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goldbaum bis goldberg (Bd. 8, Sp. 716 bis 717)
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[Bd. 8, Sp. 716]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldbaum, m.
1) als pflanzenname. a) 'name eines in Äthiopien wachsenden baumes, leucadendron conocarpodendron L.' Campe 2 (1775) 416; vgl. Nemnich wb. d. naturgesch. 201. b) für aucuba japonica Thunb. Marzell wb. d. dtschen pflanzenn. 1, 525.
2) in der vorstellungswelt der alchemie; übertragen aus dem pflanzenreich (vgl. noch goldblume, güldischer same sp. 721) auf die zeugungs- und lebensvorgänge in der ganzen natur (vgl. auch oben sp. 684 lebendig gold etc.): so die natur will ein gewechsz in die welt geben, es sey von goldt, silber, eysen ... so richt sie den baum auff ausz dem element wasser ... also ist nun der baum desz minerals geformiert ... und wird nun fürhin auszgetheilt in sein weite: also dasz offt ein ast geht in das teutsch hochgbirg ... ein ander ast ... in Joachimsthal, alsz auch ein ander ast in Siebenbürgen ... ein ander sulphur im gold, ein ander im silber ... von der gebärung des golds wissent, dasz da ist ein sulphur ... so die alchimisten diesen sulphur möchten finden, wie er dann im goltbaum unnd seiner wurtzen wol zu finden ist, sie möchten sich wol frewen: dann das ist der sulphur philosophorum, aus dem goldt wird Paracelsus opera (1616) 2, 134 Huser; in gleichem zusammenhang: es ist ein goldbaum der arth, dasz er blüet etlich hundert klafter innwendig im baum etlich grad am tag ebda 136; vgl. M. Ruland lex. alchem. (1612) 93; darum weisen uns alle philosophen auf den goldbaum und seine früchte ... wenn man solches gold und seinen saamen ... wiederum aussäete und ins wachstum und tugend brächte d. theorie u. praktik des gold- u. silberbaumes (1787) 9; 13 u. 15; vgl. allg. dtsche bibl. 81, 140.
3) für ein in baumförmigen (dendritischen) gestalten aus chemischen lösungen gefälltes präparat: goldbaum, chymisches praeparatum, wird also bereitet. nehmet gepülvert spieszglasz, scheidewasser, schwefel, gieszet alles dem lapide de tribus an, setzet es in ein glas, so wird mit der zeit daraus ein baum mit goldblinkenden zweigen, woran purpurfarbene tröpfflein hängen, die ein granatobst abbilden, oder nehmet ... so wachset der baum in 2 oder 3 tagen Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1213.
 
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goldbeblümt, adj., mit goldblumen (s. dort 1) geziert:

ein kaftan, wie ihn nur die höchsten emirn tragen, ...
auf goldbeblümtem grund mit perlen reich gestickt
Wieland s. w. 22 (1796) 203.

zu goldblume 2:

o wer bringt mich in die thäler,
auf die goldbeblümten auen ...
seliger zufriedenheit
Knebel liter. nachlasz (1835) 1, 70.


 
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goldbecher, m. , zu gold I C 3.
1) becher aus gold:

goldbecher zum einschenken,
der tisch bekränzt, vergüldet
Joach. v. Glasenapp evangel. weinberg (1651) 152;

eben so gern wollte ich ... nach dem goldbecher ins meer springen Gaudy s. w. (1844) 17, 74.
2) übertragen als pflanzenname: forsythie goldbecher Hegi flora (1900) 5, 3, 1903; chrysosplenium alternifolium L. groszer goldbecher Schlechtendal flora v. Dtschl.5 26, 180.
 
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goldbegier, f., gier nach gold, geld, reichtum:

unwürdige minister ...
verflochten ihn (den fürsten) aus dummheit, goldbegier ...
in fehden, die, zu spät, ihm reue brachten
Ayrenhoff w. (1814) 5, 20.


 
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goldbegierde, f., dass.: sein schand- und unthaten, so einig und allein von der goldbegierde herkommen la doppia impiccata (1648) 57; Mammons goldbegierde ward eine weile in dem himmel zu wohnen vergönnet Bodmer abhandl. v. d. wunderbaren (1740) 96; aus goldbegierde erklommen sie (die Perser) das nordindische fabelgebirg J. H. Voss mythol. br. (1794) 1, 301. —
 
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goldbegierig,

[Bd. 8, Sp. 717]


adj.: die goldbegierigen liebhaber der chemie allg. dtsche bibl. 15, 270; die goldbegierigen blicke der Irader F. M. Klinger w. (1809) 6, 193; vgl. goldgierig. —
 
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goldbeglänzt, adj., von sonne oder mond bestrahlt, vgl. DWB gold II A 1 a:

(an den mond)
ha wonne! hinter jenem thale
wallst, wolkenleer,
du, goldbeglänzt vom letzten strale
des bruders, her
J. M. Miller ged. (1783) 8;

im barock für 'glänzend wie gold':

und dein (der sonne) goldbeglänzter stral
bald vertreibt der hagelsplitter
ungewitter
Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) 33.


 
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goldbekrönt, part. adj., 'mit einer goldenen krone geschmückt': goldbekröntes haupt Harsdörffer poet. trichter (1647) 2, 89;

vom goldbekrönten helmeskamme
da rauscht des adlers schwingenpaar
graf Strachwitz ged. (1850) 201.

vgl. auch goldgekrönt. —
 
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goldbeladen, part. adj., mit goldenen schätzen, auch goldmünzen beladen; gnomisch, vgl. DWB gold I D 2 c: steigt schon kein trojanisch rosz hinein, kompt doch etwan ein goldbeschlagener und goldbeladener esel darein Fischart Gargantua 287 ndr. (vgl. im lat. asellus onustus auro Cicero ad. Attic. 1, 16, 12);

er schiffte goldbeladen
jetzt von Tarents gestaden
A. W. Schlecel in: musenalman. (1798) 278.

von überreicher goldverzierung: zuerst groszes galadiner hier für den kaiser von Östreich, wobei gewisz für 20000 rthlr. uniformen goldbeladen am tisch saszen briefl. quelle a. d. j. 1851. —
 
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goldbemalt, part. adj., zu gold II A 2: ein überladener zierlicher schreibtisch aus goldbemaltem ebenholz R. Schaukal Mimi Lynx (1904) 29; im barock, bildlich:

das goldbemahlte haar
spielt mit der rosenlufft
Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) )( )( )( )( )( 3a.


 
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goldberg, m.
1) berg mit goldhaltigem gestein, goldadern oder goldgruben, vgl. aurifodina goltperg (obd., 1433) Diefenbach gl. 62a; goltperg oder goltgrub voc. theut. (Nürnb. 1482) l 5b: daz egenant goczhaus hat in dem land ze Kerenden (Kärnthen) leut und gut, stet, vesten ... goltperk und pleyberch (v. j. 1337) urk. kaiser Ludwigs d. Baiern 41 v. Weech; ok wetet, dat gy nene goltberge ofte sulverberge en hebben (nach 1424) urk.-buch d. st. Lübeck 6, 754; darümb ist kein goldberg noch sylberberg ynn einem lande diesem schatz zu vergleichen Luther 31, 1, 200 W.; des abessinischen königs goldberge Chr. Weise d. polit. näscher (1678) 234; da fällt es mir ein, ... den goldberg untersuchen zu lassen Rosegger schr. II 6, 91; anders schlesw.-holst. goldbarg, m., 'name für hünengräber, die nach der meinung des volkes gegenstände aus gold bergen, bzw. für die koppel, auf der sich ein solches grab befindet' Mensing 2, 420.
2) berg von gold oder goldstücken, goldmünzen, vgl. goldene berge sp. 744.
a) 'berg aus gold': si sihet durch ein falsche brill, die ... ein goldstäublein als ein goldberg praesentirt Dannhawer catech.-milch (1675) 2, 87; fürchterlich beschreiben sie (die Tibetaner) seine (des höchsten berges) höhe und umfang; ungeheuer und riesen sind wächter an seinem rande, sieben meere und sieben goldberge rings um ihn her Herder 13, 415 S.; jenes ... volk wohnt ... vor dem winternden Boreas durch goldberge eingehegt, in einem paradiese J. H. Voss krit. blätter (1828) 2, 359; bildlich: die goldberge und diamantenhügel einer längst erwünschten und erwarteten zukunft Joh. G. Hamann schr. 7, 111 Roth.
b) für 'viel gold, reichtum': daraus abzunehmen, dasz beide keine sonderliche goldberge gehabt Erasm. Francisci lust. schaubühne (1698) 2, 94;

[Bd. 8, Sp. 718]


ich rechnete gott an, was ich den armen gab,
und häufte voller angst goldberge auf mein grab
J. Fr. Löwen schr. (1765) 1, 44;

die verheiszenen goldberge Chrysander Händel (1858) 2, 11.

 

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