Fr. Löwen schr. (1765) 1, 44;

die verheiszenen goldberge Chrysander Händel (1858) 2, 11.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbergbau, m.: seitdem hat dieser goldbergbau nie wieder zur ... vollkommenheit gelangen können allg. dtsche bibl. 91, 497. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbergwerk, n., vgl. Chyträus nomencl. (1585) 76: dann meinest, das (sei) nichts gefunden, wann einer ein goldbergwerck findt Paracelsus opera (1616) 2, 211 Huser; auff dem goltberckwerck zum Knyen ... inn Behemen ... bricht ein graulecht silbichter kiesz Ercker beschr. mineral. ertzt (1580) 42a; eine der nahen goldbergwerke wegen angelegte grubenstadt Mommsen röm. gesch. (1894) 5, 276. im bilde: so wurde uns der garten, wenn auch nicht zu einem goldbergwerke, doch zu einer kleinen silbergrube Chr. v. Schmidt ges. schr. (1858) 5, 83.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbesatz, m.: im abgeschabten rock von sammet, an dem noch spuren von goldbesatz zu erkennen sind Ferd. Gregorovius wanderj. in Italien 2 (1904) 330. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldbesäumt, part. adj., zu gold I C 2: ein breites, goldbesäumtes purpurgewand maler Müller 2, 213; zu gold II A 1 a:

röthliche, goldbesäumte wolken hüllen
ihre strahlen nicht mehr! sie kommt,
die sonne!
grafen zu Stolberg ges. w. (1820) 1, 38.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: